"Wir haben noch nichts gewonnen"

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"Der Cup hat seine eigenen Gesetze".

Daran klammert sich die SV Ried vor dem Halbfinale am Mittwoch (20.30 Uhr) in der Keine-Sorgen-Arena gegen den FK Austria Wien.

In der Meisterschaft entschied der vor seinem 24. Meistertitel stehende Tabellenführer aus Wien alle vier Saisonduelle für sich, im Cup darf man den Oberösterreichern mit Blick auf die vergangene Saison aber eine Überraschung zutrauen.

Da waren die Rieder am 2. Mai 2012 mit einem 2:0-Heimsieg gegen die Austria nämlich ins Cup-Finale eingezogen.

"Jetzt wollen wir uns belohnen"

Für beide Teams hat das Duell eine große Bedeutung. Die zuletzt im Cup dreimal schon vor dem Finale ausgeschiedenen Wiener haben heuer die große Chance auf das Double.

"Meister, Cupsieg, Double. Es ist vieles möglich, aber wir haben noch nichts gewonnen", warnte Austria-Trainer Peter Stöger.

Die "Super-Saison" könne man seinem Team zwar nicht mehr wegnehmen. "Jetzt wollen wir uns aber auch mit Dingen belohnen", betonte der 47-Jährige.

Austrias Serien

Die Rieder wiederum hätten schon bei einem Finaleinzug (ein Sieg von Salzburg gegen Regionalligist Pasching am Dienstag vorausgesetzt) ihren Europacup-Startplatz für die nächste Saison fix in der Tasche.

"Sie können mit einer Partie in den Europacup kommen, so werden sie auch auftreten", rechnete Stöger mit einem starken Gegner.

Seine Truppe gehe allerdings aufgrund der starken Darbietungen in dieser Saison als "leichter Favorit" in die Partie. "Wir haben schon eine starke Serie gegen Ried und auch auswärts", sagte Stöger.

Der Rekord-Cupsieger ist in der Fremde nach 16 Meisterschaftsspielen (12 Siege, 4 Unentschieden) noch ungeschlagen. "Das macht uns schon zuversichtlich", betonte der Austria-Coach.

Keine violette Rotation

Rotation ist für Stöger kein Thema, er wird die bestmögliche Elf aufs Feld schicken. "Wir haben jetzt noch drei Wochen, ich werde jetzt nicht plötzlich beginnen zu rotieren", erklärte der Wiener.

Ausfälle gibt es aufseiten der Favoritner keine, im Gegensatz zum Samstag steht auch der gesperrt gewesene Kaja Rogulj wieder zur Verfügung.

Die Erinnerung an das jüngste Duell ist bei beiden Teams sehr frisch, hatten sich die Wiener doch in der Liga in der Generali-Arena erst am Samstag mit 3:1 durchgesetzt.

Ried will zulegen

"Wir müssen sie weiter weghalten vom 20er, früher verteidigen", gab Stöger die Marschroute vor. Nach dem schnellen 1:0 der Wiener durch Philipp Hosiner waren die Rieder ebenbürtig, erst nach der Pause ließ der Tabellenerste seine größere Klasse aufblitzen.

"Wir müssen, was den Zweikampf und die Aggressivität betrifft, noch etwas zulegen", hob Ried-Trainer Michael Angerschmid das Verbesserungspotenzial gegenüber dem Samstagsspiel hervor.

Da es eine entscheidende Partie im Kampf um den Europacup sei, müsse noch mehr Wille da sein. "Wir müssen 90 Minuten mit voller Kraft und einer gewissen Härte spielen", forderte der 39-Jährige.

"Austria in diesem Jahr die Übermannschaft"

Goalie Thomas Gebauer baute auf die Cup-Stärke seiner gegenüber der Meisterschaftspartie wohl ziemlich unveränderten Mannschaft.

"Wir haben im Cup schon oft bewiesen, dass wir auf den Punkt konzentriert sein können. Die Austria ist in diesem Jahr die Übermannschaft. Wir wollen jetzt aber verhindern, dass wir fünfmal gegen sie verlieren", gab der Ried-Kapitän die Richtung vor.

Ried hat sich als Cup-Spezialist etabliert, seit der Saison 2005/06 kamen die Innviertler immer zumindest ins Viertelfinale, 2011 holten sie den zweiten Titel der Vereinsgeschichte, 2012 folgte immerhin ein weiterer Finaleinzug.

Es winken Prämien

Beide Teams zogen mit 2:1-Siegen in die Vorschlussrunde ein, die Rieder rangen den Regionalligisten LASK im Oberösterreichduell allerdings erst nach Verlängerung nieder, während die Wiener beim WAC die Oberhand behielten.

Alle vier Halbfinalisten dürfen sich über eine Prämie von 50.000 Euro freuen, auf die Finalisten warten zusätzlich 120.000 Euro. Das Endspiel geht am 30. Mai im Wiener Ernst-Happel-Stadion über die Bühne, die Wiener würden also ein "Heimspiel" haben.


SV Ried - FK Austria Wien
(Ried, Keine-Sorgen-Arena, Mittwoch, 20.30 Uhr, SR Schörgenhofer)

Ried: Gebauer - Hinum, Reifeltshammer, Riegler, A. Schicker - Hadzic, Ziegl - Walch, Zulj, Meilinger - Gartler

Ersatz: Schober - Karner, Schreiner, Grössinger, Carril, Nacho, T. Vastic, Hammerer

Es fehlen: Reiter (langzeitverletzt), Trauner (Zerrung)

Austria: Lindner - Dilaver, Rotpuller, Ortlechner, Suttner - A. Grünwald, Holland, Mader - Gorgon, Hosiner, Jun

Ersatz: P. Grünwald - Leovac, Koch, Rogulj, Simkovic, Stankovic, Kienast, Barazite

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