Ex-Rapidler Vorisek: "Das ist für uns ein Feiertag“

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Der SV Wallern aus der kleinen oberösterreichischen Marktgemeinde an der Trattnach steht heute im ÖFB-Cup (ab 18 Uhr im LIVE-Ticker) im Zentrum des Interesses.

Denn niemand geringerer als der SK Rapid kreuzt mit dem Regionalliga-Mitte-Team die Klingen, gespielt wird im Waldstadion von Pasching.

Wie es der Zufall so will, finden sich unter den rund 3.000 Einwohnern zwei ehemalige Bundesliga-Haudegen.

Ried-Urgestein Herwig Drechsel leitet die sportlichen Geschicke. Als spielender Co-Trainer fungiert Petr Vorisek, für den das Wiedersehen mit Ex-Klub Rapid alle Erwartungen sprengt.

Wie es Vorisek nach Wallern verschlug

Den mittlerweile 35-jährigen Freistoßspezialisten verschlug es 2012 zum SV Wallern, wo er seitdem seine aktive Karriere ausklingen lässt.

„Damals war die Situation so, dass ich in Altach noch zwei Jahre Vertrag gehabt habe, mir aber gesagt wurde, dass ich zu teuer bin und sie mit jungen Spielern planen. Dann erfuhr ich von der Chance bei Wallern und habe einen Dreijahresvertrag unterschrieben“, schildert Vorisek im LAOLA1-Interview die Entstehungsgeschichte dieser Liaison.

Aufgrund fehlender Angebote aus höheren Ligen gab sich der Defensivspieler relativ früh mit der Regionalliga zufrieden, obwohl er sogar vier Mal das tschechische Teamtrikot überstreifen durfte.

Erst diesen Sommer traten Präsident Manfred Zauner und Chefbetreuer Harald Gschnaidtner an ihn heran, ob er nicht zusätzlich zu seinen Auftritten auf dem Platz auch die Agenden des Assistenz-Trainers übernehmen würde.

Vom CL-Starter zum spielenden Co-Trainer

Für Vorisek eine Win-Win-Situation, um bereits in das Leben nach der aktiven Karriere hinein zu schnuppern.

„Ich spiele noch immer, aber für mich ist es super, weil ich nach der Karriere Trainer werden will. Das ist für mich im Klub die beste Situation.“

Der erfahrene Tscheche spielte unter anderem mit Sparta Prag in der Champions League und lief in der Bundesliga neben Austria und Altach eben auch für Rapid auf.

Eine Zweckehe, die 2006/07 zwar nur eine Saison andauerte, Vorisek jedoch nur in guter Erinnerung geblieben ist.

„Das ist für uns ein Feiertag“

Umso größer ist die Vorfreude auf das Wiedersehen im Cup. „Ich war ein Jahr bei Rapid und habe dort sehr gerne in diesem Stadion, vor diesen Fans gespielt. Das war wirklich eine super Zeit in Wien. Ich freue mich wirklich schon.“

Vorisek jubelte mit Martin Hiden, Hofmann und Marek Kincl

Der Routinier weiß aus Erfahrung, dass einer kleinen Gemeinde wie Wallern nichts Besseres passieren hätte können, als mit den Grün-Weißen das absolute Wunschlos zugeteilt zu bekommen.

„Besser geht es nicht, als in Österreich gegen Rapid zu spielen. Das ist eine super Werbung für Wallern und diese Region. Wir spielen gegen Rapid, das ist für uns ein Feiertag“, gesteht der Verteidiger.

Trotz der sieben Jahre, die seit seinem Engagement in der Bundeshauptstadt verstrichen sind, finden sich noch zwei alte Weggefährten im Team.

Wiedersehen mit Hofmann und Barisic

Mit Kapitän Steffen Hofmann matchte er sich schon damals um die Ausführung der Freistöße, der heutige Trainer Zoran Barisic war damals noch als Assistent von Peter Pacult im Einsatz.

Kontakt bestand zwar nicht mehr, aber erst im Sommer traf Vorisek mit einer Trattnachtal-Auswahl im Testspiel auf Rapid und ließ mit den ehemaligen Weggefährten die alten Zeiten Revue passieren.

„Ich habe sehr gute Erinnerungen, das war wirklich super. Es freut mich, dass ich damals dort war. Mit Marek Kincl, Radek Bejbl und Jozef Valachovic waren wir eine super Truppe und hatten eine super Zeit.“

Dass er zwei Jahre später bei Erzrivale Austria landete, weiß er zu relativieren. „Sportdirektor Hörtnagl hat gemeint, ich bleibe. Am nächsten Tag hat es geheißen, sie haben andere Spieler. Dann bin ich für zweieinhalb Jahre zurück zu Sparta Prag gegangen, ein halbes Jahr nach Altach und erst dann zur Austria. Das war ein bisschen eine andere Situation, als bei Spielern, die gleich von Rapid zur Austria gehen. Das ist sicher schrecklich.“

Volksfeststimmung garantiert

Das ist allerdings Vergangenheit, das ÖFB-Cup-Duell die Gegenwart. Aufgrund von Anlaufschwierigkeiten in der Liga und nur Platz elf kommt das Spiel genau zur rechten Zeit.

„In der Regionalliga ist es derzeit nicht so einfach für uns, da machen wir gerade eine schlechte Zeit durch. Aber ich hoffe, dass wir gegen Rapid vollste Motivation zeigen. Im Cup ist alles möglich. Für die jungen Spieler ist das wirklich ein großes Spiel. Ich hoffe auf ein gutes Ergebnis.“

Volksfeststimmung am selbst ernannten „Feiertag“ ist garantiert, das Spiel des Jahres lockt die Massen ins Paschinger Waldstadion.

„Ich hoffe, dass wir ausverkauft sein werden. Das werden die paar tausend Leute sicher genießen.“

Auch für Vorisek ist es im hohen Alter noch einmal ein Highlight und gleichzeitig ein Wiedersehen. Schließlich wird er schon bald andere lehren, wie man gegen den Ball tritt und nicht mehr selbst dem runden Leder nachjagen.


Alexander Karper

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