„Bale sitzt auf einem Moped oben“

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In Minute 60 war Österreich erlöst.

Bei der 1:2-Niederlage zum Auftakt des Länderspieljahres 2013 war Gareth Bale der Mann des Spiels auf Seiten der Waliser.

Der Superstar von Tottenham erzielte in Hälfte eins das 1:0 nach schöner Mitnahme und legte das 2:0 durch Joker Vokes mit noch schönerer Flanke auf.

In beiden Fällen hatte Markus Suttner als Linksverteidiger das Nachsehen, der Austrianer war zu bemitleiden, denn wenn der Bale-Express rollte, hatte der 24-Jährige keine Chance.

„Wir haben gewusst, dass es gegen ihn eine schwierige Aufgabe wird. Und es war sehr schwierig. Beim ersten Tor nimmt er sich den Ball gut rein und ich kann ihm nur noch folgen, das war eine super Aktion. Beim zweiten Tor ist es auch schwierig, die Flanke zu verhindern“, erklärte Suttner, der für den verkühlten Kapitän Christian Fuchs einsprang und Lehrgeld bezahlen musste.

Too fast, too „furious“

Das Veilchen hatte, wie es wohl auch andere nicht gehabt hätten, keine Chance gegen diese Schnelligkeit. „Wir haben schon in der Videoanalyse gesehen, dass er eigentlich von keinem aufzuhalten war. Er sitzt auf einem Moped oben“, musste Suttner schon lachen.

Auch David Alaba war beeindruckt: „Man hat gesehen, wie schnell er war.“

„Wir wollten ihn eigentlich doppeln, das hat leider nicht funktioniert“, musste Suttner eingestehen. Teamchef Marcel Koller sah es ähnlich: „Wir haben es nicht geschafft, ihn zuzudecken, er hat gezeigt, dass er Weltklasse ist.“

Marc Janko bewies mit seinen Aussagen, dass die komplette Mannschaft hinsichtlich des Eindämmens der Stärken Bales versagte: „Wir haben in der ersten Hälfte zu wenig Zugriff auf die Waliser bekommen, haben ihnen zu viel Räume gegeben. Das hat ihnen mit dem schnellen Gareth Bale in die Karten gespielt, das hat er etwa vor dem 0:1 auch super ausgenützt.“

Suttner fügte an: „Wir wollten sie zupressen, das ist uns gar nicht gelungen. Ich denke, bei uns hat auch wenig funktioniert. Wir haben in den letzten Spielen schon besser kombiniert, waren auch ballsicherer.“

„Bale kann überall den Unterschied ausmachen“

Bei den Walisern war Craig Bellamy, der die erste dicke Chance der Hausherren vergab, ein Unruheherd, der viele Wege machte. Mit Bale zu viel für die unsicher wirkende ÖFB-Abwehr. Und Arsenal-Kicker Aaron Ramsey konnte wegen einer Verletzung erst gar nicht spielen.

Bale verlor nach dem Spiel keine bedeutenden Worte, seine Taten sprachen ohnehin schon genug Worte. Wales-Kapitän Ashley Williams hielt über seinen Teamkollegen fest: „Gareth Bale kann in jedem Team, für oder gegen das er spielt, den Unterschied ausmachen. Wir haben aber als ganze Mannschaft gut gearbeitet, haben es Österreich offensiv schwer gemacht.“

Zusatz: „Österreich hat gut gespielt, aber ich denke, wir waren heute besser und haben uns das Ergebnis auch verdient.“ Wales hält in der WM-Quali mit u.a. Serbien und Schottland bei vier Punkten aus vier Spielen, die Chancen für ein Brasilien-Ticket sind de facto schon zu klein.

Teamchef Chris Coleman will jedoch erfolgreiche Ergebnisse sehen, im Hinblick auf die EURO 2016, wo in Frankreich auch erstmals 24 Mannschaften am Start sind.

Die Hoffnungen, die auch die walisischen Medien erkennen, sind berechtigt. Allen voran dank dem Prince of Wales, oder besser König: Gareth Bale.


Aus Swansea berichtet Bernhard Kastler

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