"Cech oder Casillas haben wir noch nicht"

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Blicken wir zurück!

Vor einem knappen halben Jahr saß Otto Konrad als neu bestellter Tormanntrainer des ÖFB-Teams erstmals vor den Medienvertretern.

Seine neue Aufgabe war nicht einfach, sprachen doch viele offen von einem Tormann-Problem.

„Ich habe es Torwart-Thema genannt“, erinnert sich die Salzburg-Legende an die Zeit, als mit Heinz Lindner, Pascal Grünwald und Robert Almer von den einberufenen Keepern nur einer regelmäßig bei seinem Verein zum Zug kam.

Ursachenforschung wurde betrieben, Maßnahmen zum Wohle der Vereine getroffen und sechs Monate später sitzt Konrad wieder auf einer Pressekonferenz. Diesmal jedoch mit ganz unterschiedlichen Voraussetzungen.

„Wir wollten das Angebot der möglichen Torhüter für das Nationalteam irgendwie vergrößern und haben mit unseren Entscheidungen das eine oder andere vielleicht etwas unterstützt“, spricht der 47-Jährige die Veränderungen zum Ende 2011 an.

Konrad steht vor angenehmeren Problemen

Plötzlich Qual der Wahl

Almer, der wegen seiner Verletzung aus Seefeld abgereist ist, und Lindner stehen auch jetzt wieder im Kader, mittlerweile als gesetzte Stammspieler.

Dazu gesellen sich mit Christian Gratzei und Lukas Königshofer zwei weitere „Einser“ aus der heimischen Bundesliga.

„Vor einem halben Jahr haben wir noch darüber gesprochen, wir haben zu wenig österreichische Torhüter, die auch zum Spielen kommen. Jetzt drängen Siebenhandl, Özcan und auch Gspurnig nach“, sieht sich Konrad mit neuen Problemen konfrontiert, die er zugleich jedoch relativiert.

„Wir schlagen uns lieber mit solchen Themen herum, wie vor einem halben Jahr, als wir nicht wussten, spielt Robert bei seinem Verein oder spielt Heinz.“

Noch lange nicht am Ziel

Auch wenn die Quantität der Torhüter mittlerweile Zufriedenheit vermittelt, gibt es bei der Qualität weiterhin Luft nach oben.

„Einen Petr Cech oder Iker Casillas haben wir natürlich noch nicht. Das wäre zu früh. Wichtig ist, dass die Vereine international spielen und die Torhüter dort einfach Routine erhalten“, weiß der ehemalige UEFA-Cup-Held genau, wie man den nächsten Level erreichen kann.

Der Weg dorthin scheint laut Konrad jedenfalls der richtige zu sein. „Jetzt haben wir noch Zeit bis zur Qualifikation und ich hoffe, dass diese doch sehr steile Aufwärtstendenz auf diesem Sektor so weitergeht und wir auch mit unseren Entscheidungen sehr richtig liegen.“

Wer wird die Nummer 1?

Die Frage nach der Nummer 1, die sich Fußball-Österreich in erster Linie stellt, brennt nach dem verletzungsbedingten Ausfall von Almer mehr denn je. In die Karten schauen lassen will sich das Trainergespann vorerst aber nicht.

Einen Stammtorhüter, dem das Vertrauen über längere Zeit ausgesprochen wird, soll es ohnehin nicht geben, dies sei nach persönlicher Meinung des Tormanntrainers „eine Geschichte von damals“.

„Im heutigen Fußball ist es nicht das Nonplusultra, sich auf eine klare Nummer eins zu fixieren. Man muss schauen, dass ich zwei drei absolute Klassetorhüter habe, für die ich mich kurzfristig entscheiden kann, weil sie einfach in Form sind.“

Die Entscheidung könnte höchstens ein Qualitätssprung einer der Prätendenten mit sich bringen, denn, so stellt Konrad fest, „wenn ich einen Iker Casillas, einen Petr Cech habe, brauchen wir nicht zu diskutieren“.


Christian Eberle

Name

Verein

Alter

Länderspiele

Spiele 2012

erhaltene Tore

Christian Gratzei

Sturm

30

9

11

10

Heinz Lindner

Austria

21

0

17

14

Lukas Königshofer

Rapid

23

0

16

11

-

Robert Almer

Düsseldorf

28

2

8

7

-

Ramazan Özcan

Ingolstadt

27

1

15

19

Jörg Siebenhandl

Wr. Neustadt

22

0

15

17

Michael Gspurning

Seattle

31

3

7

3

Pascal Grünwald

Austria

29

3

0

0

(Thomas Gebauer)

Ried

29

0

16

19

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