"Beschäftige mich nicht mit der Rivalität!"

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„Ich beschäftige mich nicht groß mit der Rivalität zwischen Österreich und Deutschland“, gibt Teamchef Marcel Koller, auf den besonderen Stellenwert des Duells mit dem DFB-Team angesprochen, zu.

„Ich weiß und spüre natürlich auch, dass das Spiel Österreich gegen Deutschland etwas Spezielles ist. Die Stimmung ist besonders, das Stadion ist schon lange ausverkauft. Aber in meinen Überlegungen spielt das keine große Rolle“, erklärt der Schweizer, der jedoch deutlich macht, dass Duelle mit den „großen Deutschen“ auch in seiner Heimat etwas Besonderes sind.

Hoffen auf Unterstützung der Fans

Seinen Fokus legt Koller auf das Verhalten am Platz: „Für uns ist wichtig, dass wir uns auf die relevanten Dinge konzentrieren. Wie ist die Taktik, wie können wir den Deutschen Probleme bereiten? Das sind die Punkte, in die ich meine ganze Energie stecke.“

Im Spiel am 11. September baut der gebürtige Züricher auf eine kompakt stehende Defensive. Sein Team müsse Chancen herausspielen und die ein oder andere auch nützen. Dabei hofft der 51-Jährige auf die Unterstützung des Publikums.

Kein Vorteil für Österreich

Ausfälle wie jene von Mario Gomez und Bastian Schweinsteiger seien für das ÖFB-Nationalteam auch kein Vorteil: „Zuletzt hat Reus auf der Position von Schweinsteiger gespielt und seine Sache sehr gut gemacht. Und Miroslav Klose ist auch kein schlechter Stürmer. Er hat viel Erfahrung und ist brandgefährlich.“

Der Behauptung, Deutschland zerfleische sich medial gerade selbst, kann Koller ebenso wenig abgewinnen: „Das ist Jammern auf hohem Niveau. Im Fußball sind es oft Kleinigkeiten, die entscheiden. Deutschland ist nach wie vor Weltspitze. Sie spielen schon lange zusammen und haben gute Individualspieler. Vor allem in der Offensive harmonieren sie sehr gut.“

„Es geht um die Wurst“

Deutschland musste zuletzt zwei Testspiel-Niederlagen hinnehmen, startet aber schon am 7. September zu Hause gegen die Färöer-Inseln in die WM-Qualifikation und kann somit wohl genug Selbstvertrauen für die Partie im Ernst-Happel-Stadion sammeln.

Dass die Löw-Elf das Österreichische Team unterschätzen könnte, glaubt Koller nicht: „Viele unserer Spieler sind in Deutschland aktiv. Auch die Deutschen wissen, dass es jetzt um die Wurst geht.“ Zudem sei die Erwartungshaltung in Deutschland noch viel höher als bei uns.

Besondere Motivation

Mit der Behauptung, Österreich könne gegen Deutschland nur gewinnen, kann der Teamchef wenig anfangen: „Man sagt immer so leicht, dass man nur gewinnen kann. Aber es ist unser erstes Qualifikationsspiel und wir wollen natürlich alles versuchen, um ein gutes Ergebnis mitzunehmen. Die Welt geht allerdings nicht unter, wenn das Spiel nicht so läuft, wie man sich das vorstellt.“

Da viele ÖFB-Teamspieler ihre Brötchen in Deutschland verdienen, baut Koller auf einen besonderen Motivationsschub. Gegen die EM-Semifinalisten braucht es eine herausragende Leistung, denn auch der Schweizer weiß: „Speziell die Deutschen haben es ja in den Genen, dass sie alles hervorrufen können, wenn es darauf ankommt.“

 

Rainer Liebich

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