Koller: "Ich habe keine Bauchschmerzen"

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Nein, eine Jetzt-erst-recht-Situation sei der Ausfall von David Alaba nicht.

ÖFB-Teamchef Marcel Koller blickt auch ohne den am Knie verletzten Bayern-Star zuversichtlich auf das EM-Qualifikations-Spiel gegen Russland am Samstag, wohlwissend dass das Fehlen des 22-Jährigen der Öffentlichkeit Sorgen bereitet.

Die Abwesenheit Alabas sei schade, aber: „Wir haben einen guten Kader und Spieler, die den Ausfall natürlich auffangen können. Wenn ein Spieler auf einem Top-Level fehlt, kann das wehtun, aber das Entscheidende ist das Team, nie der einzelne Spieler.“

Koller betont, dass sich auch der Mittelfeld-Stratege stets innerhalb des Kollektivs bewegt habe: „David hat sich nie in den Vordergrund gestellt und behauptet, dass er der einzige ist, der Fußball spielen kann. Das ist in diesem Sinne auch nicht möglich. Das letzte Spiel gegen Montenegro war eine hervorragende Leistung des gesamten Teams, David war ein Teil davon.“

„Ich habe keine Bauchschmerzen“

Laut Meinung des Schweizers müsse man im Sport mit Verletzungen umgehen und diese auch kompensieren können: „Das kann immer wieder einmal passieren, dann brauchst du andere Lösungen. Wenn David ein Einzelsportler wäre, wäre das ein anderes Problem, aber wir sind im Mannschaftssport, dementsprechend kommt der nächste Spieler rein. Jeder von den 23 will am Samstag und am Dienstag am Platz stehen und zeigen, dass er dazu gehört.“

Koller bleibt ohnehin nichts anderes übrig, als jenen Kräften, die am Montag in das Vorbereitungs-Camp eingerückt sind, das Vertrauen auszusprechen. Man darf gespannt sein, wen er gegen die Russen mit der Rolle des Alaba-Ersatzmanns betraut. In Frage kommen die beiden Salzburg-Spieler Christoph Leitgeb und Stefan Ilsanker sowie Besiktas-Legionär Veli Kavlak (Tippe die Startelf im LAOLA1-Teamchef).

„Ich habe keine Bauchschmerzen, weil ich die Spieler und das Teamgefüge schon länger kenne. Daher bin ich überzeugt, dass wir eine gute Leistung bringen können“, stellt der Teamchef einen Tag vor seinem 54. Geburtstag klar.

„Dann heißt es natürlich, David hat gefehlt“

Mit dem umgekehrten Effekt, dass seine Elf für Russlands Teamchef Fabio Capello ohne Alaba schwieriger auszurechnen sei, spekuliert der Eidgenosse indes nicht: „Capello wird uns studiert haben, er ist ein alter Fuchs. Er weiß, dass bei uns nicht alles Alaba ist und wir auch andere Spieler haben, die sehr präsent sind und für gute Momente sorgen können.“

Kollers Schützlinge sind jedenfalls motiviert, auch ohne ihren Superstar ein gutes Ergebnis einzufahren. „Sollten wir kein gutes Spiel abliefern, heißt es natürlich, David hat gefehlt. Aber es gehört mehr dazu als ein Spieler, und das werden wir auch beweisen“, verspricht etwa Florian Klein.

Laut Meinung des Stuttgart-Legionärs habe gegen Montenegro die ganze Mannschaft ihre Qualität unter Beweis gestellt: „Da haben wir gezeigt, welch gute Mannschaft wir sind. Die Aufgaben innerhalb des Teams sind verteilt, jeder übernimmt Verantwortung.“

Hoffen auf Arnautovic und Hinteregger

Bekanntlich ist Alaba nicht das einzige Sorgenkind im ÖFB-Lager. Bezüglich Marko Arnautovic und Martin Hinteregger zeigt sich Koller jedoch zuversichtlich, dass es mit einem Einsatz klappen könnte:

„Ich habe mit Marko letzte Woche telefoniert. Er hat gemeint, dass er trotz Handgelenkbruchs dabei sein will. Er hat auch bei Stoke mittrainiert. Für uns ist wichtig, wie er sich am Trainingplatz bewegt, dann können wir entscheiden, ob es reicht. Hinteregger war schon vor den letzten beiden Spielen angeschlagen. Ich habe mit Trainer Adi Hütter telefoniert und gehe davon aus, dass es gehen wird.“

Grundsätzlich habe man jetzt zwei Tage Zeit, um diverse Wehwechen zu pflegen. Wichtig sei, dass ab Mittwoch alle Kadermitglieder voll trainieren können.

„Ein gutes Team, das schwierig zu bespielen ist“

Russland sei ein Gegner, der vielleicht nicht über die herausragenden Stars verfüge, in der Weltrangliste jedoch meist im vorderen Bereich zu finden sei: „Sie haben ein gutes Team, das schwierig zu bespielen ist, weil sie individuelle Qualität und eine gute Technik haben. Vielleicht haben sie nicht die Top-Namen, weil sie in ihrer eigenen Liga spielen.“

Vor allem auf die Offensivkräfte müsse man ein Auge werfen. Mit Artem Dzyuba sei ein Stürmer nachgerückt, der bei der WM noch nicht mit dabei war. Zudem nannte Koller Aleksandr Kokorin, Aleksandr Kerzhakov, Aleksandr Samedov und Alan Dzagoev als potenzielle Unruheherde:

„Das sind alles Spieler, die sehr schnell sind, hervorragend Fußball spielen können und Ruhe am Ball haben. Da müssen wir aufmerksam dagegen halten.“

Eine Einschätzung, warum sich die russischen Teamspieler kaum über die eigenen Landesgrenzen hinauswagen und durchwegs in ihrer Heimat beschäftigt sind, will sich Koller indessen nicht anmaßen: „Da kenne ich ihre Mentalität zu wenig, warum es nicht reicht, sich in den Top-Ligen durchzusetzen oder sie wieder nach Russland zurückgehen.“

Peter Altmann

Datum

Gegner

Ergebnis

3.6.2014

Tschechien (a)

<span style=\'color: #0000ff;\'>2:1

30.5.2014

Island (h)

1:1

12.10.2012

Kasachstan (a)

0:0

11.9.2012

Deutschland (h)

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15.8.2012

Türkei (h)

<span style=\'color: #0000ff;\'>2:0

12.10.2010

Belgien (a)

4:4

8.10.2010

Aserbaidschan (h)

<span style=\'color: #0000ff;\'>3:0

11.8.2010

Schweiz (h)

<span style=\'color: #ff0000;\'>0:1

19.5.2010

Kroatien (h)

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