Suttner sieht sich als Gewinner

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Suttner: "Ich zähle mich zu den Gewinnern"

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Es gibt im Nationalteam fraglos einfachere Jobs, als der Backup von Christian Fuchs zu sein.

Das weiß auch Markus Suttner.

Für den Ersatzmann eines etablierten Stammspielers gibt es im Prinzip ohnehin nur eine Devise: Jede verfügbare Chance nützen. Das hat der Austrianer in seinen ersten beiden Länderspielen gegen Finnland und die Ukraine getan.

Dementsprechend selbstbewusst fällt seine persönliche Bilanz aus: „Sicher zähle ich mich zu den Gewinnern. Ich habe zwei Mal die Chance gekriegt, zwei Mal solide gespielt und mich für weitere Einsätze empfohlen.“

„Fuchs hat natürlich die Berechtigung, dass er spielt“

Die aktuelle Hackordnung auf der Position des Linksverteidigers ist jedoch auch dem Niederösterreicher klar. Deshalb sei dies ausdrücklich „keine Kampfansage. Der ‚Fuchsl‘ spielt auf Schalke, hat also natürlich die Berechtigung, dass er spielt. Aber wir brauchen in der WM-Qualifikation nicht nur elf, sondern 23 Spieler.“

Für Suttner, der in seinen beiden ÖFB-Auftritten eine hundertprozentige Siegquote aufweist, ging es vielmehr darum, den Nachweis zu erbringen, dass sich Teamchef Marcel Koller im Fall der Fälle auf ihn verlassen kann.

Dies war das kurzfristige Ziel. Mittel- bis langfristig glaubt der 25-Jährige aber, den um ein Jahr älteren Deutschland-Legionär herausfordern zu können:

„Wenn ich das nicht glauben würde, wäre ich hier falsch. Ich sehe es so, dass ich meine Leistung gebracht und gezeigt habe, dass ich es auch kann. Alles andere ist Trainersache.“

„Sicher haben Legionäre ein anderes Standing“

Gegen die Ukraine war Suttner, nachdem György Garics den verletzten Florian Klein ersetzt hatte, eine Zeit lang der einzige ÖFB-Feldspieler auf dem Rasen des Tivoli-Stadions, der sein Geld in der heimischen Bundesliga verdient.

Die Tendenz geht ohne Zweifel dahin, dass es für in Österreich tätige Kicker immer schwerer wird, sich einen Stammplatz im Nationalteam zu erarbeiten.

Dessen ist sich auch Suttner bewusst: „Sicher haben die Legionäre ein anderes Standing, ich glaube jedoch, dass Florian Klein und ich auch unsere Leistung gebracht haben. Aber natürlich ist das Ausland ein Ziel, und dann wird sicher auch der Stellenwert höher werden.“

Gute Leistungen im Nationalteam waren schon für andere Spieler ein Sprungbrett: „Wenn man gut spielt, schauen die Scouts auch zu. Dann wird sich vielleicht auch etwas ergeben.“

„Ich sage nicht, dass ich weg will“

Der Vertrag bei der Austria läuft noch bis 2016: „Dort fühle ich mich sehr wohl. Ich sage auch gar nicht, dass ich weg will. Aber wenn etwas kommt, kann man immer darüber reden.“

Suttner ist nach Zlatko Junuzovic, Veli Kavlak, Sebastian Prödl, Martin Harnik, Erwin Hoffer und Rubin Okotie der siebte U20-WM-Held von 2007, der den Sprung ins Nationalteam geschafft hat.

Ein Blick auf die Kaderliste von damals zeigt, wie schnell es im Fußball auch in die andere Richtung gehen kann. Akteure wie Siegfried Rasswalder (Austria Klagenfurt) oder Thomas Panny (Ostbahn XI) sind von der Profi-Bildfläche verschwunden.

„Ich freue mich, dass ich es geschafft habe, aber es ist umso bitterer, dass ein paar von uns nur Landesliga oder Regionalliga spielen, denn wir waren gute Freunde“, leidet Suttner mit den Jahrgangs-Kollegen.

Mehr Offensivdrang gegen Rumänien

Während sich diese das Länderspiel gegen Rumänien nur im TV anschauen können, wird der 25-Jährige mit hoher Wahrscheinlichkeit sein drittes Länderspiel absolvieren.

„Diesmal will ich auch mehr nach vorne zeigen“, hat sich Suttner vorgenommen, denn dies sei seine Stärke, auch wenn diese gegen die Ukraine aufgrund der Duelle mit einem Jungstar nicht so sehr zur Geltung gekommen sei:

„Da habe ich nicht so viel nach vorne machen können, denn Yarmolenko war nicht so schlecht. Mein bisher bester Gegenspieler war er jedoch nicht, so extrem habe ich ihn gar nicht empfunden.“

Wer weiß, vielleicht lautet Suttners ÖFB-Bilanz ab Dienstagabend ja drei Siege aus drei Spielen…

Peter Altmann

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