Verändert Koller die "Deutschland-Elf"?

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Die alte Weisheit „never change a winning team“ muss Teamchef Marcel Koller im Hinblick auf das Gastspiel in Kasachstan (Fr., ab 17:25 LIVE bei ATV) nicht beachten, schließlich hat Österreich gegen ja Deutschland verloren.

Leistungstechnisch kann man der ÖFB-Elf für das 1:2 beim Schlager zum Auftakt der WM-Qualifikation jedoch wenig Vorwürfe machen.

Zu kritisieren galt es hauptsächlich die mangelnde Kaltschnäuzigkeit vor dem gegnerischen Tor, entsprechend intensiv wurde vor dem Abflug nach Astana im Camp in Bad Tatzmannsdorf an der Chancenverwertung gefeilt.

Daraus, wer am Freitag gegen den Underdog aus Zentralasien die erhofften Tore schießen soll, macht Koller wie gewohnt ein Geheimnis.

„Deutschland-Elf“ ändern oder nicht?

„Wir überlegen allgemein, wie wir das angehen können und wer bezogen auf Kasachstan die beste Variante wäre. Wir haben gegen Deutschland zwar verloren, aber vieles gut gemacht. Wir könnten also sagen, wir lassen das so bei“, erklärt der Schweizer.

Variante Nummer eins wäre also eine unveränderte Startelf. Variante Nummer zwei, möglicherweise die wahrscheinlichere, ist jedoch die eine oder andere Adaption.

Denn für diesen Fall baut der 51-Jährige sicherheitshalber schon einmal vor: „Wenn ein Spieler, der gegen Deutschland gespielt hat, jetzt nicht dabei ist, hat das nichts damit zu tun, dass ich nicht zufrieden war. Das wäre einfach eine taktische Überlegung, um zu versuchen, die Punkte aus Kasachstan mitzunehmen.“

Mögliche Aufstellungen:

Janko logische Option

Der Schlüssel zu Veränderungen könnte bei Marc Janko liegen. Der Goalgetter wäre mit seiner Präsenz im Strafraum gegen einen tief stehenden Gegner eine logische Option. Gegen die DFB-Elf rückte noch Martin Harnik ins Angriffszentrum, um mit seiner Schnelligkeit die Räume hinter der deutschen Viererkette zu attackieren.

Die Frage dürfte sein, ob Koller seinen Vize-Kapitän nach problematischer Vorbereitung und trotz wenig Einsatzzeit bei Trabzonspor für einen Einsatz von Anfang an bereithält.

Das komplette Mittwochsvormittags-Training über kickte der 29-Jährige in der „Einser-Garnitur“, wie übrigens auch Jakob Jantscher und Florian Klein. Personalien, die Sinn ergeben würden, denn steht Janko am Feld, sollte er von außen mit Flanken gefüttert werden.

Weichen mussten im Vergleich zum Deutschland-Spiel György Garics, Harnik und auch Marko Arnautovic. Was jedoch nicht automatisch heißt, dass dieses Trio schlechtere Karten besitzt, denn am Mittwochnachmittag mischte Koller wieder munter durch, begann das Trainings-Spiel aber mit der „Deutschland-Elf“.

Die Nachmittags-Einheit war für Koller scheinbar aufschlussreich. "Ich habe meine Aufstellung bereits im Kopf", erklärte der Schweizer anschließend.

Keine „Werder-Rolle“ für Junuzovic

Gesetzt sein sollten die beiden Innenverteidiger Sebastian Prödl und Emanuel Pogatetz sowie Linksverteidiger Christian Fuchs. Im zentralen Mittelfeld spricht weiterhin alles für Julian Baumgartlinger und Veli Kavlak. Auch der in guter Form befindliche Andreas Ivanschitz und Zlatko Junuzovic werden wohl in der Startformation bleiben.

Dass Letzterer wie bei seinem Arbeitgeber Werder Bremen ins defensive Mittelfeld zurückgezogen wird, schließt Koller indes aus: „Er hat bei Bremen gezeigt, dass er auf dieser Position mit seiner Spielintelligenz und Aktivität etwas bewegen kann. Ich sehe ihn aber bei uns schon eher im vorderen Bereich, schätze seine Qualitäten dort.“

Lediglich wenn „Not am Mann“ sei, wolle er Junuzovic eine Etappe nach hinten beordern. Die besteht aktuell jedoch nicht und ist angesichts der bevorstehenden Rückkehr von David Alaba auch nicht in Sicht.

Vertrauen in Almer

Kein Geheimnis ist, dass Robert Almer weiterhin das Tor hüten wird, auch wenn der Teamchef befürchtet, dass sich dessen Reservistenrolle bei Fortuna Düsseldorf ob der starken Konkurrenz durch Fabian Giefer „noch ein bisschen hinziehen“ werde.

Der Steirer würde beim Nationalteam jedoch das notwendige Vertrauen spüren und könne seine Leistungen dementsprechend abrufen.

„Grundsätzlich ist es natürlich der Optimalfall, dass du Spielpraxis hast. Wir sind in Österreich jedoch noch nicht in der Lage, dass wir sagen können, jeder ist überall absoluter Stammspieler“, betont Koller.

Die Frage nach der Besetzung im Tor bereitet dem Eidgenossen wohl weniger Kopfzerbrechen als andere Aufstellungsvarianten…

Peter Altmann

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