LAOLA1-Einzelkritik zu Österreich-Island

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Das hat es schon lange nicht mehr gegeben.

Gleich sieben Akteure, die in der vergangenen Saison in der heimischen Bundesliga ihrer Arbeit nachgingen, nominierte Teamchef Marcel Koller beim Testspiel gegen Island für die Startelf.

Teil eins der beiden Generalproben für die im Herbst startende EM-Qualifikation endete am Innsbrucker Tivoli mit einem 1:1-Unentschieden.

LAOLA1 hat die Leistungen der ÖFB-Kicker wie gewohnt unter die Lupe genommen.

  HEINZ LINDNER (7 Spiele/0 Tore)

Teamchef Koller kündigte an, im Rahmen dieses Camps allen drei Torhütern Spielpraxis zu verschaffen. Der Austrianer machte den Anfang. Die in der ersten Halbzeit harmlosen Isländer verwehrten ihm die Chancen, sein Können unter Beweis zu stellen. Bis auf ein Schüsschen von Debütant Kjartansson nicht geprüft. Ansonsten meist nur durch Rückpässe der eigenen Kollegen ins Spiel eingebunden. In der Pause von Ramazan Özcan abgelöst.

 

  FLORIAN KLEIN (19/0)

Solide Vorstellung des künftigen Stuttgart-Legionärs, der in dieser Partie den Vorzug gegenüber György Garics bekam. Nach hinten machte der Rechtsverteidiger seine Seite meist dicht – einzig seine Kopfball-„Vorlage“ auf Kjartansson in Minute 26 ist unter die Kategorie fahrlässig einzuordnen. Dies hätte auch schief gehen können. Nach vorne hin bemüht, bisweilen bei Angriffen mit von der Partie, aber letztlich wenig effizient.

 

 ALEKSANDAR DRAGOVIC (29/0)

Chef einer ÖFB-Abwehr, die über weite Strecken wenig anbrennen ließ. Das Gegentor resultierte aus einer Standard-Situation, bei der der Dynamo-Kiew-Legionär Ajax-Stürmer Sigthorsson zu viel Platz gewährte. Letztlich der entscheidende Fehler, deswegen nur zwei Bälle. Ansonsten mit einer guten Vorstellung. Nach der Auswechslung von Janko trug er erstmals im ÖFB-Team die Kapitänsschleife.

 

MARTIN HINTEREGGER (3/0)

Im dritten Testspiel in Folge bildete der Salzburg-Kicker gemeinsam mit Dragovic die Innenverteidigung. Erledigte seinen Job defensiv wie gewohnt staubtrocken. Die Spieleröffnung wurde meist den beiden Innenverteidigern überlassen, da Island viel Platz gewährte. In der zweiten Halbzeit schlich sich beim Kärntner der eine oder andere Fehlpass ein.

 

MARKUS SUTTNER (12/0)

Dass die linke Seite im ÖFB-Spiel die dominante war, lag auch am Austrianer. Das Zusammenspiel mit seinem Vordermann Arnautovic funktionierte gut. Der Stoke-Legionär gab ihm immer wieder die Möglichkeit, ihn zu hinterlaufen. Letztlich offensiver als gegenüber Klein. Hatte Pech, dass Janko in Minute 55 seine ideale Hereingabe verstolperte, sonst wäre seine gute Vorstellung mit einem Assist gekrönt worden. Defensiv hatte er alles im Griff.

 

Stefan Ilsanker (1/0)

Mit 25 erfüllte sich der Traum des Nationalteam-Debüts. Agierte ähnlich wie in Salzburg, was Segen und Fluch gleichzeitig bedeutete. Eroberte mit seiner beeindruckenden körperlichen Präsenz viele Bälle, spielte sie jedoch ganz Salzburg-like meist schnell nach vor. Diese Abspiele gestalteten sich bisweilen unpräzise, was unnötige Ballverluste bedeutete. Das eine oder andere Mal hätte er auch Tempo aus dem Spiel nehmen können. Alles in allem jedoch ein auffälliges Debüt, das er schon in der 15. Minute nach einem abgerissenen Sabitzer-Schuss sogar mit einem Tor hätte krönen können, den Ball jedoch verfehlte. Prüfte mit einem Weitschuss in Minute 65 Goalie Halldorsson.

 

 Christoph Leitgeb (38/0)

Aufgrund des Fehlens von David Alaba diesmal in der offensiveren Rolle der beiden defensiven Mittelfeldspieler, mit seinem gewohnten Salzburg-Nebenmann Ilsanker im Raum hinter ihm. Schlüpfte aber nicht in die von den „Bullen“ gewohnte“ Rolle als Antreiber. Die Isländer machten das Zentrum geschickt dicht, der Steirer blieb daher eher blass. Nach einer Stunde ausgetauscht.

 

 MARCEL SABITZER (5/1)

Den 30. Mai 2014 wird der Steirer wohl sein Leben lang in Erinnerung behalten. Erst den Transfer zum Red-Bull-Konzern vollzogen (zu Leipzig, leihweise zu Salzburg), dann auch im ÖFB-Kreis beflügelt. Stand erstmals im Nationalteam in der Startelf und rechtfertigte seine Nominierung gleich mit dem ersten Länderspiel-Tor. Zog oftmals in die Mitte, im linkslastigen Spiel Österreichs jedoch kaum in Kombinationen eingebunden, sondern meist nur mit Steilpässen gesucht. Eine Strategie, die beim 1:0 perfekt aufging. Fand die eine oder andere weitere Möglichkeit vor. Schon sein Kopfball in der Anfangsphase wäre beinahe ein Tor gewesen, in der 52. Minute verzog er knapp. In den letzen 15 Minuten nach der Arnautovic-Auswechslung auf seiner bevorzugten Position am linken Flügel.

 

 ZLATKO JUNUZOVIC (31/4)

Vor der Pause lief das Spiel ein wenig am Werder-Legionär vorbei. Hatte er den Ball, gingen seine Ideen nicht wie gewünscht auf. Kam schon unmittelbar nach dem Seitenwechsel besser ins Spiel. Nach rund einer Stunde aufgrund der Auswechslung von Leitgeb in dessen etwas defensivere Rolle im zentralen Mittelfeld zurückbeordert. Konnte so mehr ins Geschehen eingreifen. Sein Weitschuss in Minute 67, der Halldorssson zu einer Parade zwang, hätte einen Treffer verdient. Verabschiedete sich fünf Minuten vor Schluss mit einem knapp verzogenen Weitschuss.

 

MARKO ARNAUTOVIC (34/7)

Dreh- und Angelpunkt im ÖFB-Spiel. Der Stoke-Legionär präsentierte sich spielfreudig, was auch von Nöten war, da der ÖFB-Plan vor allem Angriffe über seine linke Seite vorsah. Bei seinem sehenswerten Pass zum 1:0 ging diese Strategie auch auf. Gute Leistung – so gesehen schade, dass er seinem ersten Länderspiel-Tor seit zwei Jahren (Doppelpack beim 3:2 gegen die Ukraine in Innsbruck) weiter nach läuft. Dass er es nicht mit aller Gewalt erzwingen wollte, kann man ihm nicht vorwerfen. Nahm das isländische Tor bisweilen aus allen Lagen ins Visier. Bei seiner Auswechslung zurecht mit Beifall bedacht.

 

  MARC JANKO (39/17)

Wurde bei seiner Auswechslung nach einer Stunde vereinzelt mit Pfiffen verabschiedet. Dies lag vor allem an einer vergebenen Großchance in Minute 55, die ein Stürmer seiner Klasse nutzen muss. Bei seiner besten Möglichkeit davor legte er sich in der 20. Minute den Ball zu weit vor. Fiel ansonsten meist mit Abseitsstellungen auf. Auf der Haben-Seite stand die eine oder andere Balleroberung – vor allem jene vor dem 1:0, als er schließlich Assistgeber Arnautovic bediente.

 

RAMAZAN ÖZCAN (2/0)

Irgendwie scheint es, als würde die Nationalteam-Karriere „Rambos“ unter keinem guten Stern stehen. Von seinem Debüt beim 2:2 gegen Italien in Nizza im August 2008 blieb vor allem ein haarsträubender Fehler in Erinnerung. Knapp sechs Jahre musste er auf seine zweite ÖFB-Chance warten und kassierte dabei nur 51 Sekunden nach seiner Einwechslung einen Gegentreffer. Für diesen konnte der Ingolstadt-Legionär freilich nichts. In der Folge kaum geprüft.


  LUKAS HINTERSEER (3/0)

Der Local Hero brannte natürlich auf seinen Einsatz vor heimischem Tiroler Publikum. Kam nach einer Stunde ins Spiel und ging in seiner Rolle als Zehner weite Wege, scheute keinen Zweikampf. Mit Ausnahme eines Fernschusses von der Strafraumgrenze konnte er keine entscheidenden Akzente mehr beitragen.

 

  ANDREAS WEIMANN (11/0)

Löste Janko als Solo-Spitze ab. Arbeitete viel, letztlich kam aber wenig dabei heraus. Leistete sich den einen oder anderen technischen Fehler. Läuft möglicherweise etwas zu verkrampft seinem ersten Länderspiel-Tor hinterher.

 

VALENTINO LAZARO (1/0) - zu kurz eingesetzt

Mit 18 Jahren feiert der Salzburg-Spieler sein Debüt im Nationalteam, indem er Arnautovic ablöst.

 

JULIAN BAUMGARTLINGER (30/0) - zu kurz eingesetzt

 

ANDREAS IVANSCHITZ (68/12) - zu kurz eingesetzt

 

- Sehr Gut

- Gut

- Befriedigend

- Genügend

- Nicht Genügend

 

Peter Altmann

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