Immer besser, immer weiter

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Alaba: "Habe kein Bock auf ein Ende"

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Von einer „spektakulär guten Leistung“ schrieb die „Süddeutsche“.

Als „next level shit“ bezeichnete der Deutschland-Experte des „Guardian“, Raphael Honigstein, die Performance.

Nach dem 3:0-Sieg der Bayern über Leverkusen überschlugen sich die deutschen Kommentatoren mit Lob für David Alaba.

Dabei wurde Österreichs zweifacher Sportler des Jahres von Pep Guardiola vor eine ganz neue Bewährungsprobe stellt. Denn erstmals musste jener Spieler, den der Spanier fast überall schon einmal einsetzte, als zentraler Innenverteidiger ran.

Der Schlüssel zum Bayern-Erfolg

Der 23-Jährige löste diese Aufgabe bravourös. Er hob das Abwehrspiel auf eine neue Stufe. 82 Prozent der Zweikämpfe entschied der Wiener für sich. Vor der Pause gewann er sogar jeden einzelnen.

„Wir haben fast keine Chancen zugelassen. Und das gegen diesen Gegner – Wahnsinn!“, sagt Guardiola, der ohne den gesperrten Jerome Boateng und den verletzten Mehdi Benatia auf einen gelernten Innenverteidiger in der Startelf verzichtete.

Alaba war der Schlüssel zum Erfolg. „Er liest die Angriffe des Gegners sehr gut“, meint der Coach. Klingt fast so, als hätte sich der ÖFB-Star mit dieser Leistung für weitere Aufgaben als Abwehrchef empfohlen. Einer Zukunft als reiner Innenverteidiger schwört der Betroffene selbst jedoch ab.

„Ich habe diese Position schon öfters gespielt. Diesmal bin ich erstmals in der Mitte zum Einsatz gekommen. Am wohlsten fühle ich mich aber im zentralen Mittelfeld oder links hinten“, erklärt Alaba am Rande der ÖFB-Vorbereitung auf das Spiel gegen Moldawien (Samstag, 20:45 Uhr im LAOLA1-Ticker).

„Sehr geil, wieder hier zu sein“

Guardiolas „Taktik-Spielzeug“ genießt die Matchpraxis, die ihm in den vergangenen Monaten abging. „Nach meiner Verletzung (Innenbandriss, Anmerkung) ist es mir wichtig, so viele Spiele wie möglich zu machen. Es war keine schöne Zeit auf der Tribüne“, meint der neunfache ÖFB-Torschütze.

Die Partie gegen Moldawien kommt da gerade recht. Zumal der Wiener beim Nationalteam auf seiner Lieblingsposition im zentralen Mittelfeld ran darf. Beim wichtigen 1:0-Sieg in Russland hat ihn dort Stefan Ilsanker ersetzt.

„Das Zuschauen war überhaupt nicht einfach. Es ist sehr geil, wieder hier zu sein“, frohlockt der Bayern-Profi. Die Stimmung im Team sei hervorragend:  „Wir sind locker drauf, müssen aber fokussiert bleiben.“

Auswärtsspiel als wichtiger Schritt im Reifeprozess

Den Gegner am Samstag erwartet er sehr defensiv eingestellt. Das sei schließlich schon beim Hinspiel in Zimbru der Fall gewesen. Dort erzielte Alaba per Elfmeter den Treffer zum 1:0.

Weil man danach den Ausgleich kassierte und Siegestorschütze Marc Janko mit Rot (82.) vom Platz flog, war das 2:1 am Ende stark gefährdet. Letztendlich brachte man den Erfolg jedoch über die Zeit – eine essentielle Erfahrung im Reifeprozess der Mannschaft.

„Das war ein sehr wichtiger Sieg für uns. In der Vergangenheit haben wir solche Punkte öfters liegen gelassen. Das ist uns dort nicht passiert. Dieser Erfolg hat uns viel Selbstvertrauen gegeben“, hebt auch Leader-Typ Alaba („Ich versuche, am Platz Verantwortung zu übernehmen“) die Bedeutung des Auswärtssiegs in Moldawien hervor.

„Kein Bock“ auf Ende der Entwicklung

Die positive Entwicklung, die unter Marcel Koller ihren Ausgang nahm, soll im bisherigen Tempo weitergehen. Von Spiel zu Spiel sei man immer besser in den Rhythmus gekommen. Gibt es einen Zenit, den das ÖFB-Team erreichen kann?

„Ich habe kein Bock auf ein Ende! Wir wollen uns weiterentwickeln. Weiter, immer weiter! Man sieht auch im Training, dass wir sehr ehrgeizig sind“, meint der Wahl-Münchner.

Neben der endgültigen Qualifikation für die Europameisterschaft steht dabei auch ein wenig die Weltrangliste im Blickpunkt. Dort man sich aktuell von Platz 14 auf 13 verbessert. Das Potenzial für die Top Ten sei auf jeden Fall vorhanden, meint der 37-fache Teamspieler.

„Ich würde lügen, wenn ich sagen würde, wir wollen dort nicht hin. Aber es wird ganz bestimmt nicht einfach.“

Lahm-Lob für österreichischen Fußball

Dass Österreich nicht nur über gute Skifahrer, sondern auch über hervorragende Kicker verfügt, habe sich in Deutschland längst herumgesprochen.

„Es ist schön, wenn dich ein Philipp Lahm nicht immer nur häkelt, sondern auch einmal etwas Positives sagt“, meint Alaba über den gesteigerten Stellenwert des heimischen Fußballs. „Auch Matthias Sammer hat sich dahingehend ja schon geäußert. Also das kriegt man in Deutschland schon mit.“

Für das positive Bild des österreichischen Kicks zeichnet sich nicht zuletzt Alaba selbst verantwortlich. Mit seinen Leistungen für die Bayern betreibt er die beste Werbung.

 

Jakob Faber

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