"Es ist natürlich nicht so einfach ohne Automatismen"

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Da stand er nun. Zwischen den Pfosten, wo er hingehört. Und es fühlte sich gut an, die Atmosphäre beim 2:1-Erfolg im ausverkauften Happel-Stadion zu inhalieren.

Denn unverhofft kommt bekanntlich oft. So auch für Robert Almer, dessen Bestätigung als Nummer eins im ÖFB-Nationalteam als klares Bekenntnis verstanden werden kann.

Selbst in einer Phase, in der der 29-jährige Steirer von einem Stammplatz bei Fortuna Düsseldorf weit entfernt war, entschied sich Teamchef Marcel Koller für die Erfahrung und die Qualitäten des Torhüters.

Und das, obwohl Heinz Lindner mit der Austria eine sensationelle Saison gespielt hatte oder auch Ramazan Özcan bei Ingolstadt in der zweiten deutschen Liga aufhorchen ließ.

Almers Aufstellung wurde belohnt

Selbst Schweden-Teamchef Erik Hamren wunderte die Aufstellung. „Janko und Almer haben uns in der Startelf überrascht, das hatten wir nicht auf dem Zettel.“

Doch Koller blieb seiner Linie treu und bewies – im Gegenteil zu anderen Trainerkollegen -, dass sich Qualität gegen Spielpraxis durchsetzen sollte.

„Natürlich war es ein Risiko, diese Spieler, die in den letzten Monaten keine Einsätze hatten, einzusetzen. Das ist letztendlich belohnt worden“, stellte der Schweizer klar.

Almer scheint bei ihm einen Stein im Brett zu haben, seit seiner ersten Nominierung. Doch zu Beginn der Partie war ihm die Nervosität schon anzusehen.

„Es ist natürlich nicht so einfach“

„Es war eigentlich ganz in Ordnung. Den ersten Ball habe ich vielleicht mit zu viel Risiko genommen, aber ansonsten war es solide“, beurteilte der Keeper im Gespräch mit LAOLA1 seine dargebotene Leistung.

Almer, der seinen Abschied aus Düsseldorf bereits bekannt gab, konnte sich mit Fortlauf der Partie steigern, nachdem Unsicherheiten in der ersten Hälfte – ein katastrophaler Abschlag hätte zu einem frühen Gegentreffer führen können - Schlimmes erahnen ließen.

Der Ex-Austrianer führte dies auch auf die fehlende Spielpraxis zurück, nachdem er in dieser Saison lediglich zehn Minuten im Tor des deutschen Bundesliga-Absteigers stand.

„Es ist natürlich nicht so einfach. Speziell was die Konzentration betrifft, ist es auf alle Fälle einfacher, wenn du regelmäßig spielst.“

Ohne Automatismen im Wettkampf-Situation

Im Duell mit den „Tre Kronor“ wurde dem Schlussmann alles abverlangt – sowohl physisch als auch mental.

„So wie es bei mir heuer war, bin ich jetzt eigentlich fix und fertig. Es ist von der Konzentration einfach um das mehr, was man sonst, wenn man jedes Wochenende spielt, als Automatismen drinnen hat.“

Doch Almer hatte bei weitem keine Erklärungsnot, schließlich ließ er mit Leistung die Diskussion um seine Aufstellung verstummen. Vor allem mit seinen Paraden in der Drangperiode der Schweden hielt er die ÖFB-Elf im Spiel.

„Man kann genauso gut sagen, dass wir auch früher das dritte Tor machen hätten können. Das ist reine Spekulation. Aber wichtig für mich war, dass ich die gehalten habe“, wollte der Rückhalt nichts von spielentscheidenden Paraden wissen.

Jubel, Urlaub, Transfer

Beim späten Gegentor durch Elmander (82.) war Almer machtlos. Umso größer war die Erleichterung nach dem Schlusspfiff, umso ausgelassener die Stimmung auf der Ehrenrunde.

„Es ist was Besonderes. Das letzte Jahr in der deutschen Bundesliga war nicht so, wie ich mir das vorgestellt habe. Jetzt ist es aber wichtig, dass wir gegen Schweden die drei Punkte geholt haben. Jetzt können wir unseren Urlaub genießen.“

Zuerst lässt er die Seele baumeln, dann wird er sich um einen neuen Arbeitgeber bemühen. Gerüchte über einen möglichen Wechsel zu Rapid dementiert er zum wiederholten Male klipp und klar.

„Ich habe immer wieder betont, dass ich mit keinem von Rapid in irgendeiner Weise Kontakt gehabt habe. Im Moment wäre das für mich nur Spekulation, da braucht man darüber gar nicht diskutieren.“

Wohin sein Weg dann führt? „Das wird man sehen, das wird sich in den nächsten paar Wochen entscheiden. Schauen wir mal, wohin die Reise geht.“


Alexander Karper/Peter Altmann/Jakob Faber/Martin Wechtl

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