Der schwedische Matthäus

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139 Länderspiele und kein bisschen müde

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Er ist so etwas wie der schwedische Lothar Matthäus. Rein fußballerisch natürlich. Denn gegen Österreich könnte Anders Svensson sein 140. Länderspiel bestreiten.

Trotzdem stand der 36-jährige Routinier in den vergangen Jahren oft im Schatten der Superstars. Ob sie nun Zlatan Ibrahimovic, Henrik Larsson oder Freddy Ljungberg hießen.

Denn Svensson spielte nie bei einem großen Klub. Abgesehen von einem vierjährigen Engagement bei Southampton kickte er immer für seinen Stammverein IF Elfsborg. Außergewöhnlich in der hauptsächlich mit Legionären bestückten Nationalmannschaft Schwedens.

Berühmt durch einen Traum-Freistoß gegen Argentinien

Aber durch seine Leistungen machte sich Svensson einfach unersetzlich für die „Blagult“. Vor allem unter Lars Lagerbäck war er das Herzstück des Teams. Nicht umsonst nahm der zentrale Mittelfeldspieler an zwei WMs (2002, 2006) und drei EUROs (2004, 2008, 2012) teil.

Vergangene Zeiten: Svensson im Duell mit van Nistelrooy

Spielmacher bei Southampton

Damals war Svensson auf Klubebene bereits ein Jahr in England aktiv. Southampton sicherte sich 2001 für 750.000 Pfund seine Dienste. Doch so richtig glücklich wurde er in der südenglischen Stadt nie.

Zwar kam dem Spielmacher bei den „Saints“ durchaus eine Schlüsselrolle zu, doch immer wieder hieß es, er würde in der Nationalmannschaft bessere Leistungen bringen. Auch Probleme mit Trainer Gordon Strachan machten die Runde. 2005 entschied sich Svensson deswegen nach Elfsborg zurückzukehren.

Der „Taco-Anders“

„Ich fühlte mich ziemlich erschöpft und hatte Heimweh. Mein letztes Jahr in England hatte mir nicht viel Spaß gemacht. Daher war es der richtige Schritt“, bekräftigt der Oldie. Zumal er sich mit seinem Stammklub nur ein Jahr später erstmals zum schwedischen Meister krönte.

In der letzten Saison folgte der zweite Titel für „Taco-Anders“, wie er in seinem Heimatland genannt wird. Der Spitzname begründet sich in seiner Lieblingsspeise.

Als 36-Jähriger geht Svensson nun auf einen schwedischen Allzeitrekord los. „Thomas Ravelli sollte Angst vor mir haben“, spielt der Routinier auf die 143 Länderspiele des ehemaligen Torwarts an. Vier Partien fehlen ihm noch, um die Marke des WM-Dritten von 1994 zu übertreffen.

Muss auch Matthäus zittern?

Ans Aufhören denkt Svensson noch lange nicht: „Ich hoffe wirklich, dass ich diesen Rekord einstellen kann, wo ich jetzt schon so nah dran bin. Ich denke eigentlich noch nicht an den Rücktritt. So lange ich mich gut fühle und mein Körper noch macht, was mein Kopf will, so lange mache ich weiter.“

Bleibt die Frage, wie lange Teamchef Erik Hamren überhaupt noch auf den Altstar setzt. Schließlich musste Svensson in den vergangenen Partien zumeist auf der Bank Platz nehmen. Darüber macht er sich aber keine Sorgen. „Ich verstehe, dass ich nicht in jedem Spiel eingesetzt werde. Aber der Trainer weiß, was er von mir erwarten kann. Wenn er jemanden braucht, der den Ball gut halten kann, dann bin ich der Richtige.“

Aus österreichischer Sicht bleibt zu hoffen, dass der „schwedische Matthäus“ nicht auch noch den europäischen Länderspielrekord vom echten Matthäus ins Visier nimmt. 150 Spiele kann Svensson nämlich wohl nur erreichen, würde sich Schweden und nicht das ÖFB-Team für die WM qualifizieren.

 

Jakob Faber

Weltruhm erlangte er gleich bei seiner ersten großen Endrunde. Mit einem Traum-Freistoß schoss die Pass-Maschine 2002 Titelfavorit Argentinien aus dem Turnier. „Es war eine Riesenleistung, diese Gruppe mit Argentinien, England und Nigeria zu gewinnen“, erklärt der Mann mit dem typisch schwedischen Namen.

Sensation wäre möglich gewesen

Auf den Sieg in der sogenannten „Horrorgruppe“ folgte jedoch eine herbe Enttäuschung im Achtelfinale. Durch ein Golden Goal verloren die Schweden 0:1 gegen die Überraschungs-Mannschaft Senegal. Svensson trauert einer möglichen Sensation nach:

„Ich denke, dass wir bei diesem Turnier wirklich weit hätten kommen können. Eigentlich waren wir gegen Senegal besser. Und als nächstes hätten wir gegen die Türkei gespielt. Ein wirklich gutes Team, aber wir hatten sie bereits in der Qualifikation geschlagen. Sie kamen mit unserer Spielweise nicht zurecht.“

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