Liechtensteins Jahrhundertspiel

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"Wir haben nichts zu verlieren“

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Nach dem Highlight folgt das Highlight.

Zwölf Liga-Spiele wartete die SV Ried auf einen Sieg gegen die Wiener Austria. Am Samstag konnte die Negativserie mit einem 1:0-Erfolg in Favoriten beendet werden.

Der erste Dreier seit dem 15. Oktober 2011 (2:1 in Ried) war gegen indisponierte Veilchen hochverdient.

„Wir hatten schon in der ersten Hälfte gute Chancen. Deswegen geht der Sieg über die komplette Spielzeit auch in Ordnung“, erklärt Michele Polverino.

Der Matchplan sei voll aufgegangen. „Wir haben uns vorgenommen, zuerst die Null zu halten, da uns das schon lange nicht mehr gelungen ist. Deswegen haben wir zunächst hinten dicht gemacht und abgewartet, um in Folge Nadelstiche nach vorne zu setzen. Wir haben ja schnelle Spieler dafür. Das haben wir sehr gut ausgenützt und verdient gewonnen.“

Einer dieser – vor allem in Hälfte zwei häufigen - Nadelstiche nützte Denis Thomalla in der 80. Minute zum entscheidenden 1:0.

Dank des Sieges überholen die Oberösterreicher die Wiener und klettern auf Platz sechs. Laut des 30-Jährigen greift schön langsam die Philosophie von Trainer Oliver Glasner.

„Freue mich auf das Duell“

„Im Sommer war das noch nicht so der Fall. Das taktische Konzept des Trainers braucht eben Zeit. Viele Topvereine in Europa spielen ähnlich. Wir müssen das nur versuchen umzusetzen. Wir sind auf einem guten Weg. Wenn es so weitergeht, können wir auch noch ein bisschen mit einem Europa-League-Startplatz liebäugeln.“

Doch bevor es in der Bundesliga für Polverino mit Ried mit dem Heimspiel gegen Sturm Graz in zwei Wochen weitergeht, steht für den Liechtensteiner das EM-Qualifikations-Match gegen Österreich (Fr., 20:45 Uhr) auf dem Programm.

„Ich freue ich mich jetzt noch mehr auf das Duell. Mit einem Sieg bei der Austria fährt man sehr gerne in die Heimat. Für Liechtenstein ist das Spiel gegen Österreich ein absolutes Highlight.“

Rheinpark-Stadion platzt aus allen Nähten

Das Aufeinandertreffen mit Alaba und Co. möchte sich niemand entgehen lassen. Das Rheinpark-Stadion in Vaduz wird aus allen Nähten platzen.

„In das Stadion passen 6.700 Menschen – und es ist komplett ausverkauft. Ich habe sehr viele Anfragen wegen Karten bekommen, musste aber leider einigen Leuten absagen, weil ich einfach kein Ticket mehr zur Verfügung habe. Es ist unglaublich, wieviele Leute das Spiel anschauen wollen. Vielleicht wird der eine oder andere am Dach zu finden sein, ich weiß es nicht. Es wird für uns ein Jahrhundert-Spiel“, gesteht der 44-fache Teamspieler seines Landes, der in allen vier bisherigen EM-Quali-Gruppenspielen in der Startelf stand.

Die Mannschaft des österreichischen Teamchefs Rene Pauritsch liegt mit vier Punkten am fünften Tabellenplatz. Am letzten Spieltag sorgte man mit einem 1:0-Auswärtssieg gegen Moldawien für Aufsehen.

Und das 0:0 daheim gegen Montenegro sollte für das ÖFB-Team ebenfalls Warnung genug sein, die Liechtensteiner nicht zu unterschätzen.

Selbstvertrauen vorhanden

An Selbstvertrauen mangelt es im Fürstentum nicht. Polverino hofft trotz der klaren Rollenverteilung auf das nächste Ausrufzeichen.

„Wir wollen einen Punkt (lacht). Es wird natürlich sehr schwierig. Wir gehen aber mit dem Ziel in die Partie, zu punkten. Wir haben bisher vier Punkte geholt. Damit stehen wir nicht so schlecht da, wie uns manche Leute eingeschätzt haben. Wir können gegen Österreich befreit aufspielen.  Wir wissen, dass Österreich alles unternehmen wird, um drei Punkte zu holen. Wir haben nichts zu verlieren.“

Über die rot-weiß-rote Auswahl weiß man bestens Bescheid. „Wir haben genug Informationen, kennen von jedem einzelnen Österreicher seine Stärken und Schwächen. Es gilt, sie nicht ins Spiel kommen zu lassen. Wir werden uns jedenfalls taktisch einen guten Plan überlegen“, so Polverino, der dem ÖFB-Team abschließend ein sehr gutes Zeugnis ausstellt:

„Österreich hat eine bärenstarke Mannschaft mit individueller Klasse. Es spielen alle bei Topvereinen. Was in der Vergangenheit gefehlt hat, war die Mannschafts-Leistung, der Teamspirit. Doch Marcel Koller hat es geschafft, diesen Teamspirit der Mannschaft einzuimpfen. Die Truppe funktioniert miteinander, nicht durch Einzelleistungen. Deswegen ist Österreich so stark geworden.“

 

Martin Wechtl/Harald Prantl

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