"Hätte mir einen Sieg der Deutschen gewünscht"

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Da stand Veli Kavlak und konnte es nicht fassen.

„Was, wirklich?“, reagierte der ÖFB-Teamspieler auf die Nachricht, dass Deutschland im Duell der beiden rot-weiß-roten WM-Quali-Gegner ein 4:0 aus der Hand gab und 4:4 gegen Schweden spielte.

„Da fehlen mir echt die Worte“, schüttelte Kavlak weiterhin ungläubig den Kopf. Und nicht nur er, die meisten Protagonisten waren über das Resultat einfach nur erstaunt.

Zweifellos konnte mit der Art und Weise wie der Top-Favorit der Gruppe C den Dreier noch aus der Hand gab, nicht gerechnet werden. Zumal zuvor 14 Siege in 14 Quali-Spielen verbucht wurden.

Aber die 31-minütige Aufholjagd der Schweden, die dem DFB-Team eine Negativ-Premiere bescherte, war einfach auch zu epochal.

Janko nimmt es locker

Neben Kavlak haben auch weitere ÖFB-Kicker, die es bei einer 4:0-Führung gegen Kasachstan beließen, auf das Ergebnis aus dem Berliner Olympiastadion reagiert.

„Super, jetzt können wir wieder Erster werden“, zeigte sich Doppeltorschütze Marc Janko mit einem gefühlten Augenzwinkern von der überaus optimistischen Seite.

Etwas realistischer sah es wohl Stuttgart-Legionär Martin Harnik: „Wir hätten uns eher einen Sieg der Deutschen gewünscht, weil dieser Punkt für Schweden natürlich sehr wichtig ist und uns für den zweiten Platz natürlich ein bisschen zurückwirft.“

Blick auf die eigenen Leistungen

Für den Torschützen zum 4:0 gegen die Kasachen brachte es aber auch folgende Erkenntnis: „Es zeigt, wie stark die Schweden sind, aber auch, dass die Deutschen verwundbar sind. Nichtsdestoweniger müssen wir uns auf unsere eigene Leistung konzentrieren."

Diesbezüglich in dieselbe Kerbe schlug Florian Klein: „Für uns heißt das, dass wir jedes Spiel so angehen müssen, dass wir es gewinnen. Die drei Gruppengegner sind sehr stark. Wenn man ein 0:4 gegen Deutschland noch aufholt, ist es natürlich eine super Leistung. Aber wir müssen uns mit uns selbst beschäftigen.“

Das tun die Schützlinge von ÖFB-Teamchef Marcel Koller auch. Nach dem ersten Sieg im dritten Spiel war in erster Linie einmal die Erleichterung über das Erledigen der Pflichtaufgabe zu Hause spürbar.

„Natürlich ist man erleichtert. Aber ich habe schon vor dem Spiel gesagt: Wir haben erst zwei Spiele, die Qualifikation geht noch sehr, sehr lange. Wir haben noch einen weiten Weg vor uns“, hielt der eine der beiden Matchwinner, David Alaba, fest.

Optimistisch nach vor, nicht pessimistisch zurück

Der zweite, Janko, sieht nicht nur die Journalisten, sondern auch die Spieler beruhigt: „Natürlich hätten wir uns den Anfang, die ersten zwei Spiele, anders vorgestellt, aber mein Gott, so ist Fußball, das kann immer mal passieren. Jetzt ist wieder alles möglich.“

Klein blickt ähnlich optimistisch nach vorne und nicht pessimistisch zurück: „Wir können uns freuen, dass wir heute gewonnen haben. Das war ein Pflichtsieg, trotzdem ein schwieriger – das sind sehr schwierige Spiele. Dann schauen wir im März auf das nächste Qualifikations-Spiel. Es bringt nichts, wenn wir jetzt schon auf die anderen Mannschaften schauen, man muss selbst die Punkte holen.“

Nach drei beziehungsweise vier absolvierten Spielen führt Deutschland (4 Spiele/10 Punkte) vor Schweden (3/7), Irland (3/6), Österreich (3/4), Kasachstan (4/1) und den Färöer die Gruppe an.

Gehadert wird mit dem Auftakt seitens Janko und Co. eben nicht. Fragen nach verpassten Punkten werden umgangen, solche Resultate seien ohnehin nicht mehr zu ändern. Der Blick richtet sich nach vorne.

Alaba: „Müssen uns steigern“

Fuchs bringt es auf den Punkt: "Wir haben uns sechs Punkte aus den letzten Spielen versprochen, weil man bei allem Respekt vor den Kasachen sagen muss, dass wir die bessere Mannschaft sind, dass wir uns mit anderen Nationen messen wollen als Kasachstan oder Färöer. Natürlich ist es ein bisschen ärgerlich, dass wir zwei Punkte liegen gelassen haben, aber letztendlich sind wir mit einem Sieg aus dem Qualifikations-Jahr gegangen und das sollte im Vordergrund stehen.“

Das Länderspiel-Jahr ist noch nicht zu Ende, am 14. November wird bei der ÖFB-Rückkehr nach Linz gegen den frischgebackenen Afrika-Cup-Teilnehmer Elfenbeinküste mit Superstar Didier Drogba getestet.

Nach dem Jahreswechsel eröffnet das ÖFB-Team im Februar mit einem Gastspiel in Wales, ehe es Ende März mit dem Doppel gegen die Färöer (zu Hause) und Irland (auswärts) weitergeht.

Für das Jahr der Wahrheit gibt der Held des Dienstagabends die Marschroute aus: "Wir müssen uns in den nächsten Monaten steigern, denn es werden härtere Gegner kommen. Wir werden an uns arbeiten, versuchen, besser zu werden, und erfolgreich Fußball zu spielen."

 

Bernhard Kastler/Peter Altmann/Martin Wechtl

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