Playstation statt Transferhektik

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Dragovic: "Mein nächstes Ziel ist ein Topklub"

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Insgesamt elf Mitglieder des aktuellen ÖFB-Kaders haben in diesem Sommer den Verein gewechselt, also fast die Hälfte.

Der Spieler, um den es international wohl die meisten Gerüchte gibt, ist immer noch für seinen bisherigen Arbeitgeber aktiv.

Zumindest in der Herbst-Saison wird Aleksandar Dragovic weiterhin für Dynamo Kiew verteidigen.

Auch am Deadline Day gab es Meldungen, wonach es zu einem Last-Minute-Transfer kommen könnte.

Playstation statt Transferhektik

Zahlreiche Telefonate? Intensive Verhandlungen bis zum letzten Moment? So könnte man sich die Abendstunden des 31. August für den 24-Jährigen vorstellen.

Ganz so dürfte es nicht gewesen sein, Dragovic ging es laut eigener Aussage viel gemütlicher an: „Ich bin im Hotel gesessen und habe Playstation gespielt. Von dem her war es sehr, sehr ruhig.“

Mit neun Millionen Euro, die Kiew im Sommer 2013 an den FC Basel überwies, führt der Innenverteidiger nach wie vor die Liste der Rekordablösen für österreichische Fußballer an.

Sollte ihm der Sprung aus der Ukraine in eine Topliga gelingen, würde diese Summe tendenziell noch einmal deutlich überboten werden. Medial ist immer wieder von einer Forderung von 18 Millionen Euro die Rede.

„Nicht die Vereine dabei, die ich mir vorgestellt habe“

Interessenten gibt es natürlich für einen Spieler seiner Klasse. Das leugnet Dragovic auch gar nicht: „Es gab auch in dieser Transferzeit zwei, drei Gespräche. Es waren aber nicht die Vereine dabei, die ich mir vorgestellt habe.“

Heißt dies übersetzt, dass ein Wechsel eher an den eigenen Präferenzen als am Veto von Kiew gescheitert ist? „Das kann man so sagen.“

Auf eine Präferenz will sich der Wiener natürlich nicht festlegen und grinst: „Dafür haben wir einen Teamchef.“ Am Ende sei egal, wer spielt, wichtig seien nur die drei Punkte für Österreich.

Floskel hin, Floskel her, interessant wird Kollers Wahl allemal. Die Routine und die Spielpraxis sprechen ganz klar für Watford-Legionär Sebastian Prödl. Bekommt Tottenham-Legionär Kevin Wimmer den Vorzug, könnte Rechtsfuß Dragovic jedoch auf der von ihm bevorzugten halbrechten Abwehrposition bleiben.

Qualifikation daheim wäre „umso schöner“

Eine große Umstellung wäre ein Wechsel auf links jedoch nicht: „Bei Kiew spiele ich auch immer links, aber natürlich ist es rechts für mich ein bisschen leichter mit dem rechten Fuß. Es ist aber auch keine Tragödie, wenn ich halblinks spielen müsste.“

Dass dies ob der Chance, sich erstmals seit 18 Jahren aus eigener Kraft für ein Turnier zu qualifizieren, ein spezieller Lehrgang ist, liegt auf der Hand.

Dragovic macht kein Hehl daraus, dass er diesen Moment bevorzugt in Wien erleben möchte: „Wenn es wirklich gegen Moldawien so sein sollte, wäre es umso schöner, denn daheim ist es immer ein bisschen schöner als auswärts.“

Wie seine Kollegen warnt jedoch auch der Abwehrspieler davor, die Aufgabe am Samstag zu unterschätzen: „Vielleicht wird es ein Geduldsspiel, denn ich nehme an, dass sie mit einer Fünferkette spielen werden.“

„Wollen ungeschlagen aus der Gruppenphase rauskommen“

Auch gegen Moldawien würde harte Arbeit warten: „Man hat auswärts in Moldawien gesehen, wie schwer es ist. Meiner Meinung nach haben wir mit ein bisschen Glück gewonnen, weil sie in der letzten Minuten noch eine Hundertprozentige hatten. Von dem her sind wir gewarnt, werden kompakt stehen und versuchen, ihre Konter abzufangen.“

An der Favoritenrolle Österreichs gibt es jedoch keine Zweifel, und dieser möchte man auch gerecht werden. Auch, weil es neben der Endrunde ein Nebenziel zu erreichen gilt:

„Wir wollen ungeschlagen aus der Gruppenphase rauskommen. Das hat Österreich schon lange nicht mehr geschafft. Das haben wir uns intern als Ziel gesetzt. Ob wir es schaffen, werden wir am Ende der Quali sehen. Aber wenn wir es schaffen, geht für jeden Spieler ein Traum in Erfüllung.

Peter Altmann

Der 38-fache Internationale, der rund um das Russland-Länderspiel mit dem FC Barcelona in Verbindung gebracht wurde, peilt bei seinem nächsten Wechsel keine Zwischenstation mehr an, also etwa einen Verein der Kategorie West Ham oder Villarreal.

Er möchte zu einem Spitzenverein und formuliert dies auch deutlich: „Mein nächstes Ziel ist ein Topklub. Ob ich es schaffen werde, kann ich nicht versprechen. Ich kann nur versprechen, dass ich sehr hart dafür trainiere.“

„Es gibt Schlimmeres, als mit Kiew Champions League zu spielen“

Seine bevorzugte Liga wäre die Premier League, eine Einschränkung bezüglich Destination gibt es für die Zukunft allerdings nicht. In der Gegenwart gilt die Konzentration weiterhin der Ukraine.

„Ich bin keinesfalls traurig, dass ich nicht gewechselt bin, denn es gibt Schlimmeres, als mit Kiew in der Champions League zu spielen“, beteuert Dragovic, „ich versuche mich weiterzuentwickeln, weiter Erfahrungen zu sammeln. In der Champions League war ich ohnehin schon lange nicht mehr.“

In der Königsklasse geht es gegen Chelsea, den FC Porto und Maccabi Tel Aviv. In Kiew tat man alles für ein gutes Abschneiden, neben Dragovic hielt man mit Andriy Yarmolenko einen weiteren vielumworbenen Akteur, was diesem sauer aufstieß. Der 25-Jährige hätte gerne den Sprung in eine Topliga gewagt.

Dragovic ist indessen froh, dass sein Kollege an Bord bleiben musste: „Ich bin glücklich, dass er geblieben ist, denn er ist für mich der beste Mann in der Ukraine.“

Neuer Partner in der Innenverteidigung

Gute Leistungen in der Champions League in Kombination mit einer guten Europameisterschaft könnten den Marktwert des ÖFB-Abwehrchefs weiter in die Höhe treiben.

Der nächste und womöglich finale Schritt zur EM in Frankreich soll am Samstag gegen Moldawien getan werden. Aufgrund der Verletzung des bereits abgereisten Martin Hinteregger muss sich Dragovic gegen die Osteuropäer und am Dienstag in Schweden auf einen neuen Partner in der Innenverteidigung einstellen.

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