Zweite Chance auf Europa

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Schweitzer: "Die Austria hat mehr Druck"

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Titelverteidiger gegen Rekordsieger: Wenn die SV Ried im Semifinale die Wiener Austria empfängt, prallen zwei im ÖFB-Cup verdiente Mannschaften aufeinander.

Am Mittwochabend ist die Favoritenrolle in der Keine Sorgen Arena von Ried nur schwer auszumachen. Beiden Teams gleich ist, dass sie über die Cupbewerb die Chance auf das internationale Geschäft wittern.

Die Ausgangslage in der Liga brächte eher die Rieder unter Zugzwang. Nach dem 2:3 gegen Rapid am vergangenen Sonntag sind die Innviertler auf Platz sechs zurückgerutscht. Die Austria hielt mit einem 3:0 gegen Wacker hingegen Rang drei.

"Die Austria hat mehr Druck"

Trotzdem wähnte Gerhard Schweitzer den 27-fachen Cupsieger aus Wien in punkto Europacup-Teilnahme in der Pflicht. "Wir müssen gar nichts. Wir wollen und können, das ist eine schöne Aufgabe. Sicher wollen wir ins Finale, wenn wir schon im Halbfinale stehen. Aber die Austria hat mehr Druck", meinte Rieds Interimstrainer.

Ivica Vastic kostete dies nur ein Lächeln. "Ich sehe das nicht so. Aber wenn sie nicht in den Europacup wollen, dann nehmen wir das gerne zur Kenntnis", sagte Austrias Coach.

Nach dem Erfolg gegen Wacker ortete der bei einigen Fans angezählte Ex-ÖFB-Teamkicker einen Aufschwung in violett. "Der Trend geht nach oben, das müssen wir mitnehmen", forderte Vastic von seiner Elf genau jene Kaltschnäuzigkeit wieder, die sie in der Vergangenheit oft vermissen ließ.

Rieder Heimstärke verblasst

Ried gegen Austria war in den jüngsten Cup-Auflagen ein oft gesehenes Duell. In den vergangenen sechs Jahren setzten sich die Favoritner bei einem Torverhältnis von 7:0 zweimal durch: 2006 im Halbfinale zu Hause 4:0, im darauffolgenden Jahr in Ried im Viertelfinale 3:0.

In diesen Jahren gewann die Austria auch den Titel. Nicht zuletzt dank des Rieder Cup-Erfolgs im Vorjahr darf ein ähnlich deutliches Resultat am Mittwoch nicht erwartet werden.

Die Zeiten, als allein der Heimvorteil für die "Wikinger" sprach, scheinen trotzdem vorbei. Denn auch wenn Austria-Stürmer Roman Kienast von "keinem leichten Pflaster" sprach: Die Niederlage gegen Rapid bedeutete für Ried die bereits dritte Pleite im sechsten Heimauftritt im Frühjahr.

Körperliche Vorteile für die Austria?

Im gesamten Kalenderjahr 2011 hatte Ried nur eines von 18 Heimspielen verloren. In diesem Jahr in der Rieder Heimstätte bereits erfolgreich vom Platz ging auch die Austria. Mit Roland Linz ist der Torschütze beim 1:0 am 7. April aber aufgrund einer schweren Gehirnerschütterung nicht dabei.

Vastic hat gute Erinnerungen an den Sieg. "Das war eine sehr gute Leistung damals. Wir hatten sieben, acht Möglichkeiten, aber wir haben auch welche zugelassen. Da gilt es, eine Balance zu finden", meinte der Austria-Coach.

Vastic versprach sich auch von dem einen Tag mehr Regeneration einen Vorteil. Sein Gegenüber Schweitzer sah dies ähnlich: "In einer möglichen Verlängerung hätte die Austria vielleicht mehr Vorteile."

Vastic will "nicht viel ändern"

Wieder in der Start-Elf stehen dürfte bei den im diesjährigen Cup-Bewerb erstmals zu Hause antretenden Riedern der zuletzt gesperrte Thomas Hinum. Daniel Beichler sitzt zumindest auf der Bank.

Bei der Austria will Vastic nach dem Erfolg gegen Wacker "nicht viel ändern". Dem nach seiner Sperre wieder spielberechtigtem Kapitän Manuel Ortlechner droht nahe seiner Heimat wie am 7. April somit die Ersatzbank. Marko Stankovic konnte Dienstag aufgrund einer Erkrankung nicht trainieren.

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