"Ich bin richtig angepisst!"

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"Ich könnte echt kotzen! Ich bin richtig angepisst"

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Wie ein Matchwinner sah Marc Janko nicht aus, als er weit nach Mitternacht Ortszeit in die Mixed Zone des Zimbru-Stadions in Chisinau schlich.

Dort gab einiges zu besprechen. Elfmeter zum ersten ÖFB-Treffer herausgeholt, das siegbringende Tor zum 2:1 erzielt und in der Schlussphase nach einer Tätlichkeit mit Roter Karte vom Platz geflogen.

Kurzum: Der 31-Jährige hatte bei fast allen Aufregern dieser hitzigen EM-Qualifikations-Partie in Moldawien seine Beine, seinen Kopf oder seine Hände im Spiel.

„Ich könnte echt kotzen!“

Anstelle sich für sein 18. Tor im 42. Länderspiel feiern lassen zu können, regierte bei Janko naturgemäß der Frust über den ersten Ausschluss in seiner Karriere:

„Ich könnte echt kotzen! Ich bin richtig angepisst, weil ich den Jungs jetzt nicht gegen Montenegro helfen kann und vielleicht auch nicht gegen Russland. Von Brasilien möchte ich gar nicht sprechen, denn ich würde Brasilien gerne eintauschen, damit ich gegen Russland spielen dürfte. Sehr bitter für mich momentan.“

Der Ärger des Niederösterreichers ist verständlich, wenngleich er natürlich seinen Anteil am eigenen Unglück hatte, da er sich provozieren ließ und seine Contenance verlor. Ungewöhnlich für den meist sehr besonnenen Janko.

„Der Torhüter macht mehr daraus als ich“

Seiner Meinung nach wurde die Szene mit Moldawiens Keeper Ilie Cebanu vom Referee jedoch überbewertet: „Ich bin natürlich befangen, das muss man fairerweise sagen, aber ich habe es so wahrgenommen: Der Torhüter möchte rauslaufen, stößt mich dabei, ich stoße zurück, er macht ein bisschen mehr daraus als ich, lässt sich fallen und ich bekomme die Rote Karte.“

„Es war eine hitzige Partie, insofern hätte ich mir vom Schiedsrichter gewünscht, dass er ein bisschen mehr Fingerspitzengefühl beweist“, so Janko weiter.

Nichtsdestotrotz war es eine vertretbare Rote Karte, welche die Leistung des Stürmers natürlich trübte. Denn rein sportlich gesehen unterstrich der Angreifer, warum Teamchef Marcel Koller trotz des Wechsels nach Australien zum FC Sydney weiterhin auf ihn baut.

„Den Elfmeter muss man nicht geben“

In Minute 51 stellte er nämlich wieder einmal seinen Torriecher unter Beweis und köpfte nach einem Eckball von Christian Fuchs den 2:1-Siegtreffer, den er seiner Schwester Claudia zu ihrem Geburtstag widmete.

„Ich bin nach wie vor überzeugt von Marc“, betonte daher auch Koller nach dem Schlusspfiff, „heute ging es bei ihm besser als gegen Schweden, er hat den Trainingsrückstand aufgeholt. Schade, dass er Rot bekommen hat, er hat sich provozieren lassen.“

Es mit dem Treffer den Kritikern gezeigt zu haben, ist das eine, dieses Gefühl wirklich genießen zu können, das andere. Das klappte diesmal definitiv nicht: „Natürlich ist das Tor positiv und man kann dem Gutes abgewinnen, aber nach diesem Spiel ist es schwer, sich darüber zu freuen.“

Hoffen auf mildes Urteil

Neben der Frage, wer Janko gegen Montenegro ersetzen wird, wartet auch jene nach der Länge der Sperre auf ihre Beantwortung.

Janko selbst hofft auf ein mildes Urteil: „Ich habe noch nie eine Rote Karte bekommen. Vielleicht lassen das die Herren miteinfließen. Ich hoffe, dass es nur ein Spiel wird.“


Peter Altmann

„Gute Auferstehung, nachdem mich schon wieder viele Leute abgeschrieben haben, in einer wichtigen Auswärtspartie“, kommentierte Janko sein Tor und gestand gleichzeitig das Elfergeschenk für Österreich nach vermeintlichem Foul an seiner Person ein: „Den muss man nicht geben, aber auf der anderen Seite hat er es dann kompensiert.“

Die „Marc-Janko-Story“ zieht sich wie ein roter Faden durch die letzten Nationalteam-Monate. Entweder er trifft und Fußball-Österreich sieht, dass der 1,96-Meter-Riese einer der wenigen, wenn nicht der einzige, rot-weiß-roten Stürmer ist, die auf internationalem Niveau mithalten können.

„Vor dem Spiel war eine große Last auf meinen Schultern“

Oder er liefert eine schwächere Performance wie jene gegen Schweden ab und wird in Frage gestellt, möglicherweise schneller als andere Kadermitglieder.

„Es geht ja schnell in Österreich, das wissen wir alle schon“, meinte Janko, gab jedoch zu, dass vor dem Moldawien-Match eine gewisse Drucksituation für ihn herrschte:

„Natürlich war vor dem Spiel wieder eine große Last auf meinen Schultern. Ich wurde vielerorts schon wieder abgeschrieben, auch von einigen Experten. Das ist nichts Neues für mich.“

„Ich bin nach wie vor überzeugt von Marc“

Der große Unterschied zu Schweden war diesmal, dass Janko damals am Anfang der Vorbereitung mit Sydney stand, nun ist diese ob des am Wochenende anstehenden Saison-Starts abgeschlossen. Soll heißen, er ist in einem ungleich besseren Fitnesszustand als noch vor vier Wochen.

Moldawien Österreich
Ballbesitz 34,3% 65,7%
Zweikämpfe 38,4% 61,6%
Eckbälle 3 5
Torschüsse 11 13
Torschüsse außerhalb Strafraum 4 6
Torschüsse innerhalb Strafraum 7 7
Kopfballchancen 0 3
Abseits 1 3
Fouls 18 10
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