Fuchs: "Der Teufel schläft nicht"

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Christian Fuchs erhebt seine Stimme.

„Wir sind noch nicht qualifiziert“, ermahnt der ÖFB-Kapitän die anwesenden Journalisten. „Ihr könnt reden, was ihr wollt. Der Teufel schläft nicht. Wir haben es noch nicht geschafft.“

Marcel Koller und seine Spieler sind darum bemüht, die Euphorie zu zügeln. Das Ticket nach Frankreich ist noch nicht fix. Die volle Konzentration gilt dem ausverkauften EM-Qualifikationsspiel gegen Moldawien.

„Wir können etwas Großes erreichen“

„Es ist wichtig, dass wir unsere Aufgabe erfüllen. Ganz egal, ob wir das große Ziel erreichen können“, meint der Teamchef. Gewinnt Russland das bereits um 18 Uhr angesetzte Spiel gegen Schweden nicht, hätte seine Elf die Chance, mit einem Sieg endgültig alles klar zu machen.

Das Ergebnis wolle man den Spielern vor dem Aufwärmen mitteilen, meint Koller. „Natürlich würde das Kräfte freisetzen, wenn wir wissen, dass wir die Qualifikation fixieren können“, sagt Fuchs.

„Wir können etwas Großes erreichen. Man bekommt nasse Hände, wenn man daran denkt. Es ist ein super Gefühl, dieser Mannschaft anzugehören.“

Prödl oder Wimmer?

Dennoch gelte der absolute Fokus dem nächsten Gegner. „Wir wollen uns nicht ablenken lassen. Wenn ein, zwei Prozent fehlen, kann die Sache schon ganz anders laufen. Wir müssen konsequent sein“, bekräftigt Koller.

Seinen Matchplan will der Schweizer intern besprechen. Die Aufstellung (Jetzt im LAOLA1-Teamchef Startelf tippen und gewinnen) scheint sich von selbst zu ergeben. Nur die Frage, wer Martin Hinteregger als zweiten Innenverteidiger ersetzt, ist offen. Sebastian Prödl und Kevin Wimmer kommen dafür in Frage. Der Watford-Legionär scheint aufgrund seiner Matchpraxis und Erfahrung im Vorteil.

Unabhängig von der personellen Besetzung der Abwehr will das ÖFB-Team den Gegner früh unter Druck setzten. „Wir haben uns Moldawien angeschaut. Sie haben ihre Qualitäten am Ball, wollen gut herausspielen. Da dürfen wir ihnen keine Zeit lassen. Wir sind auf frühe Balleroberungen aus“, gibt Kapitän Fuchs die Marschroute vor.

Almer kann Koncilia-Rekord knacken

Tormann Robert Almer kann in dieser Partie gleich auf doppelte Weise Historisches schaffen. Nicht nur mit der erstmaligen, sportlichen Qualifikation für eine EM, sondern auch mit seiner Torsperre. 35 Minuten fehlen ihm auf den Rekord von Friedl Koncilia aus dem Jahr 1983.

„Das ist keine zusätzliche Motivation. Der Rekord bestätigt nur, dass wir in der Defensive gut stehen“, bleibt der Austria-Torwart bescheiden. Erstmals seit einer gefühlten Ewigkeit wird der 31-Jährige wieder als Stammtorhüter seines Vereins ein Länderspiel bestreiten.

Großartig ändern würde sich dadurch für ihn jedoch nichts. „Es ist kein großer Unterschied. Natürlich fallen mir manche Abläufe jetzt aber einfacher.“

Ein Team voller Leadertypen

Almer trägt bei der Austria genauso die Kapitänsschleife wie Julian Baumgartlinger bei Mainz oder Michael Madl bei Sturm. Mit Martin Harnik, Zlatko Junuzovic, Aleksandar Dragovic, David Alaba, Marc Janko oder auch Fuchs und Prödl stehen weitere Leadertypen im Kader.

Das macht sich auch am Feld bemerkbar: „Am Platz gibt es sehr viel Kommunikation, das hört man aufgrund der Lautstärke der Zuschauer gar nicht. Wir reagieren als Mannschaft auf dem Platz sehr gut. Keiner ist mundscheu. Informationen werden weitergegeben. Auch zum und vom Trainer“, gibt Fuchs einen Einblick in die Mannschaftsdynamik.

Koller ergänzt: „Wir haben nicht irgendeinen speziellen Führungsspieler, sondern viele gestandene Profis mit viel Erfahrung. In meinen vier Jahren, die ich hier bin, ist die Mannschaft gewachsen, hat viele Erfahrungen gesammelt.“

Der Teufel soll schlafen gehen

Gegen Moldawien soll dieses routinierte Team nun das vollenden, was in Moldawien begonnen hat. Seit dem Auswärtssieg wurde jede EM-Qualifikationspartie gewonnen. Der knappe 2:1-Erfolg in Chisinau war so etwas wie die Initialzündung dafür.

„Der Sieg war wichtig, weil er nicht so einfach war. Das hat uns Selbstvertrauen gegeben. Wir haben gesehen, dass wir nicht hektisch sein dürfen, sondern geduldig bleiben müssen“, sagt Koller.

Auf diese Parole wird es auch diesmal ankommen. Damit der Teufel endlich schlafen gehen kann und Österreich das EM-Ticket löst.

 

Jakob Faber

Name Verein/Verband
Brian Talbot Fulham FC
Horst Franz SV Darmstadt
Roberto Marta Atalanta Bergamo
Florian Karasek FC Schalke 04
Thomas Bormann TSG Hoffenheim
Ludwig Trifellner Hamburger SV
Klaus Häusler Bayer Leverkusen
Erwin Hadewicz VfB Stuttgart
Fritz Riedmüller SK Rapid Wien
Reine Almqvist Schwedischer Fußball-Verband
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