Junuzovic' Devise: "Deutschland keine Ruhe lassen"

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Zlatko Junuzovic – die Pferdelunge im ÖFB-Team.

Seit Jahren gilt der 24-Jährige als einer der lauffreudigsten Spieler seiner Generation.

Bei seinem Arbeitgeber Werder Bremen legt der 20-fache Internationale im Schnitt knapp 13 Kilometer pro Match zurück.

Aus diesem Grund setzte ihn Trainer Thomas Schaaf zuletzt auch auf der für ihn ungewohnten „Sechser“-Position ein.

„Weil er dank seines enormen Laufpensums die Löcher zu machen kann“, kennt auch Teamkollege Sebastian Prödl das Motiv des Chefchoachs.

„Das ist eine coole Position“

Probleme hat der eher offensiv ausgerichtete Ex-Austrianer mit seiner neuen Rolle nicht, denn im defensiven Mittelfeld kann er ebenso seine Vorzüge ausspielen.

 „Wenn ich Sechser spiele, probiere ich auch Akzente nach vorne zu setzen. Grundsätzlich habe ich auf dieser Position aber andere Aufgaben – und zwar das Absichern. Es macht mir jedenfalls Spaß, weil es eine coole Position ist“, gesteht Junuzovic.

Und Österreichs Fußballer des Jahres 2010 kann sich durchaus vorstellen, diesen Part dauerhaft auszuüben.

„Es wäre kein Problem, wenn ich die ganze Saison dort spielen würde. Das würde nämlich heißen, dass ich immer spiele. Es wird aber von Spiel zu Spiel der Trainer entscheiden, wen er wo aufstellt. Das Gute ist, dass wir in Bremen sehr variabel sind und Positionen wechseln können.“

In der Mitte zuhause

Zudem würde der Deutschland-Legionär damit permanent in der Mitte eingesetzt werden. Und das ist laut eigenen Angaben jener Bereich, der ihm am meisten zuspricht.

„Ich fühle mich zentral einfach am Wohlsten. Ob eher vorne oder hinten ist da egal. Hauptsache in der Mitte. Links oder rechts außen sind nicht unbedingt meine Lieblingspositionen“, denkt „Sladdi“ an so manche Spiele bei den Veilchen zurück.

Dass er mittlerweile schon auf jeder Position im Mittelfeld zum Zug gekommen ist, sei für seine persönliche Entwicklung sehr wichtig gewesen.

„Einerseits ist es wichtig, Spielübersicht an den Tag zu legen und die Räume zu sehen. Andererseits ist es genauso wichtig, den Gegner zuzustellen und in den Zweikämpfen richtig zu attackieren. Von dem her habe ich mich in allen Bereichen weiterentwickelt. Ich bin gut drauf, fühle mich körperlich fit. Ich spüre meine Entwicklung, vor allem im Zweikampfverhalten. Ich habe mich nicht nur am Platz sondern auch als Persönlichkeit weiterentwickelt.“

Offensive Rolle im ÖFB-Team

Im ÖFB-Team soll Junuzovic auf jeden Fall weiterhin einen offensiven Part ausfüllen. Beim mit Spannung erwarteten WM-Quali-Auftakt gegen Deutschland ist er wohl hinter Solo-Spitze Martin Harnik eingeplant.

Doch auch dabei warten genug Defensiv-Aufgaben. „Ganz wichtig wird sein, dass, wenn wir uns den Ball erkämpfen, wir ihn auf keinen Fall sofort wieder verlieren dürfen. Deutschland wird das Spiel machen, daher ist unsere Aufgabe, sie unter Druck zu setzen. Wir müssen den Gegner beschäftigen, müssen sie unter Druck setzen. Sie dürfen keinen Raum vorfinden. Das heißt, zwei, drei Spieler müssen den Gegner attackieren.“

Antizipieren und improvisieren

Weiters ist es notwendig, im richtigen Moment umzuschalten und nach vorne zu spielen beziehungswiese den Ball in den eigenen Reihen zu halten und Ruhe zu bewahren.

Kann man diese Situationen im Training eigentlich simulieren?

„Natürlich. Aber wohl nur das Ballhalten, die Sicherheit gewinnen und konzentriert zu sein. Im Spiel selber musst du antizipieren, wann der richtige Moment ist, um den Spieler zu attackieren. Dafür muss man auch improvisieren. Wir sind gut besetzt, um diese Vorgaben auszuüben. Das hat man schon gegen die Türkei gesehen. Die Devise lautet: Deutschland keine Ruhe lassen.“

Große Vorfreude

Der 1,72m große Kicker kann den Anpfiff am Dienstag um 20:30 Uhr jedenfalls kaum mehr erwarten. „Dieses Duell ist eines der ganz großen Highlights im Nationalteam. Wir bereiten uns zehn Tage auf diese Begegnung vor. Demnach wird jeder Tag länger und länger. Und das bringt Gefahren mit sich. Wenn man sich so lange auf ein Spiel vorbereitet, muss man 100 Prozent konzentriert sein.“

Als Deutschland-Legionär ist man gegen das Land seines Arbeitgebers naturgemäß doppelt ambitioniert.

„Wenn man in der deutschen Liga spielt und es geht gegen Deutschland, ist es schon ein geiles Gefühl. Man will unbedingt gewinnen, will sich zerreißen. Man darf aber nicht übermotiviert sein und muss die richtige Mischung finden.“

„Geil“ wäre es auch nach eigener Aussage, wenn man gegen den dreifachen Welt- und Europameister „etwas holen könnte.“

Und dann würden sich Junuzovic und seine Bremen-Kollegen Prödl und Marko Arnautovic bei der Rückkehr nach Deutschland  „etwas Gescheites einfallen lassen.“

Martin Wechtl/Peter Altmann

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