LAOLA1-Einzelkritik zu Österreich-Schweden

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Österreich 1, Schweden 1.

Die Truppe von Teamchef Marcel Koller lieferte im ausverkauften Happel-Stadion eine couragierte Leistung ab, musste sich aber trotz zahlreicher Chancen mit einem Unentschieden begnügen.

Ein unnötiger Gegentreffer von Zengin (12.) egalisierte die Führung von David Alaba (7./Elfmeter) und ließ den Traum von den ersten drei Punkten in der EM-Qualifikation platzen.

LAOLA1 nahm die Leistungen der rot-weiß-roten Spieler wie gewohnt genau unter die Lupe.

  ROBERT ALMER (16 Spiele/0 Tore)

Obwohl Almer seit dem Ländermatch gegen Tschechien (3. Juni) kein Wettkampfspiel mehr bestritten hatte, vertraute Teamchef Koller auf den Hannover-Reservisten. In der ersten Hälfte gab es für die rot-weiß-rote Nummer eins so gut wie gar nichts zu halten. Beim Gegentor machtlos, beim Latten-Schuss von Zengin ebenfalls nicht am Ball. Auch in den zweiten 45 Minuten musste der Schlussmann nie entscheidend eingreifen.

 

  FLORIAN KLEIN (21/0)

Der Neo-Stuttgarter bekam rechts in der Viererkette den Vorzug gegenüber György Garics. Und der Blondschopf rechtfertige seine Aufstellung. Der Oberösterreicher war ein Aktivposten im Spiel nach vorne. Viele Flanken, gute Einzelaktionen und ein gutes Zusammenspiel mit Stuttgart-Kollege Harnik prägten seinen Auftritt in Hälfte eins. Auch defensiv in Ordnung, wenngleich gelegentlich mit Zengin ein wenig überfordert, dank seines aggressiven Pressings wurden aber einige Male bereits in der gegnerischen Hälfte die Bälle erobert. Insgesamt eine tolle Performance, obwohl er beim Gegentreffer nicht ganz unschuldig war.

 

ALEKSANDAR DRAGOVIC (31/0)

Dem Kiew-Legionär war es vorbehalten, sich über weite Strecken der Partie mit Superstar Ibrahimovic zu duellieren. Dabei machte der Innenverteidiger eine sehr gute Figur. Vom PSG-Star war in den ersten 45. Minuten wenig zu sehen. Bei der einzig wirklich gefährlichen Aktion des schwedischen Rekord-Torschützens, der per Kopf die Vorlage zum Ausgleich vorbereitete, war der Wiener nicht zugeteilt oder es fehlte die Absprache mit Partner Hinteregger. Auch nach dem Seitenwechsel eine trockene und äußerst routinierte Leistung.

 

MARTIN HINTEREGGER (4/0)

Zu Beginn war dem Kärntner ein wenig die Nervosität anzusehen, spielte er doch zunächst lediglich Alibi-Pässe. Vor dem Ausgleich verlor er zudem das Kopfball-Duell mit Ibrahimovic. Doch mit Fortdauer steigerte sich der „Bulle“. Ein schöner Pass auf Alaba gab ihm sichtlich Selbstvertrauen. Danach folgte eine tadellose Leistung. Immer wieder  leitete er mit klugen Pässen schnelle Vorstöße ein. Zudem rettete er einmal als letzter Mann in höchster Not. Kurz nach der Pause setzte er einen Kopfall neben die Stange.

 

CHRISTIAN FUCHS (61/1)

Der „Knappe“ erlebte links eine nicht so intensive erste Hälfte wie sein Pendant Klein. Dies hatte zwei Gründe: Erstens, weil Schweden meistens über die andere Seite gefährlich wurde, zweitens, weil die Angriffsbemühungen der ÖFB-Auswahl zunächst häufiger über die Achse Klein/Harnik liefen. Nach einer gewissen Zeit zog es den Kapitän aber auch häufiger nach vorne – die Ausbeute fiel aber im Vergleich zu Klein wesentlich geringer aus.

 

JULIAN BAUMGARTLINGER (32/1)

Teamchef Koller ließ hinter dieser Position ein Fragezeichen, entschied sich schlussendlich aber für den Mainz-Legionär anstelle eines Akteurs aus dem Salzburg-Duo Leitgeb und Ilsanker. Offensiv nur selten ins Spiel eingebunden. In der 40. Minute scheiterte er aber alleingelassen, etwas zögernd, an Keeper Isaksson. Ansonsten solide Vorstellung in der Zentrale, in der er als Taktgeber agierte und oft das richtige Timing hatte, wann er das Tempo rausnimmt und wann nicht.

 

  DAVID ALABA (33/6)

Das Um und Auf im Aufbauspiel des ÖFB-Teams verzeichnete die erste Offensivaktion und legte in dieser Tonart weiter. Zwang Larsson bei seiner Hereingabe zum Handspiel, den Elfmeter verwertete er in der siebenten Minute eiskalt ins linke obere Eck und sorgte damit für einen Blitzstart. Bekam den Ellbogen von Ibrahimovic zu spüren, ohne Folgen für den PSG-Star. Wenn es gefährlich wurde, dann war die Nummer acht, die allerdings im zweiten Durchgang ähnlich wie ihre Nebenleute einen Gang zurückschaltete, mit dabei.

 

MARTIN HARNIK (44/10)

Spulte viele Kilometer ab, machte sich aber mit Annahmefehlern teils selbst das Leben schwer. Bereitete in der ersten Halbzeit eine Top-Chance von Arnautovic vor und scheiterte selbst nach kurz abgespielter Ecke (27.). In einigen Situationen zu verspielt, jedoch immer wieder gefährlich (37.). Stand auf der rechten Seite klar im Schatten von Hintermann Florian Klein, der mehr Zug zum Tor bewies, als der vermeintlich offensiver ausgerichtete Stuttgart-Klubkollege. In der 86. Minute für Valentino Lazaro ausgewechselt.

 

ZLATKO JUNUZOVIC (33/4)

Laufstark wie eh und je, forcierte er das Pressing der ÖFB-Elf. Offensiv immer anspielbar, stopfte er defensiv die Löcher und deckte die Passwege im Spielaufbau der Schweden ab. Allerdings war der Bremer nicht so ins Angriffsspiel eingebunden, wie schon öfters gesehen. Rackerte viel, hatte jedoch nicht allzu viele Ballkontakte und vergaß in der einen oder anderen Situation auf den Endzweck. Machte in der 77. Minute Platz für Christoph Leitgeb.

 

MARKO ARNAUTOVIC (36/7)

Unauffälliger Beginn des Stoke-Legionärs, der sich von Beginn an über missglückte Aktionen ärgerte. Hatte nach dem schnellen Ausgleich zum 1:1 (12.) postwendend die Chance auf die erneute Führung, hämmerte den Ball aber aus aussichtsreicher Position über die Latte. Beteiligte sich aktiv an der Defensivarbeit und erntete dafür Szenenapplaus. Oft jedoch zu unscheinbar und öfters im Rückwärtsgang als mit der letzten Entschlossenheit in Richtung gegnerisches Tor.

 

MARC JANKO (41/17)

Trotz Reise-Strapazen aus Australien vorerst weiterhin unter Koller gesetzt. Ein Fehlpass zum Auftakt, dann die eine oder andere Balleroberung, allerdings ohne Fortune. Wirkte eher wie ein Fremdkörper im Offensivspiel der Hausherren. Hatte nur zwei wahre Torchancen, vergab aber beide aus aussichtsreicher Position per Kopf. Sonst zog er in diversen Kopfballduellen zumeist den Kürzeren. Wurde in der 69. Minute unter vereinzelten Pfiffen erlöst, für ihn kam Rubin Okotie.

 

RUBIN OKOTIE (6/0)

Der werdende Vater kam in der 69. Minute für den glücklosen Janko ins Spiel. Doch auch der 1860-München-Legionär konnte sich kaum in Szene setzen und fiel nur mit einigen Abseitspositionen auf.

 

 

CHRISTOPH LEITGEB (39/0): Zu kurz eingesetzt

Kam in der 77. Minute für den ausgelaugten Zlatko Junuzovic ins Spiel. Fand schwer ins Spiel, agierte ohne aufzufallen.

 

VALENTINO LAZARO (2/0): Zu kurz eingesetzt

Durch seine Einwechslung ist er für ewig an den ÖFB gebunden.


Martin Wechtl/Alexander Karper

 

- Sehr Gut

- Gut

- Befriedigend

- Genügend

- Nicht Genügend

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