Kavlak fällt aus, Salzburger werden aufgebaut

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Seit Montag sind die ÖFB-Teamspieler nun zusammen, doch so richtig los ging die Vorbereitung auf Schweden erst am Mittwoch.

„Nachdem wir in den letzten Tagen das Augenmerk vor allem auf Regeneration gelegt haben, hat nun das volle Trainingsprogramm begonnen“, erklärte Teamchef Marcel Koller.

Der Schweizer konzentrierte sich bei der Vormittagseinheit, die hinter verschlossenen Türen stattfand, vor allem auf den taktischen Bereich. Genaueres verraten will der Teamchef nicht. Schließlich will er sich den Überraschungseffekt für den EM-Qualifikations-Auftakt gegen Schweden nicht nehmen lassen.

Kavlak fällt doch aus

Eine unangenehme Überraschung setzte es bei diesem Training jedoch auch für Koller selbst. Der 53-Jährige wurde erneut mit Veli Kavlaks Verletzung konfrontiert, obwohl ÖFB-Arzt Richard Eggenhofer noch am Montag Entwarnung gab. Nun muss der Besiktas-Legionär vom Team-Camp abreisen. „Wir haben gehofft, es geht. Aber im Training hatte er Schwierigkeiten", meinte Koller. "Er fährt nach Hause, um sich dort auszukurieren.“

Kavlak hatte sich die Adduktorenblessur am Wochenende beim 1:0-Sieg von Besiktas gegen Mersin Idman Yurdu zugezogen. Dem ÖFB-Team geht damit gegen Schweden eine zusätzliche Option im defensiven Mittelfeld ab.

Diese Position ist mit David Alaba, Julian Baumgartlinger, Stefan Ilsanker und Christoph Leitgeb aber sowieso schon ausreichend besetzt. Deswegen dürfte Koller bei der Nachnominierung auf einen weiteren Sechser verzichtet haben.

Stattdessen holte er Lukas Hinterseer als Kavlak-Ersatz ins ÖFB-Camp. Der 23-jährige Kitzbüheler erzielte am Wochenende beim 3:0 gegen Sandhausen sein erstes Tor in der zweiten deutschen Bundesliga. Mit ihm steht Koller in der Offensive eine weitere Alternative zur Verfügung.

Salzburger sollen aufgebaut werden

Vom Training gab es aber auch Positives zu berichten. Entgegen so mancher Befürchtungen, Marc Janko (LAOLA1-Info) könnte unter der langen Anreise aus Australien leiden, präsentierte sich der Stürmer top-fit. „Er wirkt sehr frisch“, lobte Koller seinen Torjäger, den viele am Montag in der Startelf erwarten.

Neben Regeneration und taktischem Training stand beim ÖFB-Team in den letzten Tagen auch die psychologische Arbeit im Vordergrund. Red Bull Salzburg stellt mit fünf Spielern den größten Vereinsblock im Kader. Nach dem CL-Playoff-Aus gegen Malmö sowie der Niederlage gegen Sturm hatten Martin Hinteregger, Christoph Leitgeb und Co. einiges zu verdauen.

„Als Fußballer darfst du nicht in der Vergangenheit leben. Ich habe den Spielern gesagt, dass sie Enttäuschungen, wie beispielsweise auch die verpasste WM-Quali, vergessen müssen“, sagte Koller.

Selbstzweifel sind fehl am Platz

Der Schweizer setzt darauf, dass sich seine Spieler auch gegenseitig Mut zusprechen und die Salzburger somit vom Teamgeist innerhalb der Nationalmanschaft profitieren. „Es geht darum, sich gegenseitig zu unterstützen. Andere Spieler haben den Schock nicht miterlebt. Da muss man sich aufbauen und auch einmal sagen: ‚Hey, komm, mach weiter!“

Selbstzweifel seien im Camp des ÖFB-Teams jedenfalls fehl am Platz: „Wenn du beim Nationalteam bist, dann bist du einer der besten Spieler – also warum willst du dann noch an dir zweifeln? Es ist wichtig, sich dessen bewusst zu werden, um dieses Selbstvertrauen am Platz zu präsentieren.“

Beim Match am Montag gegen Schweden wird sich weisen, ob Kollers Spieler seine Vorgabe umsetzen.

 

Jakob Faber

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