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"Glücksgefühle kann man nicht in Worte fassen"

Graz – Wenn man Christopher Dibon gegenübersteht, würde man auf den ersten Blick nicht vermuten, dass es sich um eines der größten Innenverteidiger-Talente Österreichs handelt.

Denn mit einer Körpergröße von 1,81 Metern zählt der Admiraner nicht gerade zu den „Riesen“ seiner Zunft.

Umso riesiger ist seine Sprungkraft. „Andi Herzog hat zu mir gesagt, dass er jedes Kopfball-Duell gewinnt, auch gegen einen 1,90-Meter-Stürmer“, erzählte Teamchef Didi Constantini nach dem 3:1-Sieg gegen Lettland.

Den Beweis trat der U21-Team-Kapitän nicht nur mit einer couragierten Defensivleistung an, sondern vor allem in der 75. Minute, als er sich hochschraubte, per Kopf den Ball zum 1:1-Ausgleich ins Netz bugsierte und damit den rot-weiß-roten Bann an diesem Abend brach.

In den „Fußstapfen“ von Dollinger

Ein Tor beim unverhofften Nationalteam-Debüt: „Besser geht es nicht“, jubelte der gebürtige Schwechater nach Schlusspfiff.

Ab der kommenden Saison will der 20-Jährige mit der Admira in der Bundesliga sein Können unter Beweis stellen.

Seine ersten Länderspiel-Sporen verdiente er jedoch noch als Zweitliga-Kicker – als Erster, seit der damalige Leobner Matthias Dollinger im November 2002 gegen Norwegen eingewechselt wurde.

Im LAOLA1-Interview spricht Dibon über die Glücksgefühle bei seinem Treffer, seine ersten Tage als Teamspieler, die Arbeit an seiner Sprungkraft und ein prominentes Vorbild bei Barcelona.

LAOLA1: Nationalteam-Debüt, dabei gleich ein Tor: Inwiefern war das ein Abend wie im Traum für dich?

Christopher Dibon:
Besser geht es nicht. Mit dem Tor hat es begonnen, dass wir die Partie noch gedreht haben. Das war natürlich sensationell. Ich freue mich, dass ich so ein Debüt gemacht habe und schaue positiv in die Zukunft.

LAOLA1: Kannst du die Emotionen beschreiben, als der Ball im Netz gezappelt ist?

Dibon: Riesen Glücksgefühle! Das kann man gar nicht in Worte fassen, wie es ist, wenn man gleich im ersten Spiel trifft. Der Ball hat perfekt gepasst, die Mannschaft war sofort bei mir. Ich hatte natürlich eine riesige Freude. Das muss ich erst einmal realisieren. Jetzt habe ich Urlaub, da werde ich das Ganze verarbeiten. Dann geht es ab in die neue Saison.
LAOLA1: Bei dir ist es in den letzten Tagen extrem schnell gegangen. Wie war es, als du von der Beförderung ins Nationalteam erfahren hast?

Dibon: Das Herzerl ist immer schneller geworden. Ich habe mich natürlich sehr gefreut und versuche, mein Bestes zu geben. Das ist ganz gut aufgegangen, glaube ich.

LAOLA1:
Vielen Zuschauern warst du vor der Partie nicht unbedingt ein Begriff. Wie würdest du ihnen deine Stärken und Schwächen erklären?

Dibon: Ich bin ein spielerisch ganz guter Innenverteidiger, der vielleicht nicht die optimale Größe hat, aber das mit der Sprungkraft wettmacht. Ich versuche immer mein Bestes zu geben, bin ein sehr ehrgeiziger Spieler, der immer 100 Prozent gibt.

LAOLA1: Du bist „nur“ 1,81 Meter groß, aber deine Sprungkraft gilt als gewaltig. Wie intensiv arbeitest du daran?

Dibon: Sicher muss man auf dieser Position daran arbeiten, wenn man nicht die Größe hat. Aber es kann natürlich noch besser werden, und das werde ich auch forcieren.

LAOLA1: Wie hast du deine ersten Tage als Teamspieler grundsätzlich erlebt?

Dibon: Die Mannschaft hat mich sensationell aufgenommen, es herrscht ein super Klima im Team. Für einen jungen Spieler gibt es nichts Schöneres, als neben den besten Spielern Österreichs zu spielen. Es hat riesigen Spaß gemacht, und ich glaube, das habe ich der Mannschaft auch zurückgegeben.

LAOLA1: Welche weiteren Ziele hast du dir gesteckt? Dein Name wird immer wieder mit anderen Vereinen in Verbindung gebracht…

Dibon:
Ich habe bei der Admira noch ein Jahr Vertrag, den will ich erfüllen. Dabei will ich mit guten Leistungen auffallen und mich für höhere Aufgaben empfehlen. Ich schaue von Jahr zu Jahr, die Admira ist jetzt einmal das Wichtigste. Wir wollen eine gute Saison spielen.

LAOLA1:
Du hast betont, dass du spielerisch gut bist. Gibt es irgendeinen Innenverteidiger, an dem du dich orientierst, den du als Vorbild bezeichnest?

Dibon: Piqué ist ein super Beispiel fürs Rausspielen von hinten. Es ist überhaupt ein Traum, Barcelona zuzuschauen. Von ihnen kann man sehr viel lernen, wie von allen guten Mannschaften in Europa. Aber bei Barcelona schaue ich am liebsten zu, die taugen mir am meisten.

LAOLA1: Inwiefern bist du bezüglich Nationalteam auf den Geschmack gekommen?

Dibon: Sicher macht das Lust auf mehr. Ich bin erst 20, meine Zeit kommt noch. Ich werde alles geben, genauso in der U21, wenn ich dort dabei bin, und mich für höhere Aufgaben wie das A-Nationalteam empfehlen.

Das Gespräch führte Peter Altmann

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