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Warten auf Entscheidungen und Einberufungen

Eines ist gewiss.

Österreichs Neo-Teamchef Marcel Koller wird am Mittwoch den Namen Thomas Gebauer nicht über seine Lippen bringen, wenn der Schweizer erstmals einen ÖFB-Kader bekanntgibt.

Denn der Keeper der SV Ried ist nach wie vor „nur“ Deutscher.

Anel Hadzic wird auch nicht auf Kollers Zettel stehen. Der Innviertler Allrounder wird aber genauso sicher nicht im bosnischen Kader für die EM-Playoff-Spiele gegen Portugal aufscheinen.

Der 22-Jährige wäre für beide Nationen spielberechtigt – und es scheint nun doch nicht endgültig zu sein, dass Hadzic nie für Österreich auflaufen würde.

Zwei Ried-Spieler, zwei Geschichten:

Causa Gebauer

Der 29-jährige Bayer wartet nach wie vor auf eine Entscheidung hinsichtlich seiner Einbürgerung (LAOLA1 berichtete). Der Deutsche ist mit einer Österreicherin verheiratet, fühlt sich hierzulande sehr wohl und würde gerne die Staatsbürgerschaft annehmen. Ried hätte damit zusätzlich einen Platz für einen Ausländer frei und Gebauer selbst könnte für das österreichische Nationalteam auflaufen. Wobei der Keeper hinsichtlich Letzterem überhaupt keine Ansprüche stellen will.

Es ist auch gar kein Druck vorhanden. „Alle Sachen sind erledigt, der Akt liegt im zuständigen Ministerium, jetzt warten wir nur noch auf eine Entscheidung“, schildert Manager Stefan Reiter den Status quo. Wann mit dieser zu rechnen ist, ist im Innviertel ungewiss. Nur eines steht fest: In so einem Fall wird darüber im Ministerrat entschieden. Aufgrund des nationalen Interesses hinsichtlich der sportlichen Möglichkeiten – Gebauer wäre für das ÖFB-Nationalteam ein Thema – hat der Verband seinen Teil dazu beigetragen, um den Antrag vor den Ministerrat zu bringen. Dieser sollte dieses Jahr noch darüber entscheiden, ob Gebauer österreichischer Staatsbürger wird.

Causa Hadzic

Nachdem der Allrounder Rapid aus dem Cup geschossen hatte, wurde der 22-Jährige offenbar zum Nationalteam befragt. Und da meinte der Allrounder Folgendes: „Meine Entscheidung ist gefallen - ich werde für Bosnien und nicht für Österreich spielen.“ Abgesehen davon, dass das nicht Hadzic zu entscheiden hat – schließlich muss jemand in die jeweilige Auswahl einberufen werden, um spielen zu können -, gilt diese Aussage scheinbar Tage später nicht mehr zu hundert Prozent. „Er war unglücklich in seinen Aussagen“, erklärt Reiter diesbezüglich.

Der Manager hatte mit seinem Schützling am Montag ein intensives Gespräch, verbot ihm in der Folge auch sich noch einmal zum Thema zu äußern und will es selbst nicht hochspielen. „Er sagt dazu jetzt nichts mehr, weil er sich auch ein bisschen in einen Wirbel hineingeredet hat“, hält Reiter fest und erklärt Hadzics Frust. „Er war sauer, nachdem er einmal ins U21-Nationalteam einberufen wurde und in zwei Spielen nur zwei Minuten gespielt hatte. Da hat er sich nicht so wertgeschätzt gefühlt, wie er es für richtig gehalten hätte.“ Reiter macht es kurz und simpel: „Es hat eine Anfrage vom bosnischen Verband gegeben. Das ist normal und logisch. Aber er möchte auf jeden Fall Österreicher bleiben. Er kann nicht sagen, er spielt für Bosnien oder Österreich – denn er entscheidet das ja nicht. Das weiß er auch. Er will mit guten Leistungen aufzeigen und wenn es so weit ist, dann muss man weiterschauen.“ Hat er sich also jetzt komplett gegen Österreich entschieden? „Nein, ich denke nicht“, sagt Reiter. Also hier auch ein „Jein“...

 

Bernhard Kastler

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