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"Wir werden kein Spiel herschenken"

Nach dem 3:1-Auswärtserfolg in der Türkei ist Deutschlands Nationalteam weiter das Non-Plus-Ultra in Österreichs EM-Qualifikations-Gruppe A.

Nach neun Siegen in neun Spielen peilt die DFB-Elf auch im abschließenden Heimspiel gegen Belgien am Dienstag einen vollen Erfolg an.

"Wir sind im Wettbewerb, wir werden kein Spiel herschenken. Wir wollen auch das zehnte Spiel gewinnen", verkündete Deutschlands Teamchef Joachim Löw nach dem 50. Sieg im 72. Länderspiel unter seiner Regie.

"Nicht die gesamte Mannschaft austauschen"

Nur Spanien und die Niederlande halten in der EM-Qualifikation Schritt mit den deutschen Seriensiegern. Im Fernduell der Belgier (15 Punkte) mit den Türken (14) um den wichtigen zweiten Platz werde man als Gruppendominator auch am letzten Spieltag in Düsseldorf seinen Job "absolut seriös" erledigen, versicherte Löw.

Und das, egal mit welcher Formation: "Es kann sein, dass es den einen oder anderen Wechsel gibt, klar. Aber wir wollen nicht die gesamte Mannschaft austauschen."

Löws frische, harmonische und spielfreudige "Boy Group" hat acht Monate vor dem EM-Ernstfall ein Qualitätsniveau erreicht, dass die Titelhoffnungen schürt. "Die Mannschaft ist mittlerweile soweit, dass sie solche Spiele mit Souveränität absolviert", betonte Stürmer und Torschütze Mario Gomez.

"Positiver Konkurrenzkampf"

"Jugend forscht" ist zugleich Gütesiegel und Löws Erfolgskonzept: "Man hat mit jungen Spielern mehr Möglichkeiten. Dynamik, Technik und Qualität kommen für mich vor Routine oder Erfahrung, weil das Spiel schnell wird. Und schnell spielen wollen die Jungen gerne", sagte der ehemalige Austria-Wien- und Tirol-Coach.

Auch Lücken können inzwischen geschlossen werden: Mario Götze für Özil, Gomez für Klose - dazu wird Rückkehrer Sami Khedira von Toni Kroos bedrängt, ebenso Lukas Podolski von Andre Schürrle. Hinten muss sich selbst Abwehrchef Per Mertesacker neu beweisen.

"Wir müssen uns keine Sorgen machen, wenn einer mal ausfällt", stellte Müller fest. Der von Löw begrüßte "positive Konkurrenzkampf" treibt alle an, wie das Paradebeispiel Klose/Gomez zeigt. "Es ist doch schön, wenn wir zwei gute Stürmer haben", sagte Gomez. Er traf in der Qualifikation fünfmal, Klose neunmal.

Hiddink glaubt an die DFB-Elf

Auch gegen Belgien wird Klose (Knieprellung) wohl ausfallen. Bei Özil (Achillessehnenreizung) besteht dagegen Hoffnung, berichtete Löw. Den Verzicht auf den türkischstämmigen Real-Star Özil in Istanbul verteidigte der Bundestrainer vehement: "Auf Biegen und Brechen etwas zu riskieren, wäre absoluter Blödsinn gewesen."

Türken-Coach Guus Hiddink ist von der nötigen Schützenhilfe total überzeugt: "Ich kann mir nicht vorstellen, dass Deutschland Punkte abgibt. Wir müssen Aserbaidschan schlagen, dann sind wir Zweiter."

Die Niederlage wurde am Bosporus mit Fassung getragen. "Wenn man die Stärke der beiden Mannschaften sieht, muss man realistisch sein", kommentierte der Niederländer.

"Go home Hiddink!"

Nachdem tausende türkische Fans das Stadion bereits unmittelbar nach dem dritten deutschen Treffer (86.) fluchtartig verlassen hatten, titelte die Zeitung "Radikal" am Samstag mit Blick aufs siegreiche deutsche Team: "Auch ohne Özil die Glücklichen."

"Wir haben mit der Axt auf Stein geschlagen", meinte die Zeitung "Takvim" und forderte zugleich: "Go home Hiddink!" Hürriyet schrieb mit Blick auf das letzte Qualifikationsspiel der Türkei gegen Aserbaidschan: "Es gibt noch eine Chance."

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