Shooting-Star Hrgota: "Tore sind nur das Plus"

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Zlatan Ibrahimovic kann fast alles. Nur jünger wird auch er nicht.

Der 32-Jährige spielt sicherlich noch einige Jahre auf höchstem Level, aber mittelfristig wird sich Schweden um einen Nachfolger umsehen müssen.

Einer, der das Zeug dafür hätte, in die riesigen Fußstapfen des PSG-Superstars zu treten, ist Branimir Hrgota. Das hat der 21-jährige Mönchengladbach-Profi in dieser Saison bereits bewiesen.

Mit sieben Toren in fünf Einsätzen gilt der Stürmer als der Shooting-Star schlechthin bei den Borussen. Das hat ihm die erstmalige Nominierung für die Nationalmannschaft eingebracht. Nach seinem Debüt für die „Blagult“ am Donnerstag beim 2:0 gegen Estland will der Angreifer mit kroatischen Wurzeln nun auch gegen Österreich groß aufspielen.

„Es wird ein hartes Spiel. Österreich hat einige großartige Fußballer aus der deutschen Bundesliga. Aber hoffentlich können wir diese Partie genauso gewinnen wie die letzte damals in Stockholm“, erklärt der Youngster vor dem EM-Quali-Auftakt am Montag.

Favre: „Er ist ein Super-Fußballer“

Hrgota wechselte vor zwei Jahren nach Deutschland. Gladbach holte ihn um 400.000 Euro vom schwedischen Zweitligisten Jönköping. Trainer Lucien Favre gilt als großer Fan des talentierten Tricksers. Der Spruch „Vergessen Sie Hrgota nicht“ wurde zum Kult-Sager in Gladbach.

Denn in seinen ersten beiden Jahren bei den „Fohlen“ blieb dem Youngster der endgültige Durchbruch verwehrt. Oft kam er zu Kurzeinsätzen, in der Stammelf konnte er sich jedoch nie etablieren. Mittlerweile hat er damit sogar einen Rekord aufgestellt: Seit dem 0:0 gegen Freiburg am letzten Sonntag hält Hrgota bei 45 Bundesliga-Partien, ohne dabei jemals durchgespielt zu haben.

„Klar, er hat noch zu tun. An seiner Beinarbeit, an seinem Kopfball. Das weiß er, wir arbeiten daran. Das wird seine Zeit brauchen und er benötigt ein wenig mehr Spielpraxis. Aber Hrgota ist sehr, sehr stark. Er ist ein Super-Fußballer“, lobt Favre seinen Schützling.

Fünf Tore im EL-Playoff

Mit seinen Treffern zu Beginn dieser Saison scheint Hrgota das Klischee des „Trainingsweltmeisters“ widerlegt zu haben. Nach zwei Toren im Pokal erregte er mit fünf Treffern in den beiden EL-Playoff-Spielen gegen den FK Sarajevo so viel Aufmerksamkeit, dass auch Erik Hamren auf ihn aufmerksam wurde.

Für den schwedischen Teamchef könnte der technisch versierte Hrgota zum Ass im Ärmel werden. Nach der Verletzung von Nabil Bahoui, 23-jähriger Dribbelkünstler bei AIK Solna, steht noch nicht fest, wer im 4-3-3-System die Position des linken Flügelstürmers einnimmt. Hrgota wäre ein Kandidat dafür.

Gut möglich, dass ihn Hamren aber auch als Joker einplant. Mir seiner Schnelligkeit und Torgefährlichkeit ist er prädestiniert für diese Rolle.

Informationen von Stranzl

Über die österreichische Mannschaft hat sich der Gladbach-Profi bei seinem Teamkollegen Martin Stranzl erkundigt. Was genau ihm der Ex-Nationalspieler erzählt hat, will der Schwede jedoch nicht verraten: „Er hat mir ein bisschen etwas erzählt, aber vor allem haben wir über Österreich als Land an sich gesprochen. Außerdem meinte er, dass Wien eine großartige Stadt ist.“

Viele der ÖFB-Kicker kennt Hrgota natürlich bereits aus der Bundesliga. „Wenn unser Teamchef sagt, Österreich sei der Favorit, dann hat er damit Recht. Viele Österreicher spielen in der deutschen Bundesliga, deswegen verfügt ihr über ein bisschen bessere Spieler als wir. Aber wir werden unser Bestes geben und wollen hier natürlich gewinnen.“

Besonders gefährlich seien neben David Alaba vor allem die offensiven Flügelspieler. „Mit Marko Arnautovic und Martin Harnik verfügt Österreich dort über tolle Fußballer.“

„Tore sind nur das Plus“

Hrgota selbst spuckt vor seinem möglicherweise zweiten Länderspiel-Einsatz keine großen Töne. „Natürlich wäre ich glücklich, wenn ich ein Tor schießen könnte. Aber ich konzentriere mich erst einmal darauf ein gutes Spiel zu machen. Tore sind dann nur das Plus, das dazu kommt“, erklärt der Gladbacher.

Parallelen zu Ibrahimovic, dessen Eltern ebenfalls aus dem ehemaligen Jugoslawien nach Schweden kamen,  sieht der Youngster keine. Dennoch findet Hrgota für sein Vorbild nur lobende Worte: „Er ist ein besonderer Fußballer, einer der besten der Welt. Mit ihm gemeinsam spielen zu dürfen, ist eine große Ehre.“

Die Fußstapfen des Superstars sind für den jungen Gladbacher vorerst also noch kein Thema. Bei dieser Entwicklung könnten sie in Zukunft aber eines werden.

 

Jakob Faber

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