Harnik: "Es gibt kein Rezept und keine Lösung"

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Warum? Weshalb? Weswegen? Wieso?

Manchmal gibt es Fragen, auf die es keine schlüssige Antwort gibt. Und das ist vielleicht auch besser so.

Gestellt werden sie trotzdem, und das x-fach. Wie jene an Martin Harnik nach den Gründen für seinen beeindruckenden Erfolgslauf.

Sieben Tore hat der Mann der Stunde in den vergangenen vier Spielen in der deutschen Bundesliga erzielt, insgesamt hält der Legionär in Diensten des VfB Stuttgart bereits bei 13 Saison-Treffern.

„Ich hinterfrage es nicht“

„Ich kann es selbst nicht beantworten, ich hinterfrage es auch nicht“, versichert der 24-Jährige, „es gibt kein Rezept und keine Lösung. Selbst wenn ich es wüsste, würde ich es nicht verraten.“

Der einzige Lösungsansatz für seine Leistungsexplosion, den der gebürtige Hamburger selbst anbieten kann, ist jener seiner geklärten Zukunft. Erst kürzlich wurde sein Kontrakt bei den Schwaben vorzeitig bis 2016 verlängert.

„Vielleicht liegt es an der Vertragsverlängerung, weil es ein Stück Sicherheit gibt. Ich bin sowieso ein Spieler, der auf Beständigkeit setzt, daher bin ich froh, dass ich mir über die nähere Zukunft keine Gedanken machen muss.“

Im Sommer 2010 wechselte Harnik nach einem Jahr als Leihspieler bei Zweitligist Fortuna Düsseldorf von Werder Bremen in die Automobil-Metropole, wo er sich inzwischen zu einem absoluten Starspieler gemausert hat.

Zwischen Lust und Frust

„Ich glaube schon, dass ich genug Zeit finde, um die Dinge zu genießen“, betont der rechte Flügelflitzer, der trotzdem merklich nicht zu viel Wind um seine Topform machen will – auch wegen der Schnelllebigkeit des Geschäfts: „Im Fußball kann es sehr schnell auch wieder in die andere Richtung gehen.“

Wie nahe Lust und Frust zusammenliegen können, erfuhr der Sohn eines Steirers erst jüngst am eigenen Leib. Am dritten Frühjahrs-Spieltag nahm ihn Trainer Bruno Labbadia in Leverkusen aus der Mannschaft, ehe er als Joker mit einem Treffer seine aktuelle Serie startete.

„Es ist natürlich nie schön, wenn man sich aus Leistungsgründen auf der Bank wiederfindet. Ich habe einfach einen schlechten Start in die Rückrunde gehabt, überhaupt nicht zu meinem Spiel gefunden, von daher war es auch eine logische Konsequenz. Keiner hat eine Stammplatzgarantie. Deswegen war ich schon angefressen auf mich selbst“, blickt Harnik selbstkritisch zurück.

Der Kindheitstraum Bundesliga

Umso mehr gilt es die Momente, in denen man auf der Welle des Erfolgs surft, zu schätzen. „Wenn man zurückdenkt, ist es immer ein Kindheitstraum gewesen, in der Bundesliga zu spielen, und dann trifft man auf einmal in einem Spiel doppelt oder dreifach, dann muss man sich das schon vor Augen halten“, sagt die Offensivkraft, um im selben Atemzug zu betonen: „Nächste Woche ist wieder ein Spiel, da geht es wieder bei null los.“

Die Null stand bei ihm im Februar 2012 nie. Dem Treffer in Leverkusen folgte der Triplepack gegen Hertha BSC, ein Tor in Hannover und am vergangenen Wochenende ein Doppelpack gegen Freiburg.

Aus ÖFB-Sicht wäre eine ähnliche Performance am Mittwoch gegen Finnland natürlich das Wunschszenario. „Wir haben sehr viel Spaß miteinander und eine Truppe mit Qualität. Wenn jetzt noch der Erfolg dazukommt, dann ist es perfekt“, meint Harnik über den Staus Quo im Nationalteam.

Der Stuttgart-Legionär spricht an, was alle im rot-weiß-roten Lager denken: 2012 sollte ein merkbarer Fortschritt gelingen.

„Ähnliche Entwicklung in Nationalmannschaft logische Konsequenz“

Auch wenn er gerade besonders im Rampenlicht steht, ist der 28-fache Internationale nicht der einzige österreichische Kicker, der jenseits der Landesgrenzen für Furore sorgt. Diese gelte es nun auch im ÖFB-Dress zu zeigen:

„Ich denke, wir präsentieren Österreich sehr gut. Im Großen und Ganzen haben wir als einzelne Spieler schon eine klasse Entwicklung genommen. Ich denke auch, dass die logische Konsequenz ist, dass wir als Nationalmannschaft eine ähnliche Entwicklung nehmen.“

Und dies am besten früher als später, denn: „Ich glaube schon, dass wir über die letzten Jahre den Erwartungen hinterherhinken. Wir müssen jetzt einfach als Mannschaft den nächsten Schritt machen.“

Am Mittwoch gibt es beim Heim-Debüt von Teamchef Marcel Koller gegen Finnland die nächste Gelegenheit dazu.


Peter Altmann

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