Der Traum vom Stammplatz und vom A-Team

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Am 10. März dieses Jahres erzielte Aston-Villa-Legionär Andreas Weimann sein erstes Premier-League-Tor, den 1:0-Siegtreffer gegen Fulham.

Das Trikot, in welchem ihm dieser persönliche Meilenstein gelang, hängt eingerahmt bei ihm zu Hause in Birmingham.

Keine Selbstverständlichkeit, da alle Spieler der „Villans“ an diesem Tag ihre Dressen aus diesem Match für eine Versteigerung zu Gunsten eines Kinderspitals abgeben mussten.

„Da es mein erstes Tor war, hat Aston Villa das Leibchen für mich ersteigert und mir geschenkt. Das hat mich natürlich sehr gefreut“, berichtet der 21-Jährige von der symbolischen Geste seines Arbeitgebers.

Ziel Stammspieler bei Aston Villa

Weimann hat sich bei Aston Villa inzwischen eine gewisse Wertschätzung erarbeitet. Insgesamt 19 Mal durfte er bereits in der Premier League auflaufen, dabei erzielte er zwei Tore.

Als unumstrittene Stammkraft kann er sich jedoch längst noch nicht bezeichnen, die vergangenen drei Liga-Spiele musste er von der Bank aus verfolgen.

Das nächste Karriere-Ziel liegt daher auf der Hand: „Ich würde mich bei Aston Villa gerne so etablieren, dass ich öfters in der Startelf stehe. Bislang habe ich erst sieben Mal von Anfang an gespielt.“

Ob der großen Konkurrenz keine einfache Angelegenheit. Neben Star-Angreifer Darren Bent buhlen mit Gabriel Agbonlahor und dem belgischen Teamstürmer Christian Benteke zwei weitere Kaliber um Einsatzzeiten.

„Dem Trainer ist egal, wie der Stürmer heißt“

„Natürlich würde ich gerne in jeder Partie spielen, aber es ist nicht leicht. Wir haben vier gute Stürmer. In den letzten Spielen hat sich der Trainer leider gegen mich entschieden. Hoffentlich spiele ich in den nächsten Matches wieder“, erklärt der Wiener.

Besagter Trainer ist Paul Lambert, als Aktiver einst Champions-League-Sieger mit Borussia Dortmund. Laut Meinung Weimanns zählt beim Schotten einzig und allein die Leistung: „Zuletzt war Bent auch nur auf der Bank. Daran sieht man, dass es dem Trainer egal ist, wie der Stürmer heißt. Solange man gut spielt, wird man auch spielen.“

Bent war es auch, der Weimann als „one hell of a finisher“ bezeichnete. Im ÖFB-Team war zuletzt viel über die mangelnde Effizienz vor dem gegnerischen Tor die Rede.

Spekuliert habe er mit seiner Einberufung nicht, erzählt der 19-fache U21-Teamspieler (10 Tore) im Rahmen des ÖFB-Camps in Bad Tatzmannsdorf, erhofft habe er sich eine Beförderung jedoch schon, nachdem er zuletzt bereits auf Abruf stand.

„Traum, beim A-Team zu sein“

„Es ist ein Traum, beim A-Team dabei zu sein. Als ich es im Internet gelesen habe, dass es wirklich soweit ist, habe ich mich sehr gefreut.“

Teamchef Marcel Koller bezeichnet seinen neuen Schützling als „ruhigen Typen. Ein junger Spieler, den man noch fördern kann, der aufnahmebereit ist. Er ist nicht vorne der Stoßstürmer, sondern kommt eher aus der Tiefe, lässt sich fallen und stößt mit dem Ball auf dem Fuß oder per Doppelpass in den Rücken der Verteidigung. Das ist, was mir aufgefallen ist. Ich hoffe, dass er das bei uns auch zeigt.“

Weimann will jedenfalls die Chance nutzen und beim Schweizer im Hinblick auf weitere Einberufungen Eindruck schinden: „Meine Stärke ist die Schnelligkeit. Wenn der Trainer das so will, werde ich das gerne umsetzen, tief gehen und meine Schnelligkeit ausnutzen.“

Neben dem Stammplatz bei Aston Villa seien weitere Einberufungen ins Nationalteam sein großes Ziel, und in weitere Folge die Teilnahme an der WM. Mit einem Platz in der Startelf gegen Kasachstan spekuliere er indes nicht.

Kein Zögern beim Aston-Villa-Angebot

Ebenfalls Spekulation sei die Frage, ob es der bekennende Rapid-Fan auch ins Nationalteam geschafft hätte, wenn er einst seinem Stammklub aus Hütteldorf treu geblieben und nicht 16-jährig zu Aston Villa gewechselt wäre.

Ein Schritt, den er logischerweise nicht bereut: „Als ich das Angebot aus England bekommen habe, wollte ich das sofort machen. Ich habe mir gedacht, dass so eine Chance vielleicht nie wieder kommt. Möglicherweise hätte es sich anders entwickelt, wenn ich in Österreich geblieben wäre, aber im Moment passt alles bei mir.“

Noch besser passen würde es, wenn er bald auch sein erstes Tor im A-Team erzielt. Dass das Trikot, in welchem ihm dieser Meilenstein gelingt, ebenfalls einen Ehrenplatz im Hause Weimann erhalten würde, liegt auf der Hand.

Peter Altmann

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