Souverän, aber schmerzhaft

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Milanic: "Das war nicht nur eine Pflichtaufgabe"

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Endstation Heimat und Abfahrt nach Europa.

Was für das Team Wiener Linien Anfang und Ende einer kurzen, aber wohl dennoch unvergessenen Cup-Saison war, ist für Sturm Graz der Beginn einer Reise auf mehreren Ebenen.

Eingestiegen sind die Grazer mit Lokführer Darko Milanic am Raxplatz in Wien-Favoriten nicht ganz ohne Antriebsprobleme.

Eine im Vergleich zum überraschend deutlichen 3:1-Testspielsieg gegen Paris Saint Germain nur an einer Stelle (Daniel Offenbacher anstelle von Manuel Weber) veränderte Mannschaft bekam in den Anfangsminuten die motivationsgedopte Gegenwehr der Totocupsieger 2013 klar zu spüren.

Sturm zielsicher, Wiener Linien glücklos

Erst ein quasi Heimischer konnte den Schwarz-Weißen Sieg in die richtigen Bahnen lenken. Marco Djuricin, der als geborener Wiener und Sohn des ehemaligen Trainers der Straßenbahner noch den einen oder anderen Spieler der Hausherren kennt, vollendete einen Konter nach Zuspiel von Michael Madl problemlos.

Nachdem auch das Quäntchen Glück dem Team der Wiener Linien nicht hold war, sprich ein Kopfball von Jasmin Delic an einem machtlosen Christian Gratzei vorbei sprang und von der Innenstange zurück prallte, war das Spiel durch das erste Pflichtspieltor von Robert Beric im Sturm-Trikot nach 36 Minuten quasi vorentschieden.

„Wir haben wenig Nervosität ins Spiel gebracht, trotzdem war der Gegner noch gefährlich. Im Prinzip haben die Jungs ihre Sache aber sehr professionell gemacht“, resümierte Sturm-Coach Darko Milanic nach der Partie.

Das lag nicht zuletzt an Halbzeit zwei, in der die Grazer mit Fortdauer der Partie nicht nur spielerisch, sondern auch körperlich deutlich die Oberhand hatten.

Die richtige Entscheidung des Leopold Figl

„Es ist ja klar. Wir sind am Beginn der Vorbereitung und Sturm steht vor der Meisterschaft, ist also praktisch fertig“, räumte Leopold Figl, Keeper der Wiener Linien ein. Praktisch gelaufen war die Partie durch einen Treffer von Imre Szabics nach Seitenwechsel.

Dann hatt der Routinier im Tor der Gastgeber seinen großen Auftritt. Nach einer ohnehin schon überzeugenden Partie des 40-Jährigen, der seit 2006 das Tor des Stadtligisten hütet, traf er beim Elferduell gegen Offenbacher die richtige Entscheidung und hielt den Strafstoß bravourös.

„Taktik gibt es da keine. Es gibt nur zwei Ecken und ich habe mich für die richtige entschieden“, blieb Figl bescheiden, der sich auch über den einen oder anderen Gegentreffer ärgerte. „Aber es war immerhin gegen einen Erstdivisionär, da darf man schon den einen oder anderen Fehler machen“, so der Goalie, der noch nicht an ein Karriereende denkt.

Erst Tor, dann Verletzung: Bangen um Djuricin

Nicht an das Ende, sondern an den Anfang einer Europacup-Saison denken Milanic und seine Mannschaft. „Die 90 Minuten waren wichtig für uns. Einige Spieler haben das gebraucht und auch ausgenützt.“

Anderen hat der Pflichtspiel-Auftakt aber neben einem Tor auch Schmerzen gebracht. Für Djuricin, der vor der Pause noch über den Führungs-Treffer jubelte, war die Partie nach 45 Minuten aufgrund einer Verletzung zu Ende. Die Adduktoren machten Probleme.

„Das ist wirklich schlecht. Ich hoffe, es dauert nicht lange“, sagte Milanic, dem man anmerkte, dass ein möglicher Ausfall des 20-Jährigen für die Partie gegen Breidablik am kommenden Donnerstag bitter sein würde.

Hält er doch eine Menge von seinem neuen Stürmer, besonders in Verbindung mit Robert Beric. „Der eine, Djuricin, ist schnell und läuft in die Tiefe und der andere, Beric, hält die Bälle und hilft der Mannschaft, nachzurücken.“

Nachdem auch Michael Madl aufgrund von Prellungen an den Füßen humpelnd aus der Kabine kam, war man fast schon versucht von einem Pyrrhussieg aufseiten der Grazer zu sprechen. Doc Athanasius Puskuris vermochte aber in beiden Verletzungsfällen zu beruhigen: „Das kriegen wir schon hin.“

Blick Richtung Breidablik: "Wir müssen aufpassen"

Fällt Djuricin tatsächlich aus, gebe es für die Partie im hohen Norden mehrere Alternativen. „Imre Szabics ist sehr erfahren und immer bereit. Dazu kommt noch Christoph Kröpfl und auch Beichler trainiert brav. Es ist aber auch möglich, dass wir nur mit einer Spitze spielen“, wollte sich Milanic noch nicht in die Karten blicken lassen.

Das tat offensichtlich auch der kommende Gegner nicht, von dem sich der neue Sturm-Coach bereits ein Bild machen konnte. „Breidablik spielt in der Meisterschaft und in Europa ganz verschieden. Gegen Santa Coloma haben sie durch eine schnelle Führung im ersten Spiel sehr locker und ohne Tempo gespielt. In der Meisterschaft allerdings spielen sie mit einem hohen Tempo. Sie sind physisch stark, besonders die Innenverteidiger und die Spitzen“, warnt der Slowene, der aber natürlich weiß, den Gegner einzuschätzen.

„Sie sind keine Weltmeister, das ist klar. Aber es ist eine Mannschaft mit Ordnung und Qualität. Da müssen wir aufpassen.“

 

Andreas Terler

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