"Brauchst Funkeln in den Augen"

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„Mir ist hinten schon die Hutschnur geplatzt“, ärgerte sich auch der schwarz-weiße Schlussmann, „für ein Pokalspiel war das einfach zu wenig. Letztendlich war es egal, weil es zur Halbzeit 0:0 stand.“

Der Weckruf zur Pause funktionierte: „Wir waren in der zweiten Halbzeit viel aggressiver, sind viel mehr gelaufen. Ich habe den Jungs in der Halbzeit gesagt: ‚Du musst Funkeln in den Augen haben! Hier geht es um so viel!‘ Von den Einzelspielern her sind wir der Mannschaft der Admira überlegen, das muss man auf dem Feld auch sehen. Gerade für das große Ziel, das man vor Augen hat, muss man sich reinhauen und alles geben.“

Wieder die Nummer eins?

Während Milanic nicht glauben will, dass seine Schützlinge durch den Erfolgsdruck gelähmt wurden, sieht Pliquett in der Unerfahrenheit einiger Akteure sehr wohl eine mögliche Erklärung: „Es ist leider so, dass der eine oder andere in manchen Situationen den Druck schon auch spürt, was auch völlig normal ist, weil da superjunge Spieler dabei sind. Für so eine Sache muss man frei sein im Kopf, sonst kann das hemmen. Ich denke, man hat in der zweiten Halbzeit gesehen, dass das weg war.“

Wie nachhaltig sich der Deutsche den Status der Nummer eins im Sturm-Tor zurückerkämpft hat, werden die kommenden Spiele weisen.

Pliquett selbst gibt sich diesbezüglich zugeknöpft: „Ich will da gar nicht drauf eingehen. Ich bin froh, dass ich in diesen beiden Partien gespielt und der Mannschaft geholfen habe. Dafür bin ich da.“

„Mit St. Pauli kannst du keinen Titel gewinnen“

Während Gratzeis Vertrag noch bis Sommer 2015 läuft, ist es fraglich, ob Sturm die Option im auslaufenden Vertrag von Pliquett zieht. Sollten die Zeichen auf Abschied stehen, könnte sich für den Goalie zuvor wenigstens sein großer Titel-Traum erfüllen:

„Als ich gekommen bin, habe ich mich geärgert, dass die Jungs schon raus waren aus der Europa League. Das darf man einfach nicht unterschätzen, das ist etwas Riesengroßes. Als ich im Sommer von St. Pauli gekommen bin, war das mein Ziel. Wir hatten einen katastrophalen Start ins Frühjahr, aber jetzt haben wir noch die Chance. Das ist für mich noch mal ein Traum.“

Die Chance auf das Finale in Klagenfurt lebt ebenso wie jene auf eine Europacup-Teilnahme in der kommenden Saison. Allesamt Möglichkeiten, die sich dem Pauli-Urgestein bei seinem Lebensverein nicht boten.

„Mit St. Pauli kannst du keinen Titel gewinnen. Das ist utopisch“, grinst Pliquett. Nicht einmal in einer „B-Serie“.

Peter Altmann

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