ÖFB-Team: Wer hat eine Chance verdient?

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Almer - Klein, Dragovic, Hinteregger, Fuchs - Baumgartlinger, Alaba - Harnik, Junuzovic, Arnautovic - Janko.

Das österreichische Nationalteam hat eine Stammelf. Und zwar so klar, wie schon seit langer Zeit nicht mehr.

Kann Teamchef Marcel Koller aus dem Vollen schöpfen, sprich ist kein Akteur verletzt oder gesperrt, ist die Wahrscheinlichkeit relativ hoch, dass er auf diese elf Herrschaften zurückgreift.

Zumindest in Pflichtspielen. Und womöglich auch im freundschaftlichen Kräftemessen mit Bosnien-Herzegowina. (Jetzt im LAOLA1-Teamchef die Aufstellung tippen!)

Dieses Spiel ist der letzte Probelauf vor der heißen Phase der EM-Qualifikation, und Tests sind bekanntlich zum Testen da. Koller hat auch angekündigt, sich spätestens im Spielverlauf die eine oder andere Alternative anschauen zu wollen. Und selbige gibt es durchaus.

Denn so unumstritten die Stammelf derzeit ist, so qualitativ verbessert ist auch der Kader. Dies belegt etwa der Umstand, dass zum Ausklang des Länderspiel-Jahres 2014 das Fehlen von David Alaba und Julian Baumgartlinger abgefangen wurde, beziehungsweise der diesmal verletzte Rubin Okotie im Angriff Marc Janko gekonnt ersetzte.

LAOLA1 hat sich die derzeitige ÖFB-Situation der "Backups" genauer angesehen und analysiert, wer eine Chance verdient hätte.

Als Berechnungszeitraum für die bisherigen Gelegenheiten, sein Können unter Beweis zu stellen, haben wir den Start der laufenden EM-Qualifikation hergenommen und herausgearbeitet, wie viel Einsatzzeit die aktuellen Kadermitglieder abseits der Stammelf beziehungsweise die diesmal verletzten Teamspieler in den sechs Partien seither bekommen haben. Im Tor sind die Fronten derzeit eindeutig geklärt. Robert Almer genießt das Vertrauen von Koller, dahinter ist Ramazan Özcan die Nummer zwei, der im Frühjahr bisweilen fehleranfällige Austria-Keeper Heinz Lindner die Nummer drei. Im Test gegen Brasilien bekam Özcan eine Halbzeit lang die Gelegenheit, Nationalteam-Spielpraxis zu sammeln. Spielpraxis, die Almer dafür bei Hannover 96 völlig abgeht. Im Sommer könnte die Diskussion über die Hackordnung im Tor intensiver werden. Özcan bringt beim deutschen Zweitliga-Tabellenführer Ingolstadt starke Leistungen. Gelingt der Aufstieg und ändert sich an Almers Vereinssituation nichts, sind erneute Fragen vorprogrammiert. Fakt ist jedoch auch: Almer hat sich im Nationalteam bislang nichts zu Schulden kommen lassen. Özcan muss vorerst also auf Chancen in Tests hoffen. Vielleicht bekommt er gegen Bosnien seine nächste...

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Ramazan Özcan

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45 Min.

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Heinz Lindner

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In der Viererkette sind derzeit zu Lasten der beiden langjährigen Stammkräfte Sebastian Prödl und György Garics die Fronten eindeutig geklärt. Letzterer war in der WM-Qualifikation noch Kollers Rechtsverteidiger Nummer eins, musste diesbezüglich den Staffelstab jedoch an Florian Klein weiterreichen und bekam seit Beginn der EM-Quali nicht eine einzige Einsatzminute. Damit hat der Bologna-Profi zwar zwei EM-Spiele für Österreich bestritten, war aber noch nie in der EM-Qualifikation im Einsatz. Prödl zählt fraglos zu den Härtefällen im Kader. An Aleksandar Dragovic und Martin Hinteregger scheint es derzeit kein Vorbeikommen zu geben, Koller lobte zuletzt explizit die Performance seines neuen Innenverteidiger-Duos. Mit dem Werder-Legionär steht jedoch eine starke Alternative im Falle von Verletzungen oder Sperren parat. Fehlt wie in Moldawien Hinteregger, rückt Dragovic auf die linke Position im Abwehrzentrum. Ein interessantes Experiment wäre, dem zukünftigen Tottenham-Legionär Kevin Wimmer einmal eine längere Bewährungschance zu bieten. Bislang verfügt er aus dem USA-Länderspiel im November 2013 erst über die Erfahrung von einer Länderspiel-Minute. Links müssen sich Markus Suttner und Andreas Ulmer weiter hinter Kapitän Christian Fuchs, der wieder zu seiner Form gefunden hat, anstellen. Wobei Ulmer, der für diesen Lehrgang kurzfristig absagen musste, in der Kaderliste als Mittelfeldspieler geführt wurde, also eine Etappe weiter vorne eingeplant war.

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Sebastian Prödl

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90 Min.

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5 Min.

2 Min.

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Kevin Wimmer

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György Garics

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Markus Suttner

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Andreas Ulmer

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13 Min.

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Ähnlich wie in der Innenverteidigung verfügt Koller auch im defensiven Mittelfeld über starke Alternativen. Gegen Russland und Brasilien konnte der Ausfall des Einser-Pärchens Alaba/Baumgartlinger kompensiert werden - gerade im Falle des Bayern-Superstars keine Selbstverständlichkeit. Doch Stefan Ilsanker beziehungsweise Christoph Leitgeb und Veli Kavlak machten ihre Sache gut. Leider scheint im Nationalteam gerade auf dieser Position der Verletzungsteufel besonders gerne zuzuschlagen. Diesmal musste Kavlak wegen einer Schulterblessur vorzeitig abreisen, Leitgeb reiste wegen seiner Knieprobleme gar nicht erst an. Dies erspart Koller zumindest die Qual der Wahl, wen er einberuft. Standen alle fünf Kandidaten zur Verfügung, fand sich zuletzt meist Kavlak nur auf der Abrufliste wieder. Auf den anderen Mittelfeld-Positionen herrscht weit weniger Konkurrenzkampf. Eine Option für das Bosnien-Spiel wäre jedoch, Marcel Sabitzer wieder einmal von Beginn an eine Chance zu geben. Der Salzburg-Kicker hinterließ in Liechtenstein nach seiner Einwechslung einen guten Eindruck. Aber ob Koller dafür den in Vaduz so starken Marko Arnautovic oder Martin Harnik, der sein 50. Länderspiel vor heimischem Publikum feiern könnte, draußen ließe? Ebenfalls ein Kandidat auf beiden Flügelpositionen ist Andreas Weimann. Der Aston-Villa-Legionär hat im Nationalteam jedoch an Terrain verloren und profitierte diesmal von den Verletzungen der Salzburger Valentino Lazaro und Ulmer. Wie schon in der jüngeren Vergangenheit gilt: Schwierig zu kompensieren wäre ein Ausfall von Zlatko Junuzovic auf der Zehner-Position. Der 27-Jährige nimmt eine Schlüsselrolle im Konzept Kollers ein. Sein Backup Lukas Hinterseer zeigte sich bislang bei seinen Bewährungsproben engagiert, ihm fehlt jedoch die Erfahrung des Werder-Legionärs.

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MTN

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Stefan Ilsanker

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4 Min.

13 Min.

90 Min.

90 Min.

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Christoph Leitgeb

13 Min.

11 Min.

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90 Min.

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Veli Kavlak

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90 Min.

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Valentino Lazaro

4 Min.

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7 Min.

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Marcel Sabitzer

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46 Min.

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1 Min.

37 Min.

18 Min.

Andreas Weimann

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19 Min.

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Lukas Hinterseer

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27 Min.

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9 Min.

Hinterseer ist auch an vorderster Front ein Kandidat. Generell hat sich im Angriff die Lage ein wenig entspannt, was eine der wichtigsten Erkenntnisse der bisherigen Qualifikations-Kampagne ist. Marc Janko hat seine Vereinsprobleme hinter sich gelassen und ist in Normalform gesetzt. Auch die Reisestrapazen aufgrund seines Australien-Engagements wurden nie wirklich zu einem Problem. Noch wichtiger: Mit dem diesmal verletzten 1860-Legionär Rubin Okotie hat sich endlich eine potenzielle Alternative in Szene gesetzt. Mehr Dichte im Sturm ist aber weiterhin wünschenswert, weswegen die Entwicklung von Marco Djuricin im letzten Jahr eine besonders erfreuliche ist. Vielleicht gelingt es dem nunmehrigen Salzburg-Spieler, sich fix in den Kader zu spielen. Eine gute Leistung gegen Bosnien, so er eine Chance bekommt, wäre ein gutes Argument dafür.

Peter Altmann/Jakob Faber

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Rubin Okotie

21 Min.

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83 Min.

31 Min.

53 Min.

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Marco Djuricin

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14 Min.

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