Rise like St. Pölten: Das Ziel heißt Bundesliga

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Es wäre zwar eine Sensation, aber auch schon fast Cup-Alltag.

Vergangene Saison konnte Drittligist Pasching im ÖFB-Samsung-Cup-Finale Meister Austria Wien 1:0 besiegen. Dieses Mal schickt sich Zweitligist St. Pölten an, dasselbe Kunststück gegen Red Bull Salzburg zu schaffen.

Zum elften Mal ist ein Nicht-Bundesliga-Klub im Finale, drei der zehn Zweitligisten (Krems, Stockerau, Kärnten) hatten am Ende die Nase ganz vorne.

Gerald Baumgartner ist dabei wieder als Trainer des Underdogs am Start und sieht sich dieses Mal mit scheinbar mehr Respekt als im Vorjahr konfrontiert. 

Salzburgs Vorbereitung spricht für St. Pölten

"Damals hat Austrias Kapitän (Manuel Ortlechner, Anm.) zwar versichert, dass sie uns nicht unterschätzen. Ich habe aber nicht gespürt, dass er das wirklich ehrlich gemeint hat", erklärt der 49-jährige Baumgartner am Mittwoch bei der finalen Pressekonferenz. 

Wie ernst sein Gegenüber Roger Schmidt, dessen Truppe sich vergangene Saison im Cup-Halbfinale gegen Pasching blamierte, dieses Endspiel nimmt, zeigt der Deutsche nicht nur durch seine Aussagen (LAOLA1-Interview), sondern auch durch Taten: Die letzten zwei Einheiten blieben unter Ausschluss der Öffentlichkeit.

"Das Ding müssen wir einfach gewinnen", unterstreicht der 47-Jährige, der sein letztes Spiel mit Salzburg vor seinem Wechsel zu Bayer Leverkusen bestreitet, noch einmal die Wichtigkeit, die tolle Saison mit dem Double zu krönen.

Der Wille zum Aufstieg

Für St. Pölten wäre es zweifellos auch sehr wichtig, den Cup als größten Vereinserfolg zu gewinnen. Aber es gibt Wichtigeres. Und das ist nicht etwa die Europa-League-Qualifikation, die die Niederösterreicher schon erreicht haben.

Es geht um die Bundesliga. Im kommenden Jahr wollen es die Niederösterreicher endlich schaffen. Nach der siebten Saison in der Ersten Liga will der SKN auf Wolke sieben schweben und als Nachfolge-Klub der VSE nach 21 Jahren wieder einen Oberhaus-Klub aus der Landeshauptstadt stellen.

"Es muss das ganz klare Ziel sein, den Erfolg von heuer weiterzuführen. Nach dem verunglückten Start ist es stets bergauf gegangen, wir haben es ins Cup-Finale geschafft, uns stetig weiterentwickelt und das bedeutet für die kommende Saison, dass wir um den Titel mitspielen wollen", hält Gottfried Tröstl bei LAOLA1 fest.

Der Vorstandsvorsitzende des SKN hofft dabei auch, dass sein Trainer an Bord bleibt.

Baumgartner ist einer der Kandidaten der Wiener Austria (Alles zur Trainersuche beim FAK), die sich aber offenkundig mit Manfred Schmid einigen dürfte (Letztstand der Verhandlungen).

Baumgartner hofft auf dichten Kader

Der Salzburger will in die Bundesliga und kann sich das auch sehr gut mit dem SKN vorstellen, hofft aber auch auf dementsprechende Unterstützung seitens des Klubs.

"Ich würde sehr gerne mit St. Pölten in die Bundesliga aufsteigen, ich hoffe, wir können im Sommer hinsichtlich des Kaders entsprechend die Weichen stellen. Das kann nicht nur der Trainer machen", erwartet der Coach diverse Aktivitäten des Vereins auf dem Transfermarkt.

Baumgartner, der mit seiner Mannschaft eine Runde vor Schluss dieser Saison auf Platz vier mit der Chance auf Rang drei platziert ist, hofft auf einen dichteren Kader kommende Saison. Denn das Ziel lautet doch Bundesliga, oder?

"Man kann das noch nicht so sagen, denn es geht um die Rahmenbedingungen. Da geht es auch um den Kader, um den Angriff auf die Bundesliga starten zu können. Die Konkurrenz schläft ja nicht. Der Wille ist da, aber es muss entsprechendes Spielermaterial geben, um über die ganze Saison konstant gute Leistungen zu bringen sowie diesen Druck aushält. Da bin ich aber auch guter Dinge, dass das passiert.“

NV-Arena wartet auf Bundesliga-Fußball

Tröstl ist optimistisch: "Der Trainer und das Sportmanagement sind seit Wochen dran, den Kader entsprechend zu optimieren, wir werden eine schlagkräftige Truppe haben, Schlüsselpositionen wie im Sturm müssen wir aber verstärken."

Bereits am Donnerstag kam dabei auf, dass St. Pölten etwa um Thomas Pichlmann buhlt (Hier zur Story). Manager Christoph Brunnauer ist da weiter am Werken.

Und an der Infrastruktur scheitert es sowieso nicht. Seit dieser Saison spielt der SKN in der NV-Arena, die für 27 Millionen Euro errichtet wurde und für 8.000 oder bei entsprechender Erweiterung 13.000 Zuschauer Platz bietet.

Erst der Cup, dann Europa und am Ende der kommenden Saison das große Vergnügen namens Bundesliga - es wäre ein Rise like St. Pölten.

 

Bernhard Kastler

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