Arnautovic: "Nicht akzeptabel, wie wir gespielt haben"

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Strahlender Sonnenschein, angenehme 25 Grad – der Spätsommer zeigte sich von seiner schönsten Seite.

Auf den Trainingsplätzen vor dem Ernst-Happel-Stadion herrschte am Samstag atmosphärisch dennoch Eiseskälte. Zu tief steckt der Stachel der 2:6-Schlappe in Deutschland am Tag zuvor.

Die zahlreich erschienenen Medienvertreter durften das Geschehen anfangs nur aus der Ferne betrachten – unüblich bei einem Regenerationstraining am Tag nach einem Spiel.

12-Minuten-Referat von Constantini

Diesmal jedoch aus gutem Grund: Teamchef Didi Constantini wollte verständlicherweise keine Zuhörer, als er seinen am Rasen sitzenden Schützlingen 12 Minuten lang offenbar heftig ins Gewissen redete.

Während der Tiroler selbst sein Referat im Anschluss als „kuschelweich“ bezeichnete, ließen seine hektischen Armbewegungen durchaus auf einen eindringlicheren Vorschlag schließen.

Anzunehmen, dass der 56-Jährige den ÖFB-Kickern aufzeigte, was seiner Meinung nach bei der Abfuhr beim bärenstarken WM-Dritten schief lief.

„Er muss sich noch mehr bewegen“

So dürfte sich auch Arnautovic die eine oder andere kritische Bemerkung eingehandelt haben, denn restlos zufrieden äußerte sich Constantini nicht über das Comeback des Werder-Legionärs.

„Er könnte sich noch mehr bewegen“, monierte der Teamchef“, er hatte die Aufgabe, dass er auf Hummels und Badstuber spielt. Das ist ihm nicht immer gelungen. Auf der anderen Seite hat er sein Tor gemacht.“

Zu seinem Treffer zum zwischenzeitlichen 1:3 gesellte sich auch noch der Assist zum Tor von Martin Harnik, weswegen die Rückkehr des 22-Jährigen definitiv nicht als gescheitert gewertet werden kann. Im Gegenteil: Mit diesen beiden gelungenen Aktionen unterstrich er seine offensive Gefährlichkeit.

„Wir sind als Mannschaft Schuld“

Arnautovic beendete nach dem Spiel sein selbst auferlegtes Schweigegelübde und zeigte sich denkbar unzufrieden mit der rot-weiß-roten Performance: „Wie wir gespielt haben, ist nicht akzeptabel.“

„Die Jungs und der Trainerstab haben mich wieder gut aufgenommen. Gegen Deutschland habe ich versucht, etwas einzubringen und habe ein Tor gemacht und eines aufgelegt. Das nutzt aber alles nichts, das Endergebnis 2:6 ist bitter.“

Der Kabinen-Eklat von Istanbul und andere zwischenmenschliche Probleme würden inzwischen ohnehin aus der Welt geschafft worden sein: „Wir haben auch darüber geredet, alles ist geklärt. Wir sind alle wieder gute Freunde.“

Zumindest auf diesem Gebiet droht also offenbar keine atmosphärische Eiseskälte.

Peter Altmann

Dabei nahm der Wiener alle auf dem Platz stehenden Akteure in die Pflicht: „Man kann die Schuld nicht dem Mittelfeld, der Verteidigung oder dem Tormann geben. Wir sind als ganze Mannschaft Schuld. Wir müssen schauen, dass wir das ändern, denn sechs Gegentore sind schon sehr bitter.“

Wie und warum man verloren habe, müsse man „untereinander klären“, dass Österreich jedoch trotz drastischer Unterlegenheit nicht eine einzige Gelbe Karte kassierte, interpretierte er als „schlimm.“

„Wir müssen mehr in die Zweikämpfe gehen, uns besser durchsetzen, dann kommt das Restliche von selbst“, forderte die Offensivkraft.

„Wir haben darüber geredet“

Im Vorfeld der Partie hatte es angeregte Diskussionen darüber gegeben, ob es die richtige Maßnahme Constantinis sei, den nach den Vorfällen rund um die verlorenen EM-Qualifikationsspiele gegen Belgien und in der Türkei verbannten Arnautovic zu pardonieren.

Auch wenn der Teamchef mit der einen oder anderen Trainingsleistung nicht zufrieden war und dies öffentlich kundtat, betonte der Charismatiker, dass seine Reintegration in die ÖFB-Elf gut funktioniert habe:

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