"Für Toni Polster müsste ich bis 60 spielen"

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„Besser kann man es nicht timen“, freut sich Marc Janko.

Ein besonderes Jubiläum am Tag des rot-weiß-roten Fußball-Feiertags.

Das ÖFB-Team zelebriert gegen Liechtenstein die große EM-Qualifikations-Party, der Stürmer bestreitet in diesem besonderen Ambiente sein 50. Länderspiel für Österreich.

„Liechtenstein wird für mich ein ganz spezielles Spiel. Ich hätte es mir als kleiner Junge nie träumen lassen, dass ich jemals Profi werde, geschweige denn Nationalspieler. Die Marke von 50 Länderspielen zu erreichen, ist natürlich etwas ganz Besonderes – nicht nur für mich, sondern auch für mein Umfeld. Ich bin da schon ein bisschen stolz drauf“, erklärt der 32-Jährige.

ÖFB-Jubiläen häufen sich

50 ist eine stattliche Anzahl an A-Team-Einsätzen. Wenn man jedoch bedenkt, dass Janko gerade am Beginn seiner internationalen Laufbahn immer wieder von Verletzungen gebremst wurde, hätte das Jubiläum auch schon früher über die Bühne gehen können: „Das stimmt schon, ich könnte schon mehr Länderspiele haben.“

Jubiläen wie diese häufen sich derzeit generell im Nationalteam, was zwar nur ein Nebenaspekt, aber dennoch das Kennzeichen einer zunehmend routinierten Mannschaft ist.

Ergo fällt es dem Routinier auch nicht sonderlich schwer, den schönsten Nationalteam-Moment auf dem Weg zum 50er herauszupicken: „Es gab in der abgelaufenen Quali zwar mehrere, aber der Sieg in Schweden, mit dem wir die Quali dann wirklich fixiert haben, war schon Ekstase pur.“

Während es bei den Höhepunkten definitiv eine Auswahl gibt, muss man nach dem Tiefpunkt in Jankos Länderspiel-Karriere nicht extra fragen. Dieser liegt mit der Nicht-Nominierung für die Heim-EURO 2008 auf der Hand.

EM 2008? „Der Mensch ist ein Verdrängungswesen“

„Das habe ich schon verdrängt. Der Mensch ist ein Verdrängungswesen“, will der Goalgetter nicht mehr nachkarten.

Noch vor einigen Jahren, etwa unter Teamchef Josef Hickersberger, war es keine Seltenheit, dass ein guter Teil der Startformation bezüglich Länderspielen nicht zweistellig war. Unter den Stammspielern dieser EM-Qualifikation traf dies nur auf Martin Hinteregger (bislang neun ÖFB-Einsätze) zu.

Martin Harnik und Sebastian Prödl haben indessen ihr „goldenes“ Nationalteam-Jubiläum in diesem Jahr hinter sich gebracht, Marko Arnautovic (46 Länderspiele) sollte dies auch noch vor der EURO 2016 gelingen. Kapitän Christian Fuchs befindet sich mit 70 Einsätzen ohnehin schon auf Rang acht der ewigen Rangliste.

Janko trifft in allen Quali-Auswärtsspielen

Statistiken wie diese sind freilich nicht die Hauptsache, aber für einen Fußballer sicherlich eine schöne Bestätigung, die man gerne mitnimmt.

„Ich muss ganz ehrlich sagen, als ich am 40er gekratzt habe, dachte ich mir schon, dass es schön wäre, die 50 voll zu machen. Ich hätte mir am Anfang meiner Karriere nie gedacht, dass es sich so entwickelt. Es ist auf jeden Fall eine schöne Sache“, meint Janko.

Inzwischen ist der Niederösterreicher längst der klare Nummer-eins-Stürmer Österreichs, auf den Teamchef Marcel Koller selbst in Zeiten unangenehmer Vereins-Troubles wie bei Trabzonspor vertraute.

Als solcher hat der Basel-Legionär maßgeblichen Anteil am Kunststück, in dieser EM-Qualifikation alle fünf Auswärtsspiele zu gewinnen, denn der 1,96-Meter-Riese traf sowohl in Moldawien, Liechtenstein, Russland, Schweden als auch zuletzt am Freitag in Montenegro.

Ekstase pur“ beim Länderspiel-Highlight

Das Lob dafür gibt Janko jedoch umgehend an die Kollegen weiter: „Es ist im Endeffekt egal, wer bei uns die Tore schießt. Ich profitiere sehr oft von den super Bällen, die ich von den Mitspielern zugespielt bekomme. Ich finde sowieso, das Assists genau so viel zählen wie Tore, also haben die Jungs einen riesigen Anteil daran.“

Während Janko in der rot-weiß-roten Länderspiel-Statistik zwar nach oben klettert, es für einen absoluten Spitzenplatz aber vermutlich nicht mehr reichen wird, schaut es in der ewigen ÖFB-Schützenliste viel aussichtsreicher aus.

Toni Polster kann ruhig schlafen

Mit seinem 23. Länderspiel-Tor ist er in Podgorica mit Walter Schachner gleichgezogen und rangiert bereits auf dem neunten Platz. Auf den drittplatzierten Johann Horvath fehlen nur noch sechs Tore.

Toni Polster wird indessen nicht um seine Rolle als Rekordtorjäger des Nationalteams zittern müssen. Dessen 44 Treffer nimmt Janko nicht mehr in Angriff:

„Ach nein! Das ist in weiter Ferne! Ich glaube, da müsste ich bis 60 spielen und das wird sich nicht ganz ausgehen.“


Peter Altmann

Umso schöner für Janko, dass sich mit der Reise nach Frankreich im kommenden Sommer sein persönlicher Europameisterschafts-Kreis doch noch schließt:

„Das ist eine schöne Geschichte für euch Journalisten und auch ein bisschen ein Hollywood-Drehbuch. Ich meine, dass ich in der Vergangenheit mit Rückschlägen immer wieder gut umgegangen bin. Ich habe nie zurückgeschaut oder war irgendwelchen Leuten böse, sondern habe es so angenommen, mich nicht beklagt und weitergemacht.“

39 Bundesliga-Tore für Red Bull Salzburg in der Saison nach der verpassten Heim-EM stehen stellvertretend für diese Einstellung.

An weiteren Zielen mangelt es nicht

Wie lange er noch im Nationalteam auf Torejagd gehen möchte, hat Janko noch nicht entschieden. Zuerst freut er sich auf die EM und möchte auch auf Vereinsebene diverse Ziele in Angriff nehmen:

„Die EURO gemeinsam mit den Jungs wird ein absolutes Highlight in meiner Karriere. Davor habe ich noch einen Meistertitel mit Basel zu erringen, das ist auch eine schwierige Aufgabe. In der Europa League wollen wir ebenfalls weit kommen, das Finale ist heuer in Basel.“

Platz Name Tore
1. Toni Polster 44
2. Hans Krankl 34
3, Johann Horvath 29
4. Erich Hof 28
5. Anton Schall 27
6. Matthias Sindelar 26
. Andreas Herzog 26
8. Karl Zischek 24
9. Walter Schachner 23
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