Bundesliga-Erfahrung als Paschings Trumpf

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Wenn es im ÖFB-Cup ein Regionalligist mit einem Bundesliga-Klub zu tun bekommt, treffen normalerweise zwei Welten aufeinander.

Nicht so beim Duell zwischen Pasching und Rapid. Finanziell sind die Oberösterreicher mit Red-Bull-Zuschüssen gesegnet, die einen Kader mit vielen alten Bekannten möglich machen.

Insgesamt durften bereits 13 Akteure Erfahrung in der Bundesliga sammeln, die Erfahrung beläuft sich auf 587 Einsätze im österreichischen Oberhaus.

Einer der Routiniers im Kader ist Hans-Peter Berger, der in der Zusammenstellung der Mannschaft einen großen Bonus für die Regionalliga Mitte sowie den Cup sieht.

Bonus durch ehemalige Bundesliga-Akteure

„Das Ziel ist ja der Aufstieg, da ist die Routine sehr wichtig. Wie der LASK haben wir erfahrene Spieler gepaart mit jungen. Die Mischung macht’s aus“, ist sich der 31-jährige Torhüter im Gespräch mit LAOLA1 sicher und ergänzt:

„In den wichtigen Spielen entscheidet die Routine und Cleverness, die die Jungen erst lernen müssen.“

Somit stehen Spieler wie Thomas Krammer, Mark Prettenthaler oder Lukas Mössner auch beim Ausswärtsspiel im Hanappi-Stadion im Blickpunkt. Die Rollen sind aber klar verteilt.

„Wir wissen, dass es eine schwierige Aufgabe wird. Wir sind Außenseiter, aber wir wissen auch, dass in einem Match immer alles möglich ist“, glaubt der gebürtige Salzburger an die Mini-Chance.

"Ein angeschlagener Löwe ist immer gefährlich"

Die Krise des grün-weißen Traditionsvereins wurde natürlich auch vom kommenden Cup-Gegner wahrgenommen. Einen großen Vorteil erwartet sich Berger dadurch aber nicht.

„Ein angeschlagener Löwe ist immer sehr gefährlich. Rapid hat am Wochenende auch wieder Selbstvertrauen getankt und ist auf alle Fälle haushoher Favorit.“

Pasching, in der Liga Tabellenführer mit einem Punkt Vorsprung auf den LASK, setzt sich vor dem Viertelfinal-Duell keineswegs unter Druck.

„Der Cup ist ein Zuckerl, wir haben nichts zu verlieren. Wir können locker, aber engagiert auftreten. Wir werden alles tun, um Rapid alles abzuverlangen. Der Druck wird aber eher bei Rapid sein.“

Ziel Erste-Liga-Aufstieg, Cup als Zuckerl

Viel wichtiger als der Aufstieg ins Cup-Semifinale ist aus Sicht der Oberösterreicher der Vorstoß in die Erste Liga.

„Heuer war das Ziel ganz klar vorne mitzuspielen und wenn möglich aufzusteigen. Wir wollen gar nicht daran denken, dass wir es nicht schaffen. Wir sind sehr fokussiert darauf.

Bevor am Freitag ligaintern die nächste Reifeprüfung in Vöcklamarkt bevorsteht, gilt es noch die Reise nach Wien zufriedenstellend hinter sich zu bringen.

Paschings Erfolgsrezept in dieser Saison? „Wir sind eine super Gemeinschaft, wir halten alle extrem zusammen. Wir sind eine richtig homogene Einheit. Von der Nummer 1 bis zum Zeugwart zieht jeder am selben Strang. Das ist das Rezept. Dass wir Spieler mit Qualität haben, wissen wir.“

Zu der Qualität gesellt sich Bundesliga-Erfahrung. Folgende Spieler haben sich schon für Bundesliga-Teams die Fußballschuhe geschnürt:

Thomas Krammer (183 Bundesliga-Einsätze):

Mit 183 Bundesliga-Einsätzen weist der mittlerweile 30-Jährige die größte Erfahrung aller Paschinger im Oberhaus auf. Seine Erfahrungen machte er angefangen bei Sturm Graz über die Austria, Admira, LASK und Grödig bis nach Pasching. Bei den Oberösterreichern steht er noch immer voll im Saft.

Mark Prettenthaler (112 Bundesliga-Einsätze):

Auch der 30-jährige Grazer überschritt die Hunderter-Marke an Bundesliga-Spielen und blickt auf glorreiche Zeiten in der Bundesliga zurück. Diese sammelte er in Diensten von Sturm Graz, LASK, Ried und Kapfenberg. Seit Sommer hat er eine neue Herausforderung in Pasching.

Hans-Peter Berger (102 Bundesliga-Einsätze):

Der Keeper ist ein alter Hase im Geschäft und hat zusätzlich zu seinem Portugal-Engagement auch schon zwei Bundesliga-Stationen auf seinem Konto. Bei der SV Ried erarbeitete er sich seinen guten Ruf, bei der Admira durfte er ebenfalls noch in ein paar Spielen sein Können zeigen.

Lukas Mössner (48 Bundesliga-Einsätze):

Mattersburg, Austria Kärnten, Austria Wien - so lauten die bisherigen Stationen des Stürmers, bei denen er auch zu Bundesliga-Einsätzen kam. Bei Hartberg stimmte er leisere Töne an, bei Pasching versuchte er einen Neuanfang. Bisher reichte es aber nur zu einem Treffer in 14 Spielen.

Davorin Kablar (46 Bundesliga-Einsätze):

Mit 35 Jahren ist er nicht nur der älteste, sondern auch erfahrenste Akteur im Kader und trägt zudem die Kapitänsbinde. Pasching ist er seit der Saison 2009/10 treu, davor sammelte er Erfahrungen beim LASK und in Ried. Viele oberösterreichische Top-Klubs bleiben in Zukunft nicht mehr übrig.

Casanova (29 Bundesliga-Einsätze):

Der Casanova unter den Stürmern kam erst im Sommer 2011 nach Österreich, konnte aber bei seinem ersten Arbeitgeber nicht Fuß fassen. Trotzdem hat es der Spanier der SV Ried zu verdanken, Bundesliga-Luft geschnuppert zu haben. In Pasching hat er schon elf Tore am Konto.

Martin Grasegger (25 Bundesliga-Einsätze):

Martin Graseggers Stern ging bei der SV Ried auf, wo er gleich einmal ins kalte Wasser geworfen wurde. Nach einem Leihjahr in Grödig zählt der Defensivspieler in Pasching zu den Stützen. Als Innenverteidiger absolvierte er in dieser Saison bereits 20 Einsätze.

Daniel Sobkova (13 Bundesliga-Einsätze):

Lang, lang ist es her, dass Daniel Sobkova in der Saison 2005/06 sein Debüt in der Bundesliga feierte - und das für Austria Wien. Die übrigen Einsätze im Oberhaus absolvierte er für den LASK. Seitdem lief nicht viel zusammen. Erst bei Pasching konnte der Offensivspieler Fuß fassen.

Marco Perchtold (12 Bundesliga-Einsätze):

Der Mittelfeldspieler ist zwar erst 24 Jahre jung, trotzdem liegt sein erster Bundesliga-Einsatz bereits sechseinhalb Jahre zurück. Diesen absolvierte er noch für den Grazer AK. Insgesamt 12 Mal lief er auf, ehe er sich auf Stationen in der Ersten Liga und Regionalliga konzentrierte.

Ali Hamdemir (10 Bundesliga-Einsätze):

Der mittlerweile 23-Jährige wurde beim LASK herangeführt und konnte seine Bundesliga-Einsätze für den Linzer Traditionsverein bestreiten. Nach einem leihweisen Ausflug für eine Saison zu Blau-Weiß Linz wurde Pasching auf den Mittelfeldspieler aufmerksam.

Lukas Gabriel (5 Bundesliga-Einsätze):

Schon im zarten Alter von 17 Jahren schnupperte Lukas Gabriel erstmals in der Bundesliga. Ausgerechnet im Derby gegen den LASK stand er sogar in der Startelf. Nach zwei Jahren Pause kam er wieder zum Zug, ehe er das Innviertel gegen Pasching tauschte. Dort zählt er noch nicht zur Stammelf.

Peter Riedl (1 Bundesliga-Einsatz):

Peter Riedl zählt mit 30 Jahren zu den absoluten Routiniers im Team. Seinen einzigen Bundesliga-Einsatz absolvierte er, als einige seiner Mitspieler noch die Volksschule besuchten. Im Dress des LASK durfte er 45 Minuten ran. Seitdem macht er die zweite und dritte Liga unsicher.

Yusuf Otubanjo (1 Bundesliga-Einsatz):

Der Nigerianer ist zwar erst 20 Jahre alt, hat aber schon viel erlebt. So kickte er für das C-Team von Atletico Madrid, ehe ihn RB Salzburg nach Österreich lotste. Für die Bullen durfte der Stürmer im Dezember 2012 dann sogar einmal gegen Sturm Graz ran. Seit Winter ist er an Pasching verliehen.


Alexander Karper

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