Analyse: Janko nicht nur wegen Tor wichtig

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Bei einer Niederlage hätte sich Marcel Koller dafür einiges anhören können.

Robert Almer, Emanuel Pogatetz, Marko Arnautovic und Marc Janko - vier Spieler, die in den letzten Monaten kaum bzw. gar nicht auf dem Platz standen, brachte er von Beginn an.

Doch das Risiko lohnte sich. Vor allem Janko beeinflusste die Partie maßgeblich. Nicht nur durch das zweite Tor.

Denn den Elfer, der zum 1:0 führte, machte er mit seiner Kopfballablage auf den später gefoulten Harnik überhaupt erst möglich. Damit drehten die Österreicher das Spiel, das ihnen schon aus der Hand geglitten war.

ÖFB-Pressing bekommt zu Beginn keinen Zugriff

Die ersten 25 Minuten gehörten nämlich ganz klar den Schweden. „Wir dachten, Österreich würde versuchen, uns gleich zu Beginn unter Druck zu setzen. Stattdessen kam es umgekehrt und wir machten mehr Dampf nach vorne“, brachte es Gäste-Coach Erik Hamren auf den Punkt.

Sein Team ließ sich auf das gefürchtete Angriffspressing der Österreicher gar nicht erst ein. Witzlos wurde der Ball aus der Abwehr nach vorne getreten. Dort blieb er dann auch, da die ÖFB-Elf, angesteckt von Nervosität und Hektik, ungewöhnlich viele Fehlpässe machte.

„Sie haben anders gespielt, als wir uns das erwartet haben. Das Pressing hat anfangs nicht funktioniert, weil sie lange Bällen auf Ibrahimovic geschlagen haben, die deckt er gut ab. So haben wir schwer ins Spiel gefunden und auch Fehler im Spielaufbau gemacht“, meinte Zlatko Junuzovic zum schwierigen Start.

Die Startaufstellungen: Österreich im 4-2-3-1, Schweden im 4-4-1-1.

Baumgartlinger bekommt viel Platz

Erst mit dem 1:0 kippte die Partie. Die Österreicher gewannen an Ballsicherheit, was den Spielaufbau merklich erleichterte. Vor allem Julian Baumgartlinger begann nun die Bälle zu verteilen. Für den Mainz-Legionär war im schwedischen Pressing scheinbar niemand so richtig zuständig.

Während sich die Stürmer an den Innenverteidigern orientierten, rückten die zentralen Mittelfeldspieler dahinter nicht mehr so forsch nach, wie noch in den ersten Minuten. So entstand ein Loch, das Baumgartlinger für sich nutzte. Gemeinsam mit dem etwas höher agierenden David Alaba sowie Lauf-Maschine Junuzovic behielt das ÖFB-Team im Zentrum die Oberhand.

Doch geknackt wurde die schwedische Defensive in erster Linie über die Seiten. Arnautovic und Harnik besetzten diese konsequent und streckten damit das Spiel in die Breite. Das bereitete dem sonst so kompakten 4-4-1-1 der Schweden Probleme.

Ibrahimovic im Griff

Mit Janko gab es zudem den richtigen Mann in der Mitte, der die Flanken der beiden Außenspieler verarbeiten konnte. Der Türkei-Legionär erzielte nach Harnik-Hereingabe nicht nur das 2:0, sondern beschäftige die Innenverteidiger auch permanent mit seiner körperlichen Wucht. Hohe Bälle wurden von ihm hervorragend verarbeitet – etwas, was dem ÖFB-Team eine zusätzliche Facette im Spielaufbau verlieh.

Nach der Pause war Schweden nun gezwungen, das Spiel zu gestalten. Doch das gelang ihnen nicht so richtig. An den potenziellen Spielgestaltern Rasmus Elm und Kim Källström lief die Partie genauso vorbei, wie an Zlatan Ibrahimovic

Die Aufstellungen ab der 75. Minute: Schiemer agiert im defensiven Mittelfeld als Stabilisator, bei den Schweden sind Svensson als Sechser und Toivonen als Zehner neu gekommen. Das System gleicht nun einem offensiven 4-1-3-2.

   

Letztlich rettete Österreich auf diese Weise den Sieg über die Zeit. Schwedens Anschlusstreffer blieb Ergebniskosmetik.

Fazit: Risiko genommen und gewonnen

Dank einer disziplinierten Leistung darf sich das ÖFB-Team über einen wichtigen Sieg in der WM-Quali freuen. Mit seiner Aufstellung hat Teamchef Koller riskiert und gewonnen.

Wie schon in den letzten wichtigen Spielen, bereitete er seine Mannschaft auch diesmal gut auf den Gegner vor. Zudem reagierte er auch während des Spiels mit der Einwechslung von Schiemer richtig, um die Defensive zu stabilisieren.

Die Schweden präsentierten sich als der erwartet schwere Gegner. Beim „Rückspiel“ in Stockholm am 11. Oktober werden sie auf Revanche für die knappe Niederlage aus sein.

 

Jakob Faber

Die ÖFB-Defensive ging geschickt mit dem Superstar um. Kam er an den Ball, kümmerten sich zumeist gleich zwei Leute um ihn. Erst in der 57. Minute konnte der PSG-Stürmer das erste Mal auf das Tor schießen. Inzwischen hatten die Österreicher in Hälfte zwei schon drei Chancen vergeben.

Systemumstellung bei Schweden

Hamren musste sich also etwas einfallen lassen. Mit der Einwechslung von Anders Svensson und Ola Toivonen stellte er auf ein 4-1-3-2 um. Der Routinier sollte in seinem 140. Länderspiel von der Sechserposition aus das Spiel ordnen. Toivonen zeigte vor ihm als Zehner starken Zug zum Tor.

Diese Umstellung brachte frischen Wind in die Offensivbemühungen der Gäste. Etwas, was ÖFB-Teamchef Koller gar nicht gefiel: „Schweden hat Druck gemacht. Also habe ich Fränky Schiemer gebracht. Er ist ein kopfballstarker Spieler, der auch defensiv weiß, wie er sich verhalten muss.“

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