Hosiners Angriff auf ÖFB-Platz

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"Teamchef hat mir erklärt, was er sich erwartet"

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Zwei Mal binnen weniger Wochen ist Philipp Hosiner nun auf der Insel gelandet.

Zuletzt nach Weihnachten, als der Austria-Angreifer auf Kurzurlaub in London weilte. Es war damals sein zweiter Besuch in der englischen Welt-Metropole. Ein unvergesslicher.

„Wir haben zufällig gesehen, dass es für die Dart-WM noch Karten gibt und die haben wir uns gesichert“, erklärt der Stürmer-Star der heimischen Bundesliga im Gespräch mit LAOLA1.

„Unglaubliche Stimmung“

Und sein Fazit? „Es war ein Wahnsinn, also die Stimmung war unglaublich und Phil Taylor natürlich auch“, zeigt sich der 23-Jährige nach wie vor begeistert vom Weltmeister mit ähnlicher Power und Präzisionsliebe sowie der ausgelassenen Stimmung auf der Insel.

Gute Erinnerungen will Hosiner nun auch aus Wales mitnehmen.

Der Anfang ist gemacht, schließlich wurde Hosiner wieder ins Nationalteam einberufen. Es ist auch ein gutes Omen, ihn mitzuhaben, denn bei seinem Debüt unter Interimscoach Willi Ruttensteiner in Aserbaidschan (Kurzeinsatz, ab Minute 88) gewann Österreich das letzte Mal auswärts (4:1).

„Es ist für jeden Österreicher eine Ehre, im Nationalteam spielen zu dürfen. Ich bin froh, wieder dabei zu sein“, zeigt sich der Führende der heimischen Torschützenliste, der erstmals unter Marcel Koller nominiert wurde, demütig.

„Spielt keine Rolle, ob man damit rechnet oder nicht“

Mit 21 Treffern im Herbst, fünf für die Admira und 16 nach seinem Wechsel zur Austria, war der Burgenländer der Mann der Stunde in Österreich, für das Elfenbeinküste-Spiel (0:3) Mitte November in Linz wurde er dennoch nicht berücksichtigt.

Jetzt will sich der Teamchef ein Bild machen.

War Hosiner eigentlich überrascht über die Einberufung in der Winterpause? „Ich denke, es spielt keine Rolle, ob man damit rechnet oder nicht. Wenn die Einberufung kommt, freut man sich und bereitet sich einfach darauf vor“, so der Angreifer gewohnt trocken.

Auf welche Art und Weise Koller den Team-Rückkehrer ins Spiel einbinden wird, ist offen. Im Training am Montagnachmittag in Wien durfte Hosiner aber in der Erstformation als Spitze agieren.

Was der Teamchef von ihm im Fall der Fälle sehen möchte, das ist Hosiner bewusst.

Wichtiges Pressing als Stürmer

„Der Teamchef hat mit mir über die Spielphilosophie des Teams gesprochen, was er sich dabei erwartet, etwa das Pressing der Stürmer. Ich würde mich freuen, wenn es mit einem Einsatz klappt."

Koller selbst meint dazu: "Er hat sich gut in Szene gesetzt, viele Tormöglichkeiten gehabt und das eine oder andere Tor gemacht. Wie er zum Spielen kommt, das werden wir noch sehen."

Hosiner gilt in der Liga als lästiger Stürmer, als einer, der den Verteidigern mit allen Tricks die Nerven rauben kann. Eine Eigenschaft, die gegen eine britische Mannschaft helfen könnte.

„Der britische Stil ist ein eigener, darauf gilt es sich vorzubereiten, ich denke, die Waliser haben eine gute Mannschaft. Aber ich denke auch, wir können da schon ganz gut dagegenhalten“, zeigt sich Hosiner optimistisch.

Hinsichtlich seines Einsatzes weiß er, „dass das nicht leicht wird“.

Darf Hosiner von Beginn an ran?

Dabei spricht Hosiner die Konkurrenz an. Marc Janko und Andreas Weimann. Ersterer spielt aber aktuell bei Trabzon nicht, Zweiterer bei Aston Villa vermehrt auf dem rechten Flügel, wo er wohl auch am Mittwoch zum Einsatz kommen wird.

Teamchef Koller sagt auch: „Auf ein, zwei Positionen überlege ich schon noch.“ Die Stürmer-Position gehört tendenziell am ehesten zu jenen, bei denen sich der Schweizer noch nicht ganz sicher ist.

Hosiner selbst konnte anno 2013 noch gar nicht spielen, da in Österreich die Meisterschaft erst in eineinhalb Wochen weitergeht. Für die Austria gleich mit dem Derby-Kracher im ausverkauften Hanappi.

„Pause hat dennoch gut getan“

Die große Frage wird dann lauten: Hat Hosiner seine unglaubliche Form aus dem Herbst über den Winter konservieren können?

Der Stürmer muss trotz Rekord-Herbstes der Austria mit unglaublichen 48 Punkten in 20 Spielen zugeben, dass die Unterbrechung auch Vorteile mit sich gebracht hat: „Die Pause hat der Mannschaft sehr gut getan.“

In den bisherigen Testspielen lief es noch nicht nach Wunsch, aber die Austria-Fans brauchen sich deshalb keine Sorgen machen. „Wenn die Spritzigkeit zurückkommt, bin ich überzeugt, dass wir wieder bei alter Stärke sind.“

Neue Stärke haben sie zusätzlich gewonnen. Denn Nacer Barazite ist zurück am Verteilerkreis, den Rückkehrer kannte Hosiner vorher noch nicht, schließlich war er damals noch bei der Admira.

"Freue mich schon auf das Zusammenspielen"

Doch hat sich der Österreicher schnell mit dem Niederländer angefreundet: „Nacer ist ein ruhiger, netter Typ. Ich habe leider erst zwei Einheiten mit ihm absolvieren können, aber da hat man schon gesehen, was er für ein Fußballer ist. Was er technisch drauf hat, das wusste ich schon. Ich freue mich einfach schon auf das Zusammenspielen mit ihm. Wir sind froh, dass er hier bzw. zurück ist.“

Mit ihm soll das beendet werden, was im Sommer begann, die Mission Meisterschaft. Durch den bravourösen Herbst, ist die Zielsetzung mit sieben Punkten Vorsprung auf Salzburg klar.

Wie schon Peter Stöger im LAOLA1-Interview erklärt auch Hosiner das M-Wort als nicht verboten: „Wir sind es uns selber schuldig sowie dem Verein und den Fans, dass man bei einem Vorsprung von sieben Punkten in der Winterpause auch am Ende den Titel holt.“

Doch eines nach dem anderen. Nun konzentriert sich Hosiner erst einmal auf das ÖFB-Team, um auf der Insel einen tollen Eindruck zu hinterlassen. Solche, die er von dort schon mitgenommen hat.

 

Aus Swansea berichtet Bernhard Kastler

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