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DFB-Team nach Sieg: "Es war nur Österreich"

Die Fans haben die deutsche Nationalmannschaft schon nach dem ersten kleinen Etappenziel wie einen Europameister gefeiert.

Aber so sehr die EM-Helden in spe die Ovationen nach ihrer 6:2-Gala in der Schalker Arena genossen, sie blieben im allgemeinen Rausch realistisch.

"Wir können glücklich sein", verkündete Vize-Kapitän Bastian Schweinsteiger, "aber es war nur Österreich."

180.000 Euro Prämie für DFB-Nationalspieler

Österreich ist kein Maßstab für eine Mannschaft, die neben Spanien wohl der große Favorit bei der EURO 2012 in Polen und der Ukraine ist.

 

"Wir haben die Qualifikation so früh wie möglich geschafft. Das ist absolut bemerkenswert", sagte der DFB-Bundestrainer stolz. Er bescheinigte seinem Team eine "klasse Leistung".

Bis zu 180.000 Euro Erfolgsprämie pro Mann muss DFB-Präsident Theo Zwanziger locker machen, der nach dem Schlusspfiff in die Kabine gestürmt war und verbale Orden verteilte: "Das war Freude pur. Der deutsche Fußball ist stolz auf diese Mannschaft."

Podolski: "Wir wollen den EM-Titel"

Lukas Podolski spekulierte bereits mit dem ersten Titel für Deutschland seit der EM 1996. "Mit uns ist zu rechnen. Wir spielen um den Titel und wollen ihn auch", sagte Podolski, der 495 Minuten Torflaute im Nationaltrikot beendete und im neuen offensiven 4-1-4-1-System neben dem überragenden Zweifach-Torschützen Mesut Özil und Vorbereiter Thomas Müller in EM-Form aufspielte.

"Wir haben die Österreicher 90 Minuten nicht atmen lassen, das war der Schlüssel", lobte Löw. Die Gegentore von Marko Arnautovic und Martin Harnik waren Schönheitsfehler. "Über die haben wir uns schon geärgert", berichtete Müller, als er aus der Kabine kam.

EM-Vorbereitung schon jetzt im Gange

Löw kann nun in den kommenden Monaten in Ruhe tüfteln und sichten. Schon am Dienstag in Danzig gegen Polen beginnt der lange Wettstreit der Spieler um die 23 persönlichen EM-Fahrkarten. "Der Konkurrenzkampf treibt sie an, die Spannung hochzuhalten", erklärte Löw.

Gerade im Mittelfeld-Zentrum herrscht Qualität im Überfluss. Ein Ausnahmetalent wie Mario Götze musste gegen Österreich 84 Minuten auf der Bank schmoren, bevor er noch sechs Minuten zaubern konnte. "Er ist 19, und man sollte so einen Spieler auch nicht überfordern", mahnte Löw.

Die Frage, ob Deutschland derzeit die Nummer eins in Europa ist, war Löw zu hoch gegriffen. "Das würde ich nicht unbedingt sagen. Wir sind eine sehr, sehr gute Mannschaft. Wir sind seit Jahren konstant in der Weltspitze. Wir haben fußballerisch einen Sprung gemacht", meinte der 51-Jährige.

"Gehören zu den Besten der Welt"

Erst vom 8. Juni bis 1. Juli 2012 kommt es zur Überprüfung der These. "Es gibt bei der EM wahrscheinlich eine Gruppe von Favoriten", meinte Löw, der spontan neben Welt- und Europameister Spanien auch die Niederlande, Portugal, England und Frankreich aufzählte. "Aber unsere Mannschaft gehört schon auch zu den besten in der Welt", ergänzte der frühere Austria- und Tirol-Coach.

Schon am Dienstag gegen Polen beginnt die EM-Vorbereitung. "Ich kann es mir gut vorstellen, dass eine andere Mannschaft aufläuft", kündigte Löw Umstellungen an. Dies dürfte bedeuten, dass unter anderem der gegen Österreich überragende Özil geschont wird. Der Regisseur von Real Madrid spielte die ÖFB-Defensive schwindlig und erzielte zwei Tore.

Fast wäre es ein Dreierpack für den Ex-Schalker geworden, allerdings sprach die UEFA das erste DFB-Tor nicht ihm, sondern Miroslav Klose zu, obwohl der Stürmer den Ball laut TV-Bildern gar nicht berührt hatte. "Für mich persönlich ist das unwichtig. Wir haben als Mannschaft das Spiel gewonnen, die drei Punkte geholt und sind qualifiziert", sagte der 22-Jährige großmütig.

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