"Dürfen nicht glauben, dass wir Russland wegputzen"

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Nicht neue, sondern alte Besen kehren am besten.

ÖFB-Teamchef Marcel Koller bleibt seiner Linie treu und setzt wie schon beim Doppel gegen Moldawien und Montenegro im Oktober auch diesmal auf altbekannte Kräfte.

Die zwei einzigen Änderungen im 23-Mann-Kader für das EM-Quali-Match gegen Russland (15.11.) und den Testspielkracher gegen Rekordweltmeister Brasilien (18.11.) beruhen auf Verletzungen.

„Markus Suttner und Valentino Lazaro haben beide Muskel-Blessuren, für sie kehren Andreas Ulmer und Andreas Weimann zurück“, so der Schweizer.

Während Weimann zuletzt gegen Montenegro nachnominiert wurde, ist Ulmer erstmals seit dem Teamcamp in Seefeld Ende Mai mit von der Partie. Damals musste der Salzburg-Verteidiger jedoch vorzeitig verletzungsbedingt abreisen. Letztmals im Einsatz für den ÖFB war der 29-jährige Linksverteidiger 2009 gegen Schweden (0:2, Graz) und Litauen (2:1, Innsbruck).

Koller froh über Janko-Spielberechtigung

Nachdem Marc Janko nach seiner Roten Karte gegen Moldawien nur für ein Spiel gesperrt wurde und diese Strafe bereits gegen Montenegro abgesessen hat, ist auch der Australien-Legionär dabei, zur Freude des 53-Jährigen:

„Wir haben gehofft, dass Marc keine lange Sperre erhält. Das hat sich dann bestätigt, weil er ja provoziert worden ist. Das zeigt das Video ganz deutlich. Er hat nichts gemacht, sondern es war eine Reaktion auf die Provokation.“


Der komplette Kader:

Mit dem auf der Abrufliste stehenden Philipp Hosiner, dem für Stade Rennes im Liga-Cup gegen Marseille sein erstes Tor für seinen neuen Arbeitgeber gelang, hat Koller in der vergangenen Woche telefoniert.

„Ich habe mich erkundigt, wie es ihm geht. Wir schauen immer, wie sich die Spieler entwickeln und in welche Richtung sie sich bewegen. Ob sie spielen, wie sie spielen. Dementsprechend freuen wir uns, wenn sie sich speziell im Ausland durchsetzen und gute Leistungen bringen. Wir müssen uns dann entscheiden, ob es für die ersten 23-Mann reicht oder die Abrufliste bzw.  ob man noch warten muss. Bei Hosiner ist es ja so, dass er nicht regelmäßig spielt.“

„Russland hat mich beeindruckt“

Grundsätzlich bereiten dem Teamchef die aktuellen Leistungen der Legionäre bei ihren Klubs Freude. „Es ist schön, wenn viele Spieler im Rhythmus sind und wir aus dem Vollen schöpfen können. Ich bin mir aber bewusst, dass es auch anders sein kann, das Phasen kommen, wo nicht so viele zum Einsatz kommen.“

Bewusst ist sich der Trainerfuchs, dass mit Russland ein richtig starker Gegner im ausverkauften Happel-Stadion warten wird.

„Sie haben mich jedenfalls beeindruckt. Ich habe jetzt viele Spiele der Russen gesehen und muss sagen, dass es eine ganz starke Mannschaft ist. Sie haben vielleicht nicht die ganz großen Namen, weil die meisten Teamspieler im eigenen Land spielen und die russische Liga eben bei uns nicht zu sehen ist.

Falsche Erwartungen

Und der Schweizer warnt vor einer zu großen Erwartungshaltung, nur weil die "Sbornaja" als Weltranglisten-30. einen Platz hinter Österreich liegt und bei der WM-Endrunde in Brasilien enttäuscht hat.

„Nur weil sie bei der WM nicht erfolgreich waren, dürfen wir nicht glauben, dass wir sie wegputzen. Aber es ist natürlich unser Ziel, zu gewinnen. Wir wollen Russland unsere Philosophie aufdrängen.“

Laut Koller verfügt der Gegner über „schnelle, technisch starke Spieler. Das Team ist fußballerisch sehr stark, lebt von der Schnelligkeit in der Offensive, hat in der Verteidigung viel Erfahrung und ist gut organisiert.“

Namen

Verein

Länderspiele

Tore

TOR:

Robert Almer

Hannover 96

18

Heinz Lindner

Austria Wien

7

Ramazan Özcan

FC Ingolstadt

2

ABWEHR:

Aleksandar Dragovic

Dynamo Kiew

33

0

Christian Fuchs

Schalke 04

63

1

György Garics

FC Bologna

40

2

Martin Hinteregger

RB Salzburg

5

0

Florian Klein

VfB Stuttgart

23

0

Kevin Wimmer

  1. FC Köln

1

0

Sebastian Prödl

Werder Bremen

46

4

Andreas Ulmer

Red Bull Salzburg

2

0

MITTELFELD:

David Alaba

Bayern München

35

8

Marko Arnautovic

Stoke City

38

7

Julian Baumgartlinger

Mainz 05

34

1

Stefan Ilsanker

RB Salzburg

4

0

Martin Harnik

VfB Stuttgart

46

10

Zlatko Junuzovic

Werder Bremen

35

4

Christoph Leitgeb

RB Salzburg

40

0

Marcel Sabitzer

RB Salzburg

7

2

ANGRIFF:

Rubin Okotie

1860 München

7

1

Marc Janko

FC Sydney

42

18

Lukas Hinterseer

  1. FC Ingolstadt

4

0

Andreas Weimann

Aston Villa

12

0

AUF ABRUF:

Thomas Gebauer

SV Ried

0

Cican Stankovic

SV Grödig

0

Christopher Dibon

Rapid Wien

1

1

Christopher Trimmel

Union Berlin

3

0

Andreas Ivanschitz

UD Levante

69

12

Jakob Jantscher

FC Luzern

16

1

Veli Kavlak

Besiktas Istanbul

30

1

Michael Liendl

Fortuna Düsseldorf

1

0

Marco Djuricin

Sturm Graz

0

0

Philipp Hosiner

Stade Rennes

5

2

Lob für die Fans

Daher will er erst gar nicht davon reden, als Favorit in das Match zu gehen. Obwohl Österreich als einzige europäische Nationalmannschaft im Kalenderjahr 2014 noch ungeschlagen ist.

„Favorit?  Das ist doch ein Wortspiel. Russland hat eine starke Mannschaft, wir befinden uns auch auf einem guten Weg. Wir müssen alles abrufen, um zu bestehen.“

Dabei spielen auch die Fans eine wichtige Rolle. „Die Stimmung in Wien ist ein absoluter Topwert. Wie uns die Fans anfeuern, ist großartig. So eine Unterstützung hat nicht jedes Team. Wir haben einen echten 12. Mann. Das ist wichtig. Hoffentlich auch gegen Russland.“

Brasilien ein Zuckerl

Den abschließenden Test gegen Brasilien, drei Tage nach dem Duell gegen die Truppe von Star-Trainer Fabio Capello in der EM-Quali, sieht Koller als Zuckerl – für die Spieler und auch für sich selbst.

„Gegen Brasilien würde sogar ich gerne spielen, denn ich bin über die brasilianische Nationalmannschaft zum Fußball gekommen. Ich habe noch immer ein altes Foto von mir als Kind mit einem Brasilien-Leiberl bei mir daheim. Und mein erstes Länderspiel von Anfang an war 1983 auch gegen Brasilien (1:2, Anm. der Red.). Gegen so eine Mannschaft spielst du nicht jedes Jahr. Wenn du in deiner Karriere gegen Brasilien spielen kannst, ist das etwas ganz Besonderes. Unser Hauptfokus liegt aber selbstverständlich auf Russland“.

 

Martin Wechtl

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