LAOLA1-Einzelkritik zu Irland-Österreich

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Österreichs Nationalmannschaft hielt mit einem 2:2-Unentschieden in Irland die WM-Chancen intakt.

Dank eines Last-Minute-Treffers von David Alaba durfte die ÖFB-Auswahl schlussendlich doch noch über einen Punkt in Gruppe C der WM-Qualifikation jubeln.

Mit acht Punkten überholte das Team von Marcel Koller die spielfreien Schweden und übernahm in der Tabelle Rang zwei.

In Dublin wäre aber mehr drin gewesen. Unsicherheiten in der Defensive, eine nicht zur Entfaltung kommende Offensive und das aggressive Auftreten der Hausherren ließen nicht mehr zu.

LAOLA1 nimmt die Spieler in der Einzelkritik unter die Lupe:

  HEINZ LINDNER (4 Spiele/0 Tore)

Zeigte anfangs die eine oder andere Unsicherheit bei Flanken, machte seine Sache aber im Großen und Ganzen gut. Konnte weder beim Elfmeter noch beim Kopfballtreffer von Walters kurz vor der Pause etwas dafür. Beim Stangen-Fersler von Long im Glück. In Halbzeit zwei mit einer Heldentat beim Kopfball von McClean.

 

GYÖRGY GARICS (32/2)

In Halbzeit eins im Vergleich mit Fuchs der defensivere der beiden Außenverteidiger. Dies machte im ÖFB-Konzept diesmal auch Sinn, da Harnik viele Freiheiten nach vorne genoss und der Bologna-Legionär meist allein gegen McClean stand, der viel Raum hatte, aber nur bedingt etwas daraus machte – auch weil Garics diese Aufgabe gut löste. Nach der Pause, als die ÖFB-Elf dem Rückstand hinterherlief, deutlich offensiver, an einigen gefährlichen Szenen beteiligt.

 

ALEKSANDAR DRAGOVIC (20/0)

Schnörkellose Vorstellung des Basel-Legionärs, der sich wenig zu Schulden kommen ließ, bisweilen in höchster Not rettete. Das eine oder andere Mal verlor die Innenverteidigung jedoch Long aus dem Auge. Im Aufbauspiel nach vorne sehr verhalten, das hat man von ihm schon besser gesehen.

 

EMANUEL POGATETZ (55/2)

Ein derartig unnötiger Elfmeter darf einem Routinier wie dem West-Ham-Legionär nicht passieren, hätte den Ball in dieser Szene vermutlich auch schon früher klären können. In der 61. Minute wurde ihm ein Elfmeter verwehrt, nachdem er von Clark in Ringer-Manier zu Boden befördert wurde. In vielen Situationen mit Unsicherheiten, von denen er sich nur langsam erholte. Festigte sich aber, war dann nur mehr selten überwindbar und vor allem in Kopfballduellen eine Macht.



CHRISTIAN FUCHS (53/1)

Bitter, dass der Kapitän beim vorentscheidenden 2:1 das Kopfball-Duell gegen Walters verloren hat. Dies passte zu einer eher verhaltenen Vorstellung, leistete sich immer wieder kleinere Unsicherheiten. Fehlpässe, riskante Aktionen und Stellungsfehler, die mit seiner Erfahrung nicht passieren dürften, prägten seinen Auftritt. Im Spiel nach vorne agierte der Außenverteidiger zudem glücklos.

 

VELI KAVLAK (25/1)

In der Anfangsphase sehr aktiv, erkämpfte viele Bälle, verteilte sie gut. Nach der Junuzovic-Verletzung übernahm er die offensive Rolle im zentralen Mittelfeld und fiel deutlich zurück. Hinten ging er als Aufbauspieler ab, vorne bewegte er sich nicht so geschickt wie Junuzovic. Sah zudem Gelb und ist gegen Schweden gesperrt. In Minute 69 durch Weimann ersetzt.

 

DAVID ALABA (24/3)

Eröffnete das Spiel in Minute zwei mit seinem Freistoß knapp neben das Tor. Agierte als Achter, der etwas offensivere bei beiden defensiven Mittelfeldspieler. Als solchen hat man ihn schon präsenter gesehen, gerade im Spiel nach vorne lief beim Bayern-Legionär lange Zeit nicht alles nach Wunsch. Ein Manko, das er in der Nachspielzeit umso gekonnter wettmachte, in dem er den so wichtigen 2:2-Ausgleich erzielte. Spieler mit seiner Qualität sorgen in solch wichtigen Momenten für Geniestreiche wie diesem.

 

MARTIN HARNIK (35/9)

Kam im Vergleich zum Kantersieg gegen die Färöer als einziger ÖFB-Akteur neu in die Startelf, statt Ivanschitz. Rechtfertigte seine Nominierung mit dem frühen 1:0, bei dem er seine Goalgetter-Qualitäten bewies. Tauschte immer wieder geschickt mit Hosiner die Position und sorgte damit für Unruhe in der irischen Abwehr. Leitete nach der Pause im Verbund mit Garics über rechts die Mehrzahl der Aktionen nach vorne ein, strahlte immer Gefahr aus. Nicht nur wegen des Tors eine gute Performance.



ZLATKO JUNUZOVIC (26/4)

Seine Verletzung tat dem ÖFB-Spiel weh! Im Prinzip konnte man die erste Halbzeit in zwei Phasen teilen: Jene mit und jene ohne den Werder-Legionär. Mit ihm funktionierte das Pressing und Kurzpassspiel wesentlich besser, der 25-Jährige selbst eroberte beim 0:1 mit tollem Einsatz gegen Ciaran Clark den Ball und servierte ihn mustergültig auf Harnik. Bot sich immer wieder geschickt zwischen den beiden Linien der Iren an. Nach gut 20 Minuten war das Spiel nach einer harten Attacke von McCarthy für ihn vorbei (1. Diagnose: Rissquetschwunde am Knie). Durch Baumgartlinger ersetzt.

 

MARKO ARNAUTOVIC (26/7)

Lange Zeit eine eher unauffällige Partie. Das hatte aber auch taktische Gründe. Während Harnik und Hosiner munter rochierten, hielt der Werder-Legionär strikt und diszipliniert seine Position an der linken Flanke. Entwickelte dabei offensiv nicht die gewünschte Wirkung, arbeitete aber brav in der Defensive. Dass Gegenspieler Walters zwei Mal traf war so gesehen Pech, beide Tore fielen aus Standards. Hatte in der letzten halben Stunde deutlich mehr Freiheiten, ging mehr ins Zentrum, dadurch auch besser ins ÖFB-Spiel eingebunden, letztlich aber glücklos.

 

  PHILIPP HOSINER (3/2)

Zahlte ein wenig Lehrgeld. Arbeitete zwar brav für die Mannschaft  - je näher es zum gegnerischen Tor ging, umso weniger Durchsetzungsvermögen zeigte er jedoch. Nach dem Junuzovic-Out hing er zunehmend in der Luft, da sich das ÖFB-Team nicht mehr so geschickt nach vorne kombinierte. Nach einer Stunde durch Janko ersetzt.

 

JULIAN BAUMGARTLINGER (26/0)

Kam in Minute 25 Sekunden vor dem Elfmeter der Iren für den verletzten Junuzovic aufs Feld – die defensivere Variante im Vergleich zu Ivanschitz. Reihte sich neben Alaba im defensiven Mittelfeld ein, während Kavlak nach vorne rückte. Hat fraglos schon bessere Partien abgeliefert. Der eine oder andere unnötige Ballverlust, im Kombinationsspiel nicht so sicher wie gewohnt – auch ein Mitgrund, warum im Spiel nach vorne nach dem Junuzovic-Aus zwischenzeitlich der Faden riss, und dies war die entscheidende Phase dieser Partie.


MARC JANKO (33/14)

Kam nach einer Stunde für Hosiner aufs Feld, als die ÖFB-Elf auf die Brechstange setzen musste. Konnte dem Spiel keine Wende mehr geben, viel mehr als die eine oder andere Halbchance war nicht drinnen.


ANDREAS WEIMANN (5/0) – zu kurz eingesetzt

 

- Sehr Gut

- Gut

- Befriedigend

- Genügend

- Nicht Genügend

 

Aus Dublin berichtet Peter Altmann

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