"Ich muss geduldig bleiben"

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"Es gibt im Moment gute und interessante Gespräche"

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Gemeinsam mit Sebastian Prödl hat Andreas Ivanschitz eine besondere „Aufwärmrunde“ für das Länderspiel-Highlight gegen Schweden hingelegt.

Auf dem Red-Bull-Ring in Spielberg drehte der 29-Jährige in einem DTM-Mercedes seine Runden, instruiert vom deutschen Jungstar Pascal Wehrlein.

„Eine Super-Erfahrung auf einer Rennstrecke die Grenzen auszutesten und so richtig aufs Gas steigen zu können. Im normalen Straßenverkehr ist das ja weniger möglich. Wir haben von Pascal den einen oder anderen Tipp bekommen. Es hat sehr viel Spaß gemacht“, zeigt sich der Burgenländer im Gespräch mit LAOLA1 begeistert.

„Ich bin ein sehr schlechter Beifahrer“

Die Grenzen auszutesten, trifft es ganz gut. Motorsport kann nämlich durchaus eine Belastung für den Körper sein – vor allem wenn, wie im Falle Wehrlein, ein Profi am Steuer sitzt und seinen Passagieren alles abverlangt.

„Ich bin ein sehr schlechter Beifahrer, mir wird schnell schlecht. Also sitze ich lieber selbst am Steuer, als dass ich mitfahren muss“, grinst Ivanschitz.

Für das freie Auge der Beobachter machte Prödl den rasanteren Eindruck als sein ÖFB-Kollege, dieser wusste sich jedoch zu verteidigen:

„Basti ist eindeutig der wildere Fahrer, aber Pascal hat bestätigt: Wenn man schnell fährt, heißt das nicht immer, dass man die beste Linie erwischt. Ich glaube, das habe ich nicht so schlecht gemacht.“

Geduld bei der Vereinssuche

Einen guten Job gilt es auch in der aktuellen Transferzeit zu erledigen. Ivanschitz verabschiedete sich mit einer guten Saison aus Mainz (31 Liga-Einsätze, 7 Tore, 5 Assists) und befindet sich derzeit auf der Suche nach einem neuen Arbeitgeber.

Vollzug kann er dabei noch nicht vermelden: „Es gibt im Moment ein paar gute und interessante Gespräche. Ich muss einfach noch ein bisschen geduldig bleiben in dieser Situation. Wir haben ein wichtiges Länderspiel vor der Brust, auf das ich mich konzentrieren möchte. Ich bin überzeugt, dass in den nächsten paar Wochen eine Entscheidung fallen wird.“

Andreas Ivanschitz geht voller Zuversicht ins Spiel gegen Schweden

Entscheidend für die gute Ausgangslage ist freilich auch, dass in Irland noch der späte Ausgleich zum 2:2 gelungen ist. Ivanschitz trauert zwar dem durchaus möglichen Sieg hinterher, meint jedoch:

„Der Punkt war insofern wichtig, dass man sagt: Man ist noch dick dabei. Auch von der Stimmung her war es wichtig. Diese Stimmung nehmen wir auf jeden Fall für das Spiel gegen Schweden mit.“

Keine Angst vor Ibrahimovic

Der 61-fache Internationale selbst saß in Dublin nach jeweils einem Tor und Assist beim 6:0 gegen die Färöer nur auf der Bank. Am 7. Juni im Happel-Stadion soll dies anders sein:

„Ich versuche Leistung zu bringen. Ich denke, das habe ich immer getan, auch im Training. Wie der Teamchef dann aufstellt, ist natürlich seine Verantwortung. Ich möchte mich da voll einbringen und werde auch jetzt im Lehrgang richtig Gas geben.“

Mit Zlatan Ibrahimovic erwartet die ÖFB-Elf auf Seiten der Skandinavier ein Superstar, der auch Ivanschitz ins Schwärmen, aber nicht aus der Ruhe bringt:

„Er ist natürlich ein Ausnahme-Kicker. Er hat individuelle Klasse, kann Spiele alleine entscheiden. Er ist einer der Wenigen, der das auch schon, sehr, sehr oft bewiesen hat. Deswegen ist er mit Sicherheit ein Schlüsselspieler der Schweden. Wir müssen ihn gut verteidigen, das kann aber mit Sicherheit nicht einer alleine lösen, sondern wir müssen das im Verbund machen. Ich glaube, wir sind bereit für diese Aufgabe. Ich habe keine Angst davor.“

„Ein Riesen-Highlight für David"

Außerdem kann auch Österreich mit einem Superstar aufwarten. David Alaba kommt mit dem Selbstvertrauen eines Champions-League-Siegs und eines Meistertitels mit Bayern München nach Wien, im Idealfall auch als DFB-Pokal-Sieger.

Eine Rückkehr nach Österreich schließt Ivanschitz nicht kategorisch aus, die Tendenz ist jedoch eine klare: „Mein Ziel ist es, so lange wie möglich im Ausland Fußball zu spielen. Daran hat sich nichts geändert.“

Während hierzulande die Transferzeit voll im Gange ist, kommt sie in einigen anderen Ligen etwas langsamer ins Rollen, auch aus diesem Blickwinkel gesehen könnte Geduld gefragt sein: „Es gibt Länder, die sich mehr Zeit lassen, es gibt aber auch Länder, wo man schon früh weiß, ob es etwas geben würde oder nicht. Deswegen sehe ich das ganz entspannt."

Vorstellbar ist für den früheren Griechenland-Legionär auch eine südlichere Destination wie Spanien oder Italien. "Meine Aufgabe ist es, auf dem Platz Leistung zu bringen. Alles andere wird sich ergeben", so Ivanschitz.

„Man spürt diese Zuversicht“

Aktuell dominiert ohnehin die Vorfreude auf das Schweden-Match. „Ein Riesen-Highlight. Wir haben uns eine gute Ausgangssituation geschaffen. Wir haben in den letzten Spielen gute Leistungen gebracht, das gibt einfach Zuversicht. Ich denke, diese Zuversicht spürt man in der Mannschaft, und die spürt man auch bei den Fans und in der Öffentlichkeit. Jeder freut sich auf dieses Spiel. Es ist ein Schlüsselspiel, und wir wollen gegen Schweden zu Hause natürlich gewinnen.“

„Eine überragende Saison für ihn. Ich freue mich wahnsinnig, dass sie jetzt auch die Champions League gewonnen haben. Für ihn persönlich ein Riesen-Highlight“, zieht Ivanschitz den Hut.

Der frühere Rapidler kennt es aus eigener Erfahrung, in diesem Alter im Rampenlicht zu stehen, wenngleich nicht auf derart hohem internationalen Niveau. Alaba steckt den Rummel um seine Person bemerkenswert locker weg.

„Das nimmt man einfach mit“, sieht Ivanschitz keine zu große Problematik darin, diesen Hype in jungen Jahren wegzustecken, „ich denke, dass das im Moment bei ihm einfach so ist. Er bringt überragende Leistungen. Sich bei solch einem Verein so durchzusetzen, ist schon eine tolle Leistung. Ich hoffe, dass er diese Freude und positive Stimmung zum Nationalteam mitnimmt und uns hilft, gegen Schweden erfolgreich zu sein.“

Peter Altmann

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