SKN und Salzburg im Cup um die Krönung

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Zweites Salzburger Double oder die nächste Cup-Finalsensation durch St. Pölten. Das Endspiel des österreichischen Fußballpokals am Sonntag in Klagenfurt bringt aber auch das Duell des scheidenden "Bullen"-Coaches Roger Schmidt mit dem Cup-Spezialisten Gerald Baumgartner, der im Vorjahr sensationell Drittligist Pasching zum Triumph führte.

Meister Salzburg, der sein zweites Double nach jenem 2012 anstrebt, ist klarer Favorit. Doch das war die Austria im Vorjahr gegen Pasching auch. St. Pöltens Coach Gerald Baumgartner, der alle seine 14 Cup-Partien als Trainer gewonnen hat, erinnerte sich am Mittwoch bei einer Pressekonferenz in Wien zwölf Monate zurück.

"Vor dem Finale im Vorjahr hat Austrias Kapitän (Manuel Ortlechner, Anm.) versichert, dass sie uns nicht unterschätzen. Ich habe aber nicht gespürt, dass er das wirklich ehrlich gemeint hat."

"Das sollte man nicht verwässen"

Wie ehrlich es Schmidt meint, wenn er sagt, "mir ist der Abschluss enorm wichtig", wird man am Sonntag überprüfen können. Der Erfolgscoach, der nach Saisonende zu Bayer Leverkusen wechselt, wollte keinen Zweifel am nach wie vor bestehenden Erfolgshunger seiner Truppe aufkommen lassen.

"Natürlich hat man nach dem Aus in der Europa League und dem frühen Titel gespürt, dass die Mannschaft gebraucht hat. Aber wenn man die Chance hat, will man den Pokal auch holen. Wir haben in dieser Saison Großartiges geleistet, das sollte man nicht verwässern", betonte der Deutsche.

Dass man ähnlich unterschätzt wird, wie im Vorjahr, glaubt Baumgartner nicht. "Es wäre mir schon recht, wenn die Luft beim Gegner ein bisschen draußen wäre. Aber das wird nicht passieren", mutmaßte der Salzburger.

Sadio Mane muss im Cup-Finale eine Rot-Sperre absitzen

Baumgartner hat kein Geheimnis

Schon mit Pasching hat Baumgartner Schmidt in die Schranken gewiesen, im Halbfinale des Vorjahrs setzte sich der Außenseiter in Wals-Siezenheim mit 2:1 durch - neben Baumgartner war damals auch der nunmehrige St. Pölten-Verteidiger Martin Grasegger mit dabei.

"Es gibt kein Geheimnis", betonte Baumgartner, der seit September in St. Pölten engagiert ist und auf dem Weg ins Finale auch die beiden Bundesligisten Ried (Viertelfinale) und Sturm Graz (Halbfinale) eliminierte. Man sei aber sehr wohl in der Lage, "es auf den Punkt zu bringen".

Das hat auch Schmidt erkannt: "Man muss die Mannschaft im Cup so fokussieren, dass ihr klar wird, dass man Fehler nicht mehr korrigieren kann. Das versteht er (Baumgartner) sehr gut. Das ist alles andere als Zufall."

Schon vor der Partie ist klar, dass beide Teams international spielen werden. Liga-Triumphator Salzburg steigt am "Meisterweg" der dritten Qualifikationsrunde zur Champions League ein. St. Pölten wird zumindest in der zweiten Runde der Qualifikation zur Europa League vertreten sein. Gewinnen die Niederösterreicher das Finale, würde man sogar erst im Play-off antreten und wäre somit nur zwei Partien von der Gruppenphase entfernt.

Sahnehäubchen

So weit denkt man in St. Pölten nicht. Vorerst freut man sich über die Final-Antrittsgebühr von 120.000 Euro und genießt den Moment. "Das Finale ist das Sahnehäubchen, auf das wir jetzt noch ein anderes Sahnehäubchen draufsetzen könnten. Uns ist beides recht", meinte SKN-Vorstandsvorsitzender Gottfried Tröstl.

Die Prämie von 10.000 Euro für den besten Bewerbs-Torschützen wird aber wohl nicht nach St. Pölten, sondern nach Salzburg gehen. 30 Treffer erzielten die "Bullen" im bisherigen Cup-Verlauf. Alan führt die Wertung mit sechs Toren an, dahinter folgt mit Sadio Mane ein weiterer Schmidt-Schützling, der im Finale allerdings gesperrt ist.

Die St. Pöltner Osman Bozkurt und Jannick Schibany halten bei jeweils drei Treffern. In der Klagenfurter EM-Arena geht es schließlich auch um 10.000 Euro für den Sieg in der Fair-Play-Wertung (zweckgebunden für Projekte im Bereich Fairplay und Antirassismus) - vor dem Finale liegt Salzburg knapp vor den St. Pöltnern.

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