"Für jeden Österreicher wäre das ein Traum!"

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Die frohe Kunde ereilte Stefan Schwab am Dienstag nichtsahnend.

Vor dem Vormittagstraining wurde der 25-jährige Mittelfeldmotor des SK Rapid davon in Kenntnis gesetzt, dass er in den erlesenen Kreis von ÖFB-Teamchef Marcel Koller aufsteigt.

Dieser gab nur wenige Stunden später, ein paar wenige Meter von Rapids Trainings-Areal im Prater, im Happel-Stadion den 23-Mann-Kader für die EM-Qualifikationsspiele gegen Montenegro (9.10.) und Liechtenstein (12.10.) bekannt.

„Es ist ein Traum und wunderschön, weil es schwierig ist, dort dabei zu sein. Es ist natürlich schön, und Stolz ist auch dabei“, freut sich Schwab, als ihm LAOLA1 zu seiner Nominierung gratuliert.

Schwab hat sich laut Koller Chance verdient

Große Experimente blieben in der Kader-Zusammenstellung aus, obwohl das Ticket für Frankreich 2016 bereits gelöst wurde. Nur Schwab bekommt aktuell seine Chance, sich für die rot-weiß-rote Auswahl aufzudrängen.

„Wir wollen uns ein Bild von ihm machen. Er hat in den letzten Wochen und Monaten bei Rapid auffällige Leistungen gezeigt. Er hat es sich verdient, einmal unter die Lupe genommen zu werden“, begründete Koller seine Entscheidung (hier geht’s zur Story).

Der Schweizer traut dem Rapid-Motor einiges zu, will ihn als Mensch und als Persönlichkeit auf dem Platz kennenlernen und ins eingespielte System integrieren.

Für den Saalfeldener bietet sich eine Chance, von der er sich ausgerechnet zu diesem Zeitpunkt nicht zu träumen gewagt hat.

„Natürlich ist es jetzt ein bisschen überraschend“

„Ich war damals schon bei der Admira auf Abruf. Ich weiß auch, dass der Teamchef sehr oft im Stadion ist und unsere Spiele verfolgt. Ich probiere immer, mein Bestes zu geben. Aber natürlich ist es jetzt ein bisschen überraschend für mich, dass ich dabei bin“, so der dreifache Bundesliga-Saisontorschütze.

Allerdings will Schwab seine Einberufung nicht überbewerten. Die Freude darüber kennt keine Grenzen, trotzdem weiß er die Situation einzuschätzen.

Schließlich sind Ausfälle dafür mitverantwortlich, dass er den ersten Step im A-Team machen kann, nachdem er mehrfach für die ÖFB-U21, -U20 und –U19 spielte.

„Die Mannschaft hat zuletzt super gespielt und ist fix bei der EM dabei. Es sind auf meiner Position in letzter Zeit einige Verletzungen entstanden“, verweist Schwab auf die Absagen von Christoph Leitgeb, Yasin Pehlivan und Veli Kavlak.

Internationale Auftritte ausschlaggebend?

Mit konstant guten Leistungen und wichtigen Toren hat er sich bei den Grün-Weißen zuletzt wieder ins Rampenlicht gespielt, lenkt das Spiel der Hütteldorfer und ist auf und abseits des Platzes eine Führungs-Persönlichkeit.

Trotzdem gibt er sich bescheiden und stellt seinen Aufstieg ins Nationalteam in Kontext mit den erfolgreichen Monaten seines Vereins.

„Ich glaube, dass wir mehrere Spieler haben, die es sich verdient haben, weil wir jetzt wirklich fast über ein halbes Jahr sehr gute Leistungen bringen – in der Liga und auch international. Vielleicht war gerade das ausschlaggebend, dass wir international gegen drei Top-Mannschaften gezeigt haben, dass wir sehr gut mithalten und gewinnen können.“

Trotz allem bekamen in der Ära Koller zuletzt meist Legionäre den Vortritt – aufgrund der Leistungen in europäischen Top-Ligen auch durchaus zurecht.

„Sehr schwer, in dieses Team zu kommen“

Dementsprechend klein sah Schwab somit seine Chance, doch so schnell in das funktionierende Kollektiv miteinbezogen zu werden und erstmals einen ÖFB-Lehrgang mitbestreiten zu dürfen.

„Ich habe aber schon gewusst, dass es sehr schwer ist, in dieses Team zu kommen, wenn alle Spieler fit sind. Die sind alle bei sehr guten Vereinen im Ausland und spielen dort durchaus sehr gute Rollen. Es ist nicht leicht, aber durch die Europa League kriegen wir schon mehr Aufmerksamkeit. Man steht auf jeden Fall mehr in der Auslage.“

Dabei bricht er aber eine Lanze für die heimische Liga, die oftmals in falschem Licht erscheint, allerdings als Grundstein für Rapids Erfolge auf europäischer Bühne dient.

„Die Leute glauben, dass in der österreichischen Liga nicht ganz so ein hohes Niveau ist. Aber wir zeigen jetzt auch, dass das nationale Niveau gut ist, sonst wäre das nicht möglich, was wir bis jetzt international erreicht haben.“

Die nächste Sprosse erklommen

Das unterstreicht der Teamchef, der nach der fixierten Qualifikation für die EURO 2016 auch auf den heimischen Plätzen Schwab und andere Kandidaten unter die Lupe nahm.

„Ich glaube sehr wohl, dass der Teamchef die österreichische Liga genau verfolgt, da immer wieder Spieler dabei sind. Auch wenn es schwierig ist, da die Spieler im Ausland sehr gut sind.“

Für Schwab ist es ein weiterer Step in die richtige Richtung, der erhoffte nächste Sprung auf der Karriereleiter. Von der Admira zu Rapid und nun ins Nationalteam – der Salzburger fühlt sich in einem guten Alter und bereit Team-Luft zu schnuppern.

Bei seinem ersten Lehrgang handle es sich um eine Erfahrung, die ihm keiner mehr nehmen könnte. Noch dazu seien es trotz vorzeitiger Qualifikation keine Freundschafts- sondern noch immer Bewerbsspiele – für den Mittelfeldakteur „ein schöner Nebeneffekt“.

„Bei der EM dabei zu sein, wäre ein Traum“

Schwab ist ein Spieler, der trotz der positiven Schlagzeilen am Boden bleibt. Nur weil er nun erstmals dabei ist, schätzt er realistischerweise die EM-Chance als sehr gering ein.

„Die Spieler, die jetzt immer dabei waren und die Punkte in der Quali geholt haben, haben sich das absolut verdient. Da kann man eigentlich keinen ausnehmen.“

Trotzdem heißt sein Motto: Sag niemals nie! Sollte er sich beweisen können und weiterhin eine Rolle spielen können, wäre die EURO die Erfüllung eines Kindheitstraums.

„Für jeden Österreicher, der dabei sein kann, wäre das ein Traum! Eine EM ist nur alle vier Jahre. Aber es ist jetzt mal schön, dass ich überhaupt dabei bin. Ich werde mein Bestes geben. Sollte Not am Mann sein, werde ich natürlich einspringen.“


Alexander Karper

 

Namen Verein Länderspiele Tore
TOR: Robert Almer Austria Wien 24
Heinz Lindner E. Frankfurt 7
Ramazan Özcan FC Ingolstadt 4
ABWEHR: Aleksandar Dragovic Dynamo Kiew 40 1
Christian Fuchs Leicester City 69 1
György Garics SV Darmstadt 40 2
Florian Klein VfB Stuttgart 30 0
Michael Madl Sturm Graz 0 0
Sebastian Prödl FC Watford 52 4
Markus Suttner FC Ingolstadt 14 0
Kevin Wimmer Tottenham 2 0
MITTELFELD: David Alaba Bayern München 39 10
Marko Arnautovic Stoke City 45 8
Julian Baumgartlinger Mainz 05 39 1
Martin Harnik VfB Stuttgart 53 13
Stefan Ilsanker RB Leipzig 10 0
Jakob Jantscher FC Luzern 18 1
Zlatko Junuzovic Werder Bremen 42 6
Marcel Sabitzer RB Leipzig 13 2
Stefan Schwab Rapid Wien 0 0
ANGRIFF: Marc Janko FC Basel 48 22
Lukas Hinterseer 1. FC Ingolstadt 6 0
Rubin Okotie 1860 München 11 2
AUF ABRUF: Andreas Lukse SCR Altach 0
Christopher Dibon SK Rapid 1 1
Stefan Stangl SK Rapid 0 0
Stefan Lainer RB Salzburg 0 0
Florian Kainz SK Rapid 0 0
Michael Gregoritsch HSV 0 0
Robert Gucher Frosinone 0 0
Andreas Ivanschitz Seattle 69 12
Karim Onisiwo Mattersburg 0 0
Philipp Schobesberger SK Rapid 0 0
Christopher Trimmel Union Berlin 3 0
Guido Burgstaller 1. FC Nürnberg 7 0
Louis Schaub SK Rapid 0 0
Andreas Ulmer RB Salzburg 3 0
Andreas Weimann Derby County 14 0
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