"Ich will dieses Vertrauen nicht missbrauchen"

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Wenn das Nationalteam zum Rettungsanker wird, muss einiges vorgefallen sein – so wie im Fall von Marko Arnautovic.

In Tagen wie diesen ist es selbst für den Offensivspieler eine ungewohnte Situation, wieder dem nachzugehen, was ihm am meisten am Herzen liegt, nämlich Fußball zu spielen.

Nach seiner Suspendierung bei Werder Bremen wurde der 24-Jährige mit Hohn und Spott bedacht, nicht zum ersten Mal steht seine Karriere auf der Kippe.

Mit der Isolation ist nun aber vorerst Schluss. Marcel Koller sei Dank. Denn der Teamchef hat das Vertrauen in seinen Schützling längst nicht verloren.

„Weiß Vertrauen des Teamchefs zu schätzen“

„Ich weiß natürlich das Vertrauen des Teamchefs zu schätzen. Er hat mit mir darüber gesprochen. Einen Riesen-Dank an ihn, ich will dieses Vertrauen nicht missbrauchen. Das Ziel ist, dass ich hier meine Leistung bringe“, nimmt Arnautovic im Gespräch mit LAOLA1 Stellung.

Es sind die kleinen Dinge, die ihm im idyllischen Südburgenland wieder ein Lächeln auf die Lippen zaubern.

„Es ist ein schönes Gefühl. Ich freue mich natürlich riesig, dass ich endlich wieder mit der Mannschaft spielen darf. Ich brauche Gegenspieler auf dem Feld“, genießt der auserkorene „Bad Boy“ die Trainingseinheiten des ÖFB-Teams.

Zwar durfte er sich zuletzt das eine oder andere Mal in Werders U23-Team fit halten, darüberhinaus war er aber zusammen mit einem Konditionstrainer auf sich alleine gestellt.

„Werde hoffentlich gebraucht“

„Ich habe also noch hartes Training gehabt, es ist einfach fortgesetzt worden. Ich fühle mich gut, ich fühle mich wohl. Das ist das Wichtigste“, ist der Legionär für das WM-Quali-Duell mit Schweden bereit.

Selten zuvor stellte der Wiener die Mannschaft so in den Vordergrund wie diesmal. Verständlich, aufgrund seiner Situation an der Weser.

„In den letzten fünf Wochen war ich immer der Außenstehende. Jetzt bin ich wieder in einer Mannschaft, in der ich – hoffentlich – gebraucht werde. Das fühlt sich natürlich gut an“, gab Arnautovic beim Fußball-Tennis gleich mächtig Gas.

Sein Vertrag bei Werder läuft noch ein weiteres Jahr, nach der Suspendierung steht aber trotz Trainerwechsels noch einiges in den Sternen.

„Das werden wir dann sehen, das weiß ich noch nicht. Zuerst Nationalteam, dann werden wir alles weitere sehen.“

Zuletzt suchten die Verantwortlichen kaum den Kontakt zum „Verstoßenen“, auch die Vorstellungen von Neo-Coach Robin Dutt sind dem fünffachen Saison-Torschützen noch nicht bekannt.

„Bremen will noch mit mir weitermachen“

„Ich habe schon Kontakt, aber halt nicht zum Sportdirektor. Sie wollen natürlich noch mit mir weitermachen. Aber man wird sehen, was dabei herauskommt."

Werder-Kollege Zlatko Junuzovic greift seinem Nebenspieler verbal unter die Arme und hofft, dass das ganze Theater langsam aber doch ad acta gelegt wird.

„Dadurch, dass Bremen den Klassenerhalt geschafft hat, sollte man das schon langsam einmal abhaken. Er ist jetzt im Team dabei, der Trainer hat so entschieden. Wir akzeptieren das natürlich.“ Nachsatz: „Beim Marko wird ja in Deutschland auch ein bisschen zu viel aufgepusht.“

Ob die Bremer den ÖFB-Legionär tatsächlich noch einmal begnadigen, bleibt abzuwarten. Über die Zukunft entscheidet Arnautovic erst nach seinem Ausflug zum Nationalteam, und diesen will er in vollen Zügen genießen.


Alexander Karper

Teamchef Koller steht zu seiner Entscheidung und stärkt dem Nominierten den Rücken. Allerdings versucht er auch, den ohnehin ständig in der Öffentlichkeit stehenden Profi aus der Schusslinie zu nehmen.

Arnautovic unter Beobachtung wie 22 andere auch

Unter spezieller Beobachtung sieht der Schweizer den Edeltechniker jedoch keineswegs.

„Marko ist jetzt nicht alleine hier, es werden 23 Spieler hier sein. Da hat jeder das Vertrauen des Trainerteams. Wir haben das miteinander besprochen, das gilt für jeden. Das ist nicht nur auf einen zugeschnitten.“

Arnautovic selbst gibt sich einsichtig und will sich von seiner besten Seite präsentieren. Die beste Variante wäre es, mit Leistung zu punkten.

„So überheblich bin ich auch wieder nicht, dass ich sage, immer meine Leistung zu bringen. Natürlich habe ich auch einmal Höhen und Tiefen“, gibt der 26-fache Teamspieler (7 Tore) zu.

„Ich versuche natürlich, diese Woche im Training alles zu geben, um dann gegen Schweden fit zu sein und – wenn mich der Trainer von Anfang an aufstellt – natürlich Gas zu geben und meine Aufgaben gescheit zu erfüllen.“

Zukunft steht in den Sternen

Erst nach dem Nationalteam-Aufenthalt soll sich klären, wie es mit Arnautovic in Zukunft weitergehen wird.

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