"Klar war Ivanschitz überrascht"

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"Okotie hat das Momentum auf seiner Seite"

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Im LAOLA1-Interview hat Marcel Koller vergangene Woche festgehalten, dass der Kreis an Kandidaten für das Nationalteam inzwischen so groß ist, um sein Personal spezifisch auf einen Gegner hin auswählen zu können.

Gesagt, getan. Für den Auftakt in die WM-Qualifikation am 8. September gegen Schweden hat es dabei auch prominente Namen erwischt.

So finden sich mit Andreas Ivanschitz und Andreas Weimann zwei über lange Zeit fixe Mitglieder des ÖFB-Kaders diesmal nur auf der Abrufliste wieder.

Okotie feiert ÖFB-Comeback

Kein Thema für das Kräftemessen mit den Skandinaviern ist mangels eines Arbeitgebers wie angekündigt Emanuel Pogatetz. Der Routinier wird in der Innenverteidigung von Köln-Legionär Kevin Wimmer ersetzt.

Etwas überraschend eine Chance erhält indes Rubin Okotie, der bei seinem neuen Verein 1860 München einen starken Saison-Start erwischt hat.

Zurückgekehrt sind zudem die bei den Testspielen gegen Island und Tschechien verletzten Stammkräfte David Alaba, Martin Harnik, Christian Fuchs und Veli Kavlak.

„Unser Ziel muss es sein, auch einmal auf den Gegner abgestimmt individuell auswählen zu können – sei es im taktischen Bereich, von der Schnelligkeit oder auch von der Körpergröße her“, verdeutlichte Koller im Rahmen seiner Kaderbekanntgabe.

Guter Eindruck in Dänemark

Neben seiner guten Form sprechen auch körperliche Vorzüge für Okotie, der sein fünftes und bislang letztes Länderspiel im Sommer 2012 unter Anleitung des Schweizers gegen die Türkei absolviert hat.

„Er hat eine gute Größe als Stürmer, ist sehr beweglich und hat das Momentum auf seiner Seite, dass er Tore schießt. Er hat es sich dementsprechend verdient, einmal dabei zu sein“, begründete der Teamchef.

Drei Treffer in den ersten drei Zweitliga-Spielen hat der 27-Jährige seit seinem Wechsel von SönderjyskE zu den „Löwen“ auf seinem Torkonto stehen, dazu einen Doppelpack im DFB-Pokal. Koller betont, dass er Okotie auch in den vergangenen zwei Jahren nie aus den Augen verloren habe:

„Ich habe ihn immer verfolgt. Bei der Austria hat er nicht viel gespielt. In Dänemark habe ich einige Spiele gesehen, die mir sehr gut gefallen haben. Der gute Eindruck, den ich vorher schon hatte, hat sich da weiter bestätigt. Jetzt hatte er bei 1860 einen guten Start.“

Für das Schweden-Spiel dient der Deutschland-Legionär als Alternative zu Marc Janko, der am Mittwoch sein erstes Testspiel für den FC Sydney absolvieren wird.

„Es war sicher eine Überraschung für Ivanschitz“

Liegt mit Okotie der Gewinner auf der Hand, gibt es mit Ivanschitz und Weimann zwei Verlierer. Gerade der Verzicht auf Ivanschitz sei eine „schwierige Entscheidung“ gewesen.

Koller hat dem Levante-Legionär telefonisch mitgeteilt, dass er diesmal auf ihn verzichten würde: „Es war für mich nicht leicht, einem Spieler, der zweieinhalb Jahre dabei war, sehr viel für Österreich gemacht und 69 Länderspiele absolviert hat, früher Kapitän war und im Spielerrat sitzt, mitzuteilen, dass er nicht mit dabei ist. Das sind keine leichten Entscheidungen. Wichtig ist, dass er im Verein weiter Gas gibt. Wir wissen, dass es sehr schnell gehen kann und man wieder mit dabei ist.“

Wie denn der 30-Jährige darauf reagiert hat? „Klar war er überrascht. Er ist auch keine 18 mehr, wo er vielleicht davon ausgehen muss, dass er nicht dabei ist. Bisher war er immer mit dabei. Es war sicher eine Überraschung für ihn.“

„Ich wollte jetzt einmal etwas anderes probieren“

Dies gilt wohl auch für Weimann. Der 23-Jährige erzielte beim Saison-Auftakt den Siegtreffer für Aston Villa gegen Stoke City. In seinen bislang zwölf Länderspielen gab der Premier-League-Legionär jedoch oftmals eine unglückliche Figur ab, läuft zudem seinem Debüt-Tor im ÖFB-Dress hinterher.

„Er hat bei uns längere Zeit gespielt. Ich wollte jetzt einmal etwas anderes probieren“, erklärte Koller, der anstelle von Weimann und Ivanschitz mit Marcel Sabitzer und Valentino Lazaro zwei Gewinner des letzten ÖFB-Camps im Aufgebot beließ:

„Sabitzer hat bei den Länderspielen und in Salzburg gut gespielt, einen richtigen Schub gemacht. Wie Lazaro ist er schon als 18-Jähriger dazu gekommen. Seine extreme Schnelligkeit bietet uns Möglichkeiten. Man muss auch überlegen, was das Beste ist, wenn vielleicht der eine spielt oder der andere reinkommen sollte.“

Als Ausbootung ist der Verzicht auf Weimann und Ivanschitz nicht zu verstehen, für beide steht die Tür zum Nationalteam weiter offen – wie wohl auch für Pogatetz, sollte er einen neuen Verein finden.

„Möchte keine Fehler suchen oder Schuldzuweisungen abgeben“

Generell würden die Entscheidungen für oder gegen einen Spieler immer enger werden: „Es hat nichts damit zu tun, ob einer vielleicht mal ein bisschen schlechter ist. Ich möchte auch keine Fehler suchen oder Schuldzuweisungen abgeben. Das habe ich den Jungs auch mitgeteilt. Da geht es um Nuancen. Das macht es natürlich auch schwieriger, eine logische Begründung abzugeben.“

Zu einer unerwarteten Problemzone könnte sich die Innenverteidigung entwickeln. Neben dem Fehlen von Pogatetz hatten mit Sebastian Prödl und Martin Hinteregger zuletzt zwei Mitglieder der Abwehrzentrale mit Verletzungen zu kämpfen.

Prödl steht laut Koller wieder voll im Training. Der Teamchef hofft, dass der Steirer am Wochenende sein Comeback bei Werder Bremen feiern kann. Bei Hinteregger seien regelmäßige Updates mit Salzburg-Coach Adi Hütter vereinbart.

Alternativen Schiemer und Dibon fraglich

„In der Innenverteidigung haben wir ein bisschen einen Engpass“, gestand Koller und bezog dies auch darauf, dass mit Franz Schiemer und Christopher Dibon zwei Alternativen auf der Abrufliste zuletzt ebenfalls pausieren mussten.

„Ich habe mit ihren Trainern gesprochen. Es besteht die Hoffnung, dass sie wieder einsatzfähig sind, bis wir zum Spielen kommen, und wir eventuell auf sie zurückgreifen können.“

Einen prominenten Abwesenden gibt es bei dieser Zusammenkunft auch im Betreuerstab. Dies hat einen traurigen Hintergrund: Roger Spry wird wegen eines Todesfalls in der Familie fehlen.


Peter Altmann


>>>LAOLA1.tv zeigt die Bruno-Gala am Sonntag, 31. August, ab 18:30 Uhr LIVE<<<

Namen Verein
TOR: Robert Almer Hannover 96
Heinz Lindner Austria Wien
Ramazan Özcan FC Ingolstadt
ABWEHR: Aleksandar Dragovic Dynamo Kiew
Christian Fuchs Schalke 04
György Garics FC Bologna
Martin Hinteregger RB Salzburg
Florian Klein VfB Stuttgart
Kevin Wimmer
  1. FC Köln
Sebastian Prödl Werder Bremen
Markus Suttner Austria Wien
MITTELFELD: David Alaba Bayern München
Marko Arnautovic Stoke City
Julian Baumgartlinger Mainz 05
Stefan Ilsanker RB Salzburg
Martin Harnik VfB Stuttgart
Zlatko Junuzovic Werder Bremen
Valentino Lazaro RB Salzburg
Christoph Leitgeb RB Salzburg
Veli Kavlak Besiktas Istanbul
ANGRIFF: Rubin Okotie 1860 München
Marc Janko FC Sydney
Marcel Sabitzer RB Salzburg
AUF ABRUF: Thomas Gebauer SV Ried
Cican Stankovic SV Grödig
Franz Schiemer RB Salzburg
Christopher Dibon Rapid
Christopher Trimmel Union Berlin
Manuel Ortlechner Austria Wien
Guido Burgstaller Cardiff City
Jakob Jantscher FC Luzern
Michael Liendl Fortuna Düsseldorf
Andreas Ivanschitz UD Levante
Philipp Hosiner Stade Rennes
Andreas Weimann Aston Villa
Lukas Hinterseer FC Ingolstadt
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