Lindner: „Es ist die Krönung“

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15 Jahre Warten sind vorbei.

Österreichs Nationalteam kehrt mit dem freundschaftlichen Länderspiel gegen die Elfenbeinküste nach Oberösterreich in die Landeshauptstadt Linz zurück. 

Bereits in den vergangenen Tagen war in der drittgrößten Stadt des Landes die Vorfreude auf die Rückkehr des ÖFB-Teams zur spüren. Alleine 1.000 Fans beim offenen Training in Pasching sagen alles. 

Aber nicht nur für die Fans ist es ein besonderer Tag, auch für drei Spieler ist es kein Länderspiel wie jedes andere. Denn sie können von einem echten Heimspiel sprechen.

Heinz Lindner und Florian Klein sind gebürtige Linzer, Franz Schiemer kommt ebenfalls aus Oberösterreich. Dieses Trio freut sich zweifellos am meisten auf die 90 Minuten gegen die Ivorer.

LAOLA1 hat vorab mit den Lokalmatadoren gesprochen:

 

  • HEINZ LINDNER

 Der Torhüter hat das große Los gezogen, weiß er doch schon am längsten, dass er gegen die Stars der Elfenbeinküste spielen darf. Teamchef Koller gab ihm den Vorzug gegenüber Robert Almer.

„Es ist natürlich super, hier zu sein, wo für mich als kleiner Bub alles begonnen hat. Mit dem Nationalteam zurückzukehren, ist schon cool. Es ist die Krönung, hier zu spielen“, jubelt der 22-Jährige, der in Kleinmünchen aufgewachsen ist und bis zum 14. Lebensjahr für den LASK spielte.

Dann wartete jedoch die Hauptstadt, der Wechsel zur Austria machte sich sichtlich bezahlt, ist er doch seit einem Jahr unumstrittene Nummer 1 der Veilchen und liegt mit ihnen aktuell auch Platz 1 der Bundesliga.  

Obwohl Robert Almer in Düsseldorf auf der Bank saß, gab sich Lindner als Nummer zwei des ÖFB-Teams professionell. „Das habe ich nicht als unfair zu beurteilen, weil es nicht meine Entscheidung ist. Jeder muss diese akzeptieren, so wie ich die vergangenen Male auch.“

Es hat sich ausgezahlt. Nur eine Frage bleibt offen, hat Lindner genügend Tickets autreiben können? „Die Familie und die ganzen Freunde wollen natürlich dabei sein", lächelt der Keeper.

 

  • FLORIAN KLEIN

Damit hatte auch Florian Klein in den vergangenen Tagen zu kämpfen. „Ich war noch Montag dabei, Tickets zu checken. Es kommt die Familie, Verwandte. Da mache ich das natürlich gerne.“

Der 25-Jährige schaffte beim LASK den Durchbruch, wuchs zum Bundesliga-Spieler heran, ehe er 2009 zur Austria und drei Jahre später zu Red Bull Salzburg wechselte. Doch der zweifache Familienvater weiß ganz genau, wo seine Wurzeln liegen.

„Für mich ist es ein wirkliches Heimspiel“, freut sich der Rechtsverteidiger auf die Partie gegen den Zweitplatzierten des diesjährigen Afrika-Cups. Zumal Klein auch in sein Wohnzimmer zurückkehrt. 

„Es ist das Stadion, wo ich damals groß geworden bin. Damals, beim LASK, war es einfach eine super Zeit für mich und jetzt mit dem Nationalteam zurückzukommen, ist etwas ganz Besonderes.“

 

  • FRANZ SCHIEMER

Das gilt auch für Kleins Teamkollegen Franz Schiemer. Der 26-Jährige ist zwar kein Linzer, aber ein Oberösterreicher, geboren in Haag am Hausruck und in Taufkirchen an der Trattnach aufgewachsen. 1996 folgte der Wechsel zur SV Ried, 2003 jener zur Austria und 2009 der zu Red Bull Salzburg.

An das Linzer Stadion hat der Innenverteidiger gute Erinnerungen: „Es ist für mich sehr schön, in Linz zu spielen. Ich habe damals für Ried hier mein erstes Spiel von Anfang an gespielt. Es wird sicher wieder ein schönes Erlebnis, zumal es nicht zum ersten Mal gegen die Elfenbeinküste geht.“

Wie wahr. Beim 3:2-Sieg 2007 gegen die Elfenbeinküste spielte Schiemer in Innsbruck zum ersten Mal von Beginn an im ÖFB-Team und bekam es gleich mit Superstar Didier Drogba zu tun.

Ob Teamchef Koller weiß, wie gut damals Schiemer gegen den Stürmer, der seine die zwei Tore aus einem direkten Freistoß und per Elfmeter erzielte? „Ich glaube nicht, dass er weiß, wie ich gegen Drogba schon einmal gespielt habe, aber das würde ihn auch nicht beeinflussen“, lacht Schiemer.

Während Lindner sein Fixticket hat, werden die anderen beiden Oberösterreicher sehen, ob sie ihr Heimspiel bekommen. Schiemer ist aber auch realistisch: „Es ist kein Wunschkonzert, zumal wir auf meiner Position viele sehr gute Spieler haben.“

 

Auch andere Teamspieler haben Linz-Erinnerungen

Und Erinnerungen haben auch nicht-oberösterreichische Spieler an Linz. 

Wie etwa der Wiener David Alaba, der das Schülerliga-Finale hier verloren hat, oder Marko Arnautovic, der im Linzer Stadion ein negatives Erlebnis hinnehmen musste.  

Bei der U19-Europameisterschaft in Oberösterreich flog der 23-Jährige beim 1:1 gegen Griechenland kurz vor Schluss mit Gelb-Rot vom Platz und musste im zweiten Spiel zusehen. Der Aufstieg wurde damals verpasst.

„Ich war bei der U19-EM hier, das ist leider keine gute Erinnerung. Es ist schon lange her, ich weiß nicht, ob man das noch ausbessern kann. Aber es ärgert mich nicht mehr, da hat es inzwischen schon andere Erfolge geben“, blickt der Kreativgeist nach vorne.

Nach 15 Jahren kehrt das ÖFB-Team nach Linz zurück – und alle haben die Chance, für schöne Erinnerungen zu sorgen.

 

Bernhard Kastler

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