…den Stellenwert und die weitere Entwicklung von Marko Arnautovic:

Ich werde ihn weiter unterstützen und versuchen, die beste Truppe aufzustellen, damit wir uns weiter entwickeln können. Er ist reingekommen und hat das gut gemacht. Es war wichtig, den Ball zu kontrollieren, das hat er gut umgesetzt. Das sagt doch eigentlich jeder Spieler, jeder will auf dem Platz stehen. Keiner sagt, er ist der super Auswechselspieler, "Trainer setze mich ja nicht ein, ich komme dann in der letzten Viertelstunde und schieße jedes Mal ein Tor". Es gibt immer wieder Dinge, die man sich anschauen und besprechen muss. Ich speziell als Trainer muss versuchen, sein volles Potenzial abrufen zu können. Da hoffe ich, dass er in England regelmäßig spielt, das ist wieder eine andere Liga. Ich hoffe, dass er sich dort voll reinhaut und sich auch persönlich weiterentwickelt. Ich denke schon, dass er in den nächsten Monaten aus dieser Liga etwas mitnimmt.

…den Umgang mit Druck in so wichtigen Entscheidungsspielen der WM-Quali:

Ich denke schon, dass die Spieler mit dem Druck umgehen können. Wenn man mit einem 0:3 ins Spiel geht und du weißt, dass du gewinnen musst und die ersten Pässe nicht so klappen, wirst du vielleicht ein bisschen nachdenklich. Das ist völlig normal, das sind ja keine Maschinen. Das sind Menschen, die auch darüber nachdenken und das Umfeld hören, vielleicht den einen oder anderen Pfiff. Wenn du dann vielleicht noch ein bisschen sensibel bist und dich nicht mehr traust, ist es wichtig, den Stecker rauszuziehen, wieder bei Null zu beginnen und dranzubleiben. Da ist auch wichtig, dass die Unterstützung von uns kommt. Wir wissen, dass sie Fußball spielen können. Das ist das Wichtigste und die Hoffnung, dass man das rüberkriegt.

…den souveränen Umgang mit der gelben Gefahr und einer drohenden Sperre:

Wir haben das auch angesprochen, in Deutschland haben wir ja vier Gelbe bekommen. Bei zwei Gelben bist du gesperrt, das wussten die Spieler natürlich. Sie haben sehr konzentriert gespielt. Nicht überhart, aber sie waren dabei. In solchen Situationen ist es wichtig, dass man keine Karten für Kleinigkeiten, die man nicht benötigt, kriegt, wie Reklamation, Ball wegschießen oder Trikot ausziehen. Die treffen uns dann, wenn das passiert. Wenn man mal dazwischenhauen muss, und der Schiri gibt Gelb, können wir das eh nicht ändern, aber der hat das gut gemacht. Ich denke allgemein, dass zu schnell Gelb gezückt wird. Wir spielen Fußball, da gehören Zweikämpfe dazu. Wenn du jedes Mal eine Gelbe Karte gibst, ist das meistens auch übertrieben – nach zwei bist du schon gesperrt. Das kann sehr schnell der Fall sein.

…Dinge, die für eine erfolgreiche Qualifikation Österreichs sprechen:

Das ganze Team spricht dafür. Dass man überzeugt ist, was man jetzt auch gesehen hat, mit Druck von außen und Überzeugung geduldig zu bleiben. Das habe ich auch verlangt. Man kann zwar in der ersten Minute ein Tor machen, aber auch in der 90. Wenn man Tore schießen will, muss man nach vorne kommen und Druck entwickeln. Das haben sie umgesetzt. Das ist das, was man weitergeben kann.

…das Finale und die Ausgangsposition gegen Schweden:

Das nächste Spiel ist Schweden, da müssen wir was mitnehmen, um weiter dabei zu bleiben. Das können ein oder drei Punkte sein. Wir wissen auch, dass es kein Wunschkonzert ist und die Schweden mit ihren Kanten da drin sehr gut verteidigen. Das wird ein ganz schwieriges Spiel. Wir gehen immer ins Spiel und wollen es gewinnen. Wir spielen nicht auf ein Unentschieden, außer die Situation wäre so. Die Schweden sind noch drei Punkte vor uns und wir wissen nicht, ob Deutschland mit der gleichen Intensität, den gleichen Spielern spielt oder noch Österreich helfen will. Das wissen wir alle nicht. Deswegen müssen wir auf uns schauen und das auf den Platz kriegen. Ich werde mir in den nächsten Tage die Spiele der Schweden und Färöer anschauen und rausfiltern, was wir brauchen. Wir brauchen unsere Überzeugung, es ist wieder ein Finalspiel. Finalspiele sind da, um zu gewinnen. Das wollen wir in Schweden erreichen.

…wenige Mannschaften, die einen so dominanten Spieler wie Zlatan Ibrahimovic haben:

Das ist bei Schweden absolut der Fall. Er schießt selber Tore, ist an gefährlichen Aktionen oder als Vorbereiter beteiligt. Am besten wäre es wahrscheinlich, wenn wir zehn gegen einen spielen. In Wien haben wir das recht gut gelöst. Bei der einen Aktion war er dabei und sie schießen ein Tor. Das wird in Schweden noch ein bisschen schwieriger, da ist er zu Hause. Nichtsdestotrotz wollen wir das Problem lösen.

…andere Situation in den bevorstehenden Auswärtsspielen als daheim:

Das wird zweifelsohne eine Schwierigkeit sein, aber wenn man sich die Quali-Spiele anschaut, ist das eigentlich bei jeder Mannschaft so. Die Iren und die Deutschen haben zu Hause auch anders gespielt. Das ist fast bei jedem Team so. Es sind noch zwei Spiele, wir sind nach wie vor dabei und wollen was holen. Das ist auch eine mentale Sache. Wir müssen uns wieder was zutrauen und nicht ängstlich sein, das muss man immer wieder abrufen. Wir hoffen auch, dass die Vorbereitung besser wird als jetzt. Wenn Spieler kommen, die vier Tage nicht richtig mittrainieren können, behindert das die Vorbereitung. Wir hoffen, dass gegen Schweden und Färöer alle fit einrücken und wir uns von Anfang an gut vorbereiten können.

…eine mögliche Vertragsverlängerung und eine weitere Zukunft beim ÖFB:

Ich habe jetzt keinen Zeitplan. Natürlich wird es besprochen, aber wir haben keinen Zeitdruck, dass das bis dann und dann fertig sein muss. Von daher warten wir noch ab. Ich denke aber schon, dass wir uns in der Zeit bis zum Schweden-Spiel noch einmal treffen werden. Aber es ist noch nichts fixiert.


Aufgezeichnet von Alexander Karper

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