"Ibrahimovic war mehr oder weniger chancenlos"

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Viele sehen gerade in ihnen das Innenverteidiger-Duo der Zukunft.

Während Aleksandar Dragovic trotz seiner 23 Jahre bereits 31 Länderspiele auf dem Buckel hat, war es für den ein Jahr jüngeren Martin Hinteregger eine Premiere.

Gegen Schweden stand der Salzburger Leistungsträger bei seinem vierten ÖFB-Team-Einsatz erstmals in einem Pflichtspiel am Platz, die EM-Quali rief.

In dieser soll er auch in Zukunft eine entscheidende Rolle spielen. Die Feuertaufe hat er schon einmal mehr als zufriedenstellend erledigt.

Gelungenes Pflichtspiel-Debüt mit kleinem Makel

Der robuste Defensivspieler blickt mit gemischten Gefühlen auf das 1:1 zum Auftakt zurück. Trotz tadelloser Leistung blieb ein Makel in den 90 Minuten hängen.

„Wir haben nach einem langen Ball durch eine Unachtsamkeit in der Verteidigung das Gegentor bekommen“, übte sich der Kärntner vorbildhaft in Selbstkritik.

Ein einziges Mal war der Defensiv-Verbund nicht im Bilde und zerstörte sich eine ansonsten dominante Vorstellung. Eine Situation, in der die Zuordnung Rätsel aufgab.

„Es war eine unklare Situation beim Freistoß: Wollen sie ihn kurz oder flach reinspielen? Das war das Problem, dass wir die Zuordnung nicht schnell genug gefunden haben. Das Kopfballduell kann man trotzdem gewinnen uns besser hinten absichern. Dann kriegen wir das Tor nicht.“

"Schwierigkeit war, hundertprozentig konzentriert zu sein"

Schlussendlich war es müßig, sich für eine einzelne Aktion rechtfertigen zu müssen. Denn bis dahin harmonierten Dragovic und Hinteregger als eingespieltes Gespann.

Vor allem war es aber müßig, dass gerade Schweden-Bomber Zlatan Ibrahimovic das entscheidende Kopfballduell gewann. Jener PSG-Star, der die restliche Spielzeit komplett abgemeldet war.

„Die Schwierigkeit für Drago und mich war es, dass wir in jeder Situation hundertprozentig konzentriert sein mussten, in der Zlatan gefährlich werden könnte. Wir haben gewusst, wenn wir Zlatan einmal mehr Platz lassen, vor allem um den 16er, dann wird es brandgefährlich. Das haben wir so gut wie möglich vermieden. Deshalb hat er recht wenig gemacht.“

Hinteregger geht sogar so weit, zu behaupten, dass Ibrahimovic gegen die gut organisierte Innenverteidigung diesmal „mehr oder weniger chancenlos war“.

Gute Abstimmung entscheidend

Um die 1,95-Meter-Erscheinung in Schach zu halten, musste man mit einem genauen Plan und guter Kommunikation auftreten. Dies stellten die ÖFB-Hoffnungen unter Beweis.

„Wir haben schon gewusst, wie wir spielen wollen. Wenn Ibrahimovic ganz vorne steht, war die Devise, dass einer auf ihn drauf geht und einer absichert. Aber Ibrahimovic ist ein Typ, der sich gerne hinten reinfallen lässt. Da haben wir aufpassen müssen, dass er uns nicht wegläuft, wenn wir rausschieben.“

Aufgrund seiner Qualität am Ball müsste man meinen, der schwedische Kapitän habe es nicht nötig, den Gegner zu provozieren und aus der Fassung zu bringen.

Von Mätzchen nicht anstecken lassen

Der Ellbogen-Check gegen David Alaba sorgte auch noch danach für viel Gesprächsstoff, auch Hinteregger bekam die Mätzchen des 32-Jährigen am eigenen Leib zu spüren.

Trotz seines jungen Alters ist der Salzburger Erfolgsgarant allerdings nicht der Typ, der sich im Affekt auf solche Spielchen einlässt.

„Ich bin da nicht so der Typ, der sich erhitzen und provozieren lässt. Ich bin auch keiner, der den Gegenspieler sehr provoziert. Deshalb bin ich sehr ruhig geblieben, auch wenn Ibrahimovic versteckte Fouls oder irgendwas macht. Ich persönlich habe gegen ihn ganz fair gespielt, er auch gegen mich. Deshalb war es heute ein guter Fight zwischen uns zwei.“

Ein Fight, in dem sein Gegenspieler mit Fortdauer der Partie immer frustrierter wirkte, da er kaum Nadelstiche im Spiel der Schweden setzen konnte.

Zufriedenheit nach bestandener Feuertaufe

Hinteregger ahndete jedoch mehr Frustration über die Leistung der „Tre Konor“ als über die gute Deckungsarbeit des ÖFB-Teams.

„Ich würde sagen, dass Ibrahimovic mehr mit den eigenen Spielern beschäftigt war als mit uns. Das war unser großer Vorteil, dass er ein bisschen frustriert war und viel mit seinen eigenen Spielern geschrien hat. Dadurch war er nicht zu hundert Prozent auf sein Spiel fixiert, das hat ihn geschwächt.“

Alles in allem machte sich beim mehrfachen ÖFB-Nachwuchsteamspieler Zufriedenheit breit, wie man Zlatan „bespielte“, wie sein Pflichtspiel-Debüt verlief und welche Sympathien die neue Zusammensetzung der Zentrale weckte.

Nicht umsonst sehen viele in Dragovic und Hinteregger das Innenverteidiger-Duo der Zukunft.


Alexander Karper / Peter Altmann

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