"Werden ein Wunder brauchen"

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"Wir werden sicher nicht in Ehrfurcht erstarren"

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Manchmal dürfen sich auch "Dorfclubs" als echte Macht fühlen.

Bundesligist Ried etwa, der am Dienstag im Cup-Achtelfinale als haushoher Favorit bei der viertklassigen Wiener Viktoria gastiert.

Doch der Grätzlclub, der zuletzt Erste-Liga-Verein Kapfenberg im Elferschießen mit 4:1 (3:3 n.V.) eliminierte, will am Platz des Wiener Sportklubs neuerlich über sich hinauswachsen - auch dank ÖFB-Rekordtorschützen Toni Polster, der dort seit Sommer 2011 auf der Trainerbank sitzt.

"Brauchen ein Wunder"

Die Erwartungen Polsters, der zur Krönung seines ersten Jahrs bei den Meidlingern den Aufstieg in die Wiener Stadtliga schaffte, sind ambivalent.

"Wir werden ein Wunder brauchen", sagte der 48-Jährige - nicht ohne hinzuzufügen: "Aber Wunder passieren." Eines sei jedenfalls sicher: "Wir sind vorbereitet und werden sicher nicht in Ehrfurcht erstarren."

Immerhin holte man sich in der Vorwoche mit Siegen im Toto-Cup (Elferschießen gegen Ligarivale SV Donau) sowie gegen Stadtliga-Schlusslicht Columbia Floridsdorf Selbstbewusstsein und bekleidet in der Tabelle zwei Punkte hinter Leader Nussdorfer AC Rang drei.

"Die Vorzeichen sprechen natürlich gegen uns. Nicht nur, dass ein Bundesligist kommt. Wir dürfen sonst in der Liga im Gegensatz zum Cup keine Stollenschuhe tragen, und wir müssen auch auf den Sportklub-Platz ausweichen (Flutlicht nicht cuptauglich, Anm.)", meinte der einstige Generalmanager der Wiener Austria.

Erst am 14. Oktober testete man an der Alszeile gegen ein ausgesprochen prominentes Team, musste sich vor rund 5.000 Zuschauern dem deutschen Zweitligisten St. Pauli mit 1:6 geschlagen geben.

Polster will sich beweisen

Für Polster ist das prestigereiche Duell mit Ried aber auch eine weitere Gelegenheit, sich selbst in die Auslage zu stellen.

"Ich habe mit den LASK Juniors den Aufstieg in die Regionalliga geschafft, bin mit der Viktoria aufgestiegen und wir haben den Toto-Cup gewonnen. Das vergessen viele", sagte Polster, der von höherklassigen Angeboten überzeugt ist: "Die Chance wird kommen, und ich werde sie nützen."

Für Ried-Coach Heinz Fuchsbichler, der mit Polster schon bei Premiere als Analytiker zusammenarbeitete, steht eines fest. "Der Toni Polster ist ein super Bursch." Was aber noch lange nicht heißt, dass man mit Geschenken nach Wien reist. "Aber er hat im Cup jetzt schon genug erreicht."

"Undankbare Aufgabe"

Fuchsbichler sieht "eine sehr undankbare Aufgabe" auf sein Team, das in der Vorsaison noch im Cup-Endspiel stand, zukommen. "Für die Viktoria ist es das Spiel des Jahres", sagte der Steirer, dessen Team sich in der zweiten Runde bei Union St. Florian erst im Elfmeterschießen mit 5:4 durchsetzte.

Der 3:1-Erfolg über Wr. Neustadt am Samstag dürfte bei den Innviertlern Verkrampfungen gelöst haben, Fuchsbichler ortete noch einen weiteren potenziellen "kleinen" Vorteil: "Wir spielen in Dornbach auf Naturrasen statt am Kunstrasen bei der Viktoria."

So oder so will man den Gegner aber ernst nehmen. "Echte Underdogs gibt es im Fußball nicht mehr", betonte Fuchsbichler, der die im Pokal traditionell starken "Wikinger", die 1998 und 2011 den Titel holten, auch heuer weit bringen will: "Der Cup ist für Ried sehr wichtig, dieser Sache sind sich alle bewusst."

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