"Mörderisches Verdienst Kollers"

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Rekord-Hoch für ÖFB-Team in der FIFA-Weltrangliste

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Österreichs Nationalteam hat am Donnerstag mit Rang 15 in der Weltrangliste des Weltverbandes FIFA ein neues Allzeit-Hoch erreicht.

Beim ÖFB nahm man dies mit großer Freude zur Kenntnis, blickte aber auch schon in die Zukunft im September, in der mit der vorzeitigen EM-Qualifikation die nächsten positiven Schlagzeilen geschrieben werden sollen.

"Natürlich ist das sehr erfreulich und die Folge der geleisteten Arbeit. Dieser 15. Platz ist wirklich eine Auszeichnung für den Trainer und die Mannschaft mit den fantastischen Spieler, die das ermöglicht haben. Doch an oberster Stelle ist es das Verdienst des Teamchefs, der uns dort hingeführt hat", betonte ÖFB-Sportdirektor Willi Ruttensteiner am Donnerstag im Gespräch mit der APA.

"Ein mörderisches Verdienst des Trainers"

Der 52-jährige Oberösterreicher traut der Mannschaft von Teamchef Marcel Koller aber noch mehr zu.

"Vielleicht gelingt es uns erstmals, eine Qualifikation ohne Niederlage zu spielen", sagte Ruttensteiner, der am Donnerstagabend das U19-EM-Match von Österreich gegen Gastgeber Griechenland im Stadion in Larissa verfolgte.

Auch ÖFB-Generalsekretär Alfred Ludwig lobte die Leistung des Nationalteams in höchsten Tönen: "Das ist ein mörderisches Verdienst des Trainers, aller Betreuer und der gesamten Mannschaft, die uns irrsinnig viel Freude macht. Mannschaft und Trainer passen super zusammen. Jetzt hoffen wir, dass alles so weitergeht, wie es begonnen hat in der Qualifikation."

Schlüssel-Match auf den Färöer

Damit blickte der 64-jährige Wiener bereits auf das Heimspiel am 5. September in Wien gegen die Republik Moldau, in dem das ÖFB-Team als Tabellenführer der Gruppe G mit einem Sieg bereits das EM-Ticket für die Endrunde in Frankreich lösen könnte, sofern am selben Tag Russland im Heimspiel gegen Schweden Punkte liegen lassen sollte.

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Posted by Das Nationalteam on Donnerstag, 9. Juli 2015

"Das war der große Traum, dass wir bei dieser EM dabei sind. Ich hoffe, dass wir uns das nicht mehr nehmen lassen. Man darf niemanden unterschätzen, denn die Mannschaft von Montenegro hätte auch nicht gedacht, dass sie in Liechtenstein nur 0:0 spielt", warnte Ludwig davor, die endgültige Qualifikation nur noch als Formsache zu betrachten.

Gleichzeitig erinnerte er an einen Schlüsselmoment der ÖFB-Auswahl, nämlich den 3:0-Auswärtssieg gegen die Färöer Mitte Oktober 2013 zum Abschluss der WM-Qualifikation, die vier Tage zuvor mit einer 1:2-Niederlage in Schweden verpasst worden war.

"Bei diesem Match gegen die Färöer hat sich abgezeichnet, dass diese Mannschaft einen besonderen Geist hat", betonte Ludwig.

"Man schaut immer, was man noch optimieren kann"

Auch Ruttensteiner stieg bei aller Begeisterung um die aktuellen Erfolge des österreichischen Fußballs ein wenig auf die Euphoriebremse.

"Man muss sehr respektvoll damit umgehen und darf die Realität nicht aus den Augen verlieren. Man darf nie aufhören zu arbeiten, muss immer dranbleiben und sich von Spiel zu Spiel weiterentwickeln. Es gibt Länder wie Belgien und Kroatien, die mit uns vergleichbar sind und vor uns liegen. Da muss man sich anschauen, was die besser machen als wir. Man schaut immer, was man noch optimieren kann, damit es noch besser geht", erklärte Ruttensteiner.

"Die Endrunden-Teilnahmen an der U20-WM, der U17-EM und nun bei der U19-EM zeigen, dass in der Talentförderung gut gearbeitet wird. Deshalb muss man sich bei den Leuten bedanken, die da seit Jahren arbeiten und mithelfen", würdige Ruttensteiner, der seit 2006 als ÖFB-Sportdirektor fungiert, ebenso die Verdienste der Betreuer im Nachwuchs-Bereich, die wichtige Vorarbeit für künftige Nationalteam-Erfolge leisten.

Haarscharf an Topf 1 vorbei

Die bisher beste Platzierung des ÖFB-Teams im 1993 eingeführten FIFA-Ranking datierte vom Mai 1999. Damals befand sich Österreich auf Rang 17.

Ex aeqo mit der Slowakei, dem Führenden der EM-Quali-Gruppe C, liegt die rot-weiß-rote Auswahl mit 1.016 Punkten auf dem geteilten 15. Rang und damit etwa vor den ehemaligen Weltmeister-Nationen Italien (17.) und Frankreich (22.) sowie der Schweiz (18.).

Das aktuelle FIFA-Ranking wird von der Europäischen Fußball-Union (UEFA) auch für die Setzung bei der Auslosung der Qualifikationsgruppen für die WM 2018 in Russland am 25. Juli in St. Petersburg herangezogen.

Österreich, das als Spitzenreiter der Gruppe G vor der erfolgreichen Qualifikation für die EM-Endrunde in Frankreich steht, schrammte dabei nur knapp an Topf eins vorbei, der sich aus den neun besten europäischen Teams zusammensetzt. Auf den Neunten Kroatien (1.023) fehlen der ÖFB-Equipe lediglich sieben Punkte.

Argentinien die neue Nummer eins

In den Top Ten gab es gegenüber der vergangenen Wertung vom 4. Juni einige Veränderungen: Argentinien ist nach dem bei der südamerikanischen Kontinental-Meisterschaft erreichten Finale neuer Spitzenreiter und verdrängte Weltmeister Deutschland auf den zweiten Platz. Belgien ist Dritter. Neu in den Top Ten sind Rumänien (8.), England (9.) und Wales (10.).

Aus europäischer Sicht machten die Färöer den größten Sprung nach vorne. Die Nordländer verbeserten sich nach ihrem 2:1-Sieg über den ehemaligen Europameister Griechenland um 28 Plätze und liegen nunmehr auf Rang 74.

Von Österreichs EM-Qualifikationsgegnern verlor Russland nach der jüngsten 0:1-Niederlage gegen die rot-weiß-rote Auswahl zwei Plätze und liegt an der 28. Stelle. Schweden schob sich auf Rang 33 vor, Montenegro ist nur mehr 81. Moldau - am 5. September in Wien nächster ÖFB-Widersacher - ist weiterhin 124. Liechtenstein fiel um 18 Ränge auf die 147. Stelle zurück.

Platz Team Punkte
1 Argentinien 1473
2 Deutschland 1411
3 Belgien 1244
4 Kolumbien 1217
5 Niederlande 1204
6 Brasilien 1186
7 Portugal 1177
8 Rumänien 1166
9 England 1157
10 Wales 1155
11 Chile 1129
12 Spanien 1110
13 Uruguay 1036
14 Kroatien 1023
15 Slowakei 1016
. Österreich 1016
17 Italien 1001
18 Schweiz 997
19 Algerien 941
20 Tschechien 933
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