Sharifi sieht ÖFB-Team klar im Vorteil

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Naim Scharifi hält einen Sieg der österreichischen Nationalmannschaft am Sonntag (18.00 Uhr) im EM-Qualifikationsspiel gegen Russland für alles andere als ausgeschlossen.

Der russische Profi von Sturm Graz bezeichnete das ÖFB-Team in Moskau sogar als leichten Favoriten - für die Auswahl seiner Heimat fand der Rechtsverteidiger hingegen wenig lobende Worte.

"Es gibt enormen Druck, auch von der Politik"

"Im Moment sehe ich in keinem Bereich einen Vorteil für Russland", sagte Sharifi der APA. Die "Sbornaja" habe sich seit dem 0:1 im vergangenen November in Wien nicht verbessert. "Und der Druck ist jetzt noch größer als damals. Zum Glück haben wir das Montenegro-Match gewonnen, aber ohne den Abbruch wäre das wahrscheinlich nur schwer gelungen", vermutete der 23-Jährige.

Aufgrund der suboptimalen Tabellensituation in Gruppe G - Russland liegt fünf Punkte hinter Österreich und einen Zähler hinter Schweden auf Platz drei - herrsche rund um die Truppe von Fabio Capello äußerst schlechte Stimmung. "Momentan kritisieren alle die Nationalmannschaft. Es gibt enormen Druck, auch von der Politik. Die Situation ist schwierig."

Stürmer-Star wird kritisiert

Im Schussfeld steht unter anderem Aleksandr Kokorin von Dinamo Moskau. "Er ist unser wichtigster Spieler, hat aber im Frühjahr nur wenige Tore geschossen. Jetzt wird er kritisiert, auch weil er der bestverdienende Spieler in Russland ist", erzählte Scharifi.

An Erfolge wie bei der EURO 2008, als Russland bis ins Semifinale vorstieß, sei derzeit nicht zu denken. "Im Vergleich zu der Mannschaft von damals ist das Team nur Durchschnitt. Das war vor sieben Jahren eine andere Welt", erklärte Scharifi.

Deshalb kann es der Flügelspieler auch nicht verstehen, dass in Russland die Semifinal-Teilnahme bei der Heim-WM 2018 gefordert wird. "Jetzt sollten sich erst einmal alle auf die EM-Qualifikation konzentrieren und nicht von 2018 reden."

Sharifi macht sich Hoffnungen auf Capello-Anruf

Laut derzeitigem Stand wird Capello die "Sbornaja" auch bei der Weltmeisterschaft vor eigenem Publikum betreuen. Allerdings gab es in den vergangenen Monaten immer wieder Gerüchte um eine Ablöse des Italieners, außerdem befand sich der russische Verband bei den Gehaltszahlungen für den Star-Trainer in Verzug.

Mittlerweile bekam Capello sein Geld- vor allem dank der Unterstützung des Oligarchen Alischer Usmanow, der auch Anteile am englischen Spitzenklub Arsenal besitzt. "Er hat dem russischen Verband einen zinsfreien Kredit von 400 Millionen Rubel (rund 6,5 Mio. Euro) gegeben, damit Capello bezahlt werden kann", berichtete Scharifi.

Der Sturm-Legionär hat die Hoffnung noch nicht aufgegeben, vom Italiener doch noch berücksichtigt zu werden. "Wenn ich eine gute nächste Saison mit entsprechenden Einsätzen habe, gibt es sicher Chancen, in den Kader zu kommen. Ich bin hundertprozentig davon überzeugt, dass ich dabei bin, wenn alles passt", meinte Scharifi.

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